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ARD-Dauerbrenner: 3000 Folgen "Sturm der Liebe": Was macht die Serie so erfolgreich?

Der "Fürstenhof" feiert. Aber nicht nur ein besonderes Jubiläum seines Hoteldirektors, sondern auch die 3000. Folge von "Sturm der Liebe". Hier erfahren Sie, was Sahnetorte und Essiggurken mit dem Erfolgsrezept der Serie zutun haben.

(Ehemalige) "Sturm der Liebe"-Darsteller um Dirk Gabula in der Rolle des Werner Saalfeld

In der 3000. Folge "Sturm der Liebe" wird auch in der Serie ein besonderes Jubiläum gefeiert. Zum 75. Geburtstag von Werner Saalfeld kehren seine Kinder an den Fürstenhof zurück (v.l.n.r.):  Robert (Lorenzo Patané), Alexander (Gregory B. Waldis), Sandra (Sarah Stork), Jubilar Werner (Dirk Galuba), Moritz (Daniel Fünffrock), William (Alexander Milz) und Konstantin (Moritz Tittel)

DPA

Seit rund 13 Jahren flimmert "Sturm der Liebe" im Nachmittagsprogramm der ARD über die Bildschirme und hat die Zuschauer seitdem mit 7977 Küssen, 44 Hochzeiten, 23 Scheidungen und 15 Morden unterhalten. Anlässlich der 3000. Folge verrät Produzentin Bea Schmidt nun, was Sahnetorten und Essiggurken mit dem Erfolg der Serie zutun haben.

Party im "Fürstenhof"

Auch in der Jubiläumsepisode, die am Donnerstag um 15.10 Uhr ausgestrahlt wird, darf gefeiert werden: Hoteldirektor Werner Saalfeld (Dirk Gabula) wird 75! Eine gute Gelegenheit, auch einige beliebte Stars von früher wieder vor die Kamera zu holen - wie den Schauspieler Gregory B. Waldis aus Staffel eins.

Seit 13 Jahren überrascht die Serie um Liebe und Intrigen im Hotel Fürstenhof, die in den Bavaria Studios in Grünwald bei München gedreht wird, mit Quoten wie sie für eine Serie im Nachmittagsprogramm ungewöhnlich sind. Die meistgesehene Folge 304 vom 18. Januar 2007 hatte nach Angaben der Produktionsfirma Bavaria Fiction mit 4,56 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von 26,2 Prozent.

"Sturm der Liebe" und "Rote Rosen" haben sich durchgesetzt

"Damals war der Hype am größten und wir hatten Quoten erreicht, die für eine tägliche Serie im Nachmittagsprogramm eigentlich unrealistisch waren.", sagt Produzentin Bea Schmidt im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Dass es so nicht dauerhaft weitergehen konnte, war klar." Derzeit schalten jeden Tag im Schnitt 1,5 Millionen Zuschauer ein. Das bedeutet einen immer noch guten Marktanteil von 14 Prozent.

Aus Sicht der Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher von der Uni Hamburg gibt es zwei Gründe für den Erfolg: "Eine ganz klar regionale Zuordnung und immer wieder neue Figuren in einem altbekannten Setting."

Das ist für sie auch die Ursache dafür, dass von den Telenovelas, die vor allem um die Jahre 2005/06 zahlreich aus dem Boden gestampft wurden, im deutschen Fernsehen im Grunde nur noch "Sturm der Liebe" und "Rote Rosen" (ebenfalls im Ersten) übrig geblieben sind. "Verliebt in Berlin", "Anna und die Liebe" oder "Bianca - Wege zum Glück" sind längst Fernsehgeschichte.

Zwischen den Sahnetorten muss es auch mal eine Essiggurke geben

Anders als Seifenopern haben Telenovelas einen klar definierten Anfang und ein festes Ende; normalerweise dauern sie maximal ein Jahr. "Sturm der Liebe" hat diese Grenzen aufgeweicht. Zwar gibt es immer wieder neue Liebespaare - das 15. steht gerade in den Startlöchern und soll im Oktober auf dem Bildschirm starten - die Rahmenhandlung und die Nebenrollen aber bleiben konstant. Von "Daily Novela" sprechen die Macher der Serie darum inzwischen.

"Eine Mischung aus Vertrautem und Neuem", nennt Fernseh-Expertin Bleicher das Erfolgsrezept. Und die Schauspieler seien einfach besser als damals bei der privaten Konkurrenz. "Beim Casting haben die bei der ARD auch ein besseres Händchen."

Produzentin Bea Schmidt beschreibt das Erfolgskonzept der Serie so: "Wir haben immer einen spannenden, oft auch kriminellen Intrigen-Strang, und es gibt oft Reaktionen von Zuschauern, die sich regelrecht erzürnen über die Boshaftigkeit einer Rolle. Aber ich bin überzeugt: Wenn wir diesen Teil nicht hätten, würden sich die Zuschauer irgendwann langweilen. Man kann nicht immer nur Sahnetorte essen. Es muss auch mal die Essiggurke sein."

Dogs of Berlin
fri / DPA