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"Tagesschau"-Schwächeanfall: "Wir dachten, er kommt noch ins Ziel" - darum blieb die ARD-Kamera so lange auf Jan Hofer

Die "Tagesschau"-Zuschauer sahen seinen Schwächeanfall am Donnerstagabend live mit an: Zwölf Sekunden lang hielt die ARD-Kamera auf Jan Hofer, der apathisch am Sprecher-Pult stand. Chefredakteur Kai Gniffke erklärt warum.

Jan Hofer in der "Tagesschau"

Zu Beginn der "Tagesschau" am Donnerstagabend um 20.15 Uhr schien Jan Hofer noch fit zu sein

ARD

Rund zehn Millionen Fernsehzuschauer sahen am Donnerstagabend live in der ARD, wie Jan Hofer vor laufender Kamera schlecht wurde. Der Chefsprecher der "Tagesschau" konnte seine Moderation nicht zu Ende bringen. Normalerweise hätte er nach dem Wetterbericht die "Tagesthemen" um 22.15 Uhr ankündigen sollen. Doch als die Regie nach der Wettervorhersage live ins Studio zurück schaltete, sah man Hofer nur apathisch am Pult stehen. Lange zwölf Sekunden hielt die Kamera auf Hofer, der immer wieder umzukippen drohte. Dann endlich wurde das Bild schwarz. 

Warum wurde Hofer so lange in einer hilflosen Situation gezeigt? Dabei gab es schon während der Sendung Anzeichen dafür, dass Hofer gesundheitlich beeinträchtigt ist. Auf "Tagesschau.de" rechtfertigt sich Chefredakteur Kai Gniffke. "Zunächst gingen alle davon aus, dass Jan Hofer noch 'ins Ziel' kommt", schreibt Gniffke. Das bedeutet, dass die Regie dachte, Hofer könne die "Tagesschau" noch zu Ende moderieren. Als klar war, dass dies nicht klappen würde, sollte eine verkürzte Abspann-Variante zum Einsatz kommen. "Dies misslang, so dass weder der normale noch der kurze Abspann abfuhren und das Bild lange, zu lange stehen blieb", sagt Gniffke.

So kommt es zu 13-Stunden-Schichten bei der "Tagesschau"

Der "ARD-aktuell"-Chefredakteur tritt Spekulationen entgegen, dass die Arbeitsbelastung für die Sprecher zu hoch sei. In einigen Medien wurde über 13-Stunden-Schichten berichtet. "Am vergangenen Wochenende hat Jan Hofer sieben Sendungen im Ersten gelesen. Dazwischen lagen Pausen von einer bis zweieinhalb Stunden, in denen die Sprecher regenerieren können und nicht redaktionell arbeiten müssen", erklärt Gniffke. Die Sprecher würden die Texte nicht selbst verfassen, deshalb hätten sie zwischen ihren Einsätzen frei, könnten bei längeren Pausen sogar nach Hause fahren.

Jan Hofer auf dem Weg der Besserung

Nach einer Untersuchung im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf konnte Hofer das Krankenhaus noch am Donnerstagabend wieder verlassen. Via Twitter teilte er mit, dass er vermutlich ein Medikament nicht vertragen habe, das er wegen einer verschleppten Erkältung eingenommen habe. Wann er wieder bei der "Tagesschau" zu sehen sein wird, ist unklar. "Jetzt kuriert er sich erstmal aus", teilte die ARD mit. "Wenn er wieder fit ist, liest er wie gewohnt wieder die 'Tagesschau'-Ausgaben im Ersten und moderiert im Nachrichtenkanal tagesschau24. Bis dahin werden die zu besetzenden Sendungen auf das Sprecher-Kollegium verteilt."

Die Uhr vor Beginn der 20 Uhr Tagesschau zeigt 20:00:51
mai