Im Sacred Heart ist alles wie immer. Nur eben irgendwie anders. Die alten Jungen sind nun die neuen Alten. Und die neuen Jungen scheinen noch einiges an Hilfe zu brauchen. Im Sacred Heart wird wieder getanzt, gelacht, gestritten, geweint und am Ende irgendwie zusammengehalten. Die neue Staffel „Scrubs” bietet genug Stoff, um zu lachen, als wäre es 2010.
Sie startet am 25. März auf Disney+. In Amerika ist die Staffel schon seit Ende Januar zu sehen. Die neue „Scrubs”-Staffel hat insgesamt neun Episoden. Sie sollen wöchentlich erscheinen. Die ersten zwei gibt es zu Beginn aber im Doppelpack.
„Scrubs - die Anfänger” - worum ging es da noch einmal?
An alle nicht ganz so eingefleischten Fans: Es ist nicht schlimm, wenn die Erinnerungen an „Scrubs” nicht mehr ganz so frisch sind. Immerhin ist die Veröffentlichung der letzten Staffel schon 16 Jahre her.
Hauptfigur der Serie ist Assistenzarzt John „J.D.” Dorian (Zach Braff) aus dem Sacred Heart Hospital. Dort arbeitet er unter anderem mit Christopher Turk (Donald Faison) und Elliot Reid (Sarah Chalke) zusammen, die im Laufe der Zeit zu seinem besten Freund und seiner Ehefrau werden. Ausgebildet wird Dorian von Chefarzt Perry Cox (John C. McGinley), der nicht selten Witze auf Kosten anderer macht. Außerdem gibt es im Kosmos des Sacred Heart einen Hausmeister, eine besondere Krankenschwester, einen Anwalt und noch so einige Kuriositäten mehr, die für einen Lacher nach dem nächsten sorgen.
Was über die Staffeln hinweg bleibt, sind das Dach und der Personalausgang des Sacred Heart. Für „J.D.” immer wieder Orte, an denen er aufatmet, wenn der Klinikalltag turbulent war. Dort kommen Gespräche über Liebe, Freundschaften, aber auch über Krankheit, den Tod und so manchen eher seltsamen Patienten zustande - auch mal ganz ernst, statt überzogen und lustig.
Worum geht es in der neuen Staffel?
In der neuen Staffel scheint alles irgendwie wie immer, und doch ist vieles neu. Treue „Scrubs”-Fans werden sich in die Vergangenheit katapultiert fühlen, wenn das Sacred Heart Hospital auf dem Bildschirm erscheint, der bekannte Titelsong erklingt – und es dort aussieht wie vor 16 Jahren. Nur filmisch moderner gezeigt.
Und auch sonst scheinen alle da: Krankenschwester Carla Espinosa (Judy Reyes) koordiniert den Stations-Wahnsinn, während Cox Nachwuchsmediziner in gewohnter Manier von Bett zu Bett scheucht. Und dann steht „J.D.” plötzlich auf dem Flur. Er arbeitet eigentlich nicht mehr im Sacred Heart, sondern als Arzt für wohlhabendere Menschen.
Die Freude beim Wiedersehen ist groß, und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Dabei müssen sich die „Scrubs”-Fans schnell von mindestens einem alten Gesicht verabschieden. Außerdem wird schnell klar: Es scheint zwar alles wie früher, ist es aber nicht.
Muss ich die Serie gesehen haben, um die neue Staffel zu verstehen?
Jein. Wer die alten Folgen kennt, findet mit Sicherheit mehr Bezüge, Nostalgie und Witze in den neuen Folgen. Aber gerade die Situationskomik funktioniert auch ohne Vorkenntnisse. Und keine Sorge: Auch alle früheren Staffeln gibt es auf Disney+ zu sehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann also vorher noch einen kleinen Serien-Marathon einlegen.
Die bisherige letzte (neunte) Staffel kann man dabei allerdings getrost auslassen. Denn anders als damals gezeigt, wurde das Sacred Heart nicht abgerissen. Die bisherige letzte Staffel „Med School” bleibt inhaltlich ungeachtet. Die Geschichte der neuen Staffel beginnt da, wo sie in Staffel acht aufgehört hat.
Können die neuen Folgen mithalten?
„Scrubs” schaffte es lange Zeit, absurden Humor mit schweren Themen zu vereinen. Lachtränen konnten von einem zum nächsten Moment zu Trauertränen werden. Diese Balance zwischen Witz und wahrhaften Emotionen schaffen auch die neuen Folgen. Auch filmisch reiht sich die neue Staffel in die Reihe der alten ein. So verzichten die Macher auch nach 16 Jahren nicht auf wilde Einblicke in Dorians Gedankenwelt.
„Es wird immer noch „Scrubs“ sein, und ihr werdet immer noch eure Lieblingscharaktere haben und sie wiedersehen”, sagt Faison in einem Instagram-Video. „Es ist nur so, wisst ihr, wir sind älter geworden.”
Ist „Scrubs” gut gealtert?
Wer die alten von Bill Lawrence erdachten Staffeln kennt, fragt sich vielleicht, ob der Humor von vor einigen Jahren heute noch funktioniert. Darüber scheint sich auch Lawrence Gedanken gemacht zu haben.
Um das Problem von altem, heute wohl eher als unter der Gürtellinie empfundenem Witz zu umschiffen, führt er eine Beauftragte für den richtigen Ton und Umgang mit anderen ein, die immer dann auftritt, wenn es brenzlig werden könnte. Sie hält zunächst vor allem Cox zurück. Ein geschickter Schachzug, um den alten Kaffee so aufzuwärmen, dass er schmeckt. Für unerwartete Witze am Rande des Ertragbaren sorgt in der neuen Staffel – wie früher schon – der Arzt Todd Quinlan (Robert Maschio).
Gibt es auch neue Gesichter?
Neben der Knigge-Beauftragten gibt es in der neuen Staffel auch neue Gesichter, ja. Zum Beispiel einige neue angehende Ärztinnen und Ärzte, die in Schach gehalten werden wollen. Da ist ein junger Arzt, dem beim Anblick von vielen Sachen noch immer schlecht wird und eine Ärztin, oder wie Dr. Cox sagt, „TikTok Doc”, die lieber am Smartphone lernt. Für Dr. Cox verhalten sie sich alle wie „zerbrechliche kleine Weihnachtskugeln”.
Zu Beginn der zehnten Staffel liegt der Fokus allerdings definitiv auf den alten Bekannten: „J.D.”, Cox, Turk und Reid und Espinosa. Auch ein möglicher Auftritt des von vielen Serien-Fans geliebten Hausmeisters des Krankenhauses, gespielt von Neil Flynn, wird angeteasert – in welcher Form ist noch unklar.