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Amoklauf im TV: Wie Claus Kleber mit einem coolen Tweet einen Kritiker ruhigstellt

Die Berichterstattung im TV über den Amoklauf von München war schnell und umfangreich. Dennoch gab es auch Kritik - die Moderator Claus Kleber aber nicht auf sich sitzen lassen wollte.

Claus Kleber berichtet im "heute journal" über München

Hatte einen arbeitsreichen Freitagabend: "heute journal"-Moderator Claus Kleber

Auch vor dem Fernseher war es kein Freitag wie andere. Nach dem Anschlag in München interessierten sich die Zuschauer vor allem für Nachrichten so stark wie sonst selten. Und die Sender reagierten zum Teil schnell. Von der "Tagesschau" im Ersten gab es bereits um 19.23 Uhr eine Sonderausgabe, die gut 25 Minuten dauerte und 2,18 Millionen Zuschauer hatte. Die klassische Tagesschau um 20 Uhr folgte mit einer XL-Ausgabe von 75 Minuten Länge: 5,08 Millionen schalteten ein. Sie war die meistgesehene Sendung des Abends.

Die Ereignisse in München ließen das geplante Programm der Sender zum Teil schnell Makulatur werden. Im Ersten schloss sich an die "Tagesschau" nicht der übliche Freitagsfilm an, sondern es folgten um 21.15 Uhr direkt die "Tagesthemen" - ebenfalls eine XL-Variante mit einer Länge von knapp 3 Stunden und 15 Minuten. Zusammen kamen beide, "Tagesschau"- und "Tagesthemen", damit auf fast fünf Stunden Nachrichtenprogramm - an einem Abend.

Fünf Stunden Nachrichten in der ARD

Das ZDF sendete nicht durchgehend, entschied sich aber für mehrere Sonderausgaben. Bereits die übliche "heute"-Sendung um 19 Uhr verfolgten 3,80 Millionen Zuschauer - der Marktanteil war mit 20,9 Prozent sogar höher als der der "Tagesschau" eine Stunde später. Ein "heute spezial" rund eine Dreiviertelstunde danach schalteten 1,98 Millionen Zuschauer ein. Schon bald danach gab es gegen 20.25 Uhr ein "heute journal spezial" mit 2,87 Millionen Zuschauern. Eine weitere Sonderausgabe gegen 21.20 Uhr kam sogar auf 3,57 Millionen Zuschauer. Und die eigentliche Ausgabe, die dann verspätet um 21.54 Uhr startete, schauten noch einmal mehr: 3,96 Millionen.

Sender reagierten schnell und umfangreich auf München

Anders als noch vor einer Woche beim Putschversuch in der Türkei zeigten sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten dem Ereignis durchaus gewachsen. Doch es gab auch Kritik an der Berichterstattung, die sich an manchen Stellen doch sehr in Spekulationen erging. So rügte etwa die FAZ, dass die Sender live die Dinge erklärten, ohne wirklich zu wissen, was vor sich ging.

Dem Autor Michael Hanfeld brachte das auf Twitter eine launige Rüge von "heute journal"-Moderator Claus Kleber ein. "Wenn Sie wieder darüber lästern, dass sich einer live verspricht, hole ich den hier aus Ihrer Tastatur" - samt Bild von einer zerbrochenen Löschtaste einer PC-Tastatur. Was Kleber meint: Anders als die ganzen Schlauschnacker in den Zeitungsredaktionen haben Moderatoren live eben kein Korrekturinstrument zur Verfügung.

Auch bei RTL gab es an diesem auch für Medien denkwürdigen Freitag eine Programmänderung: "RTL aktuell" begann wie üblich bereits um 18.45 Uhr - wurde allerdings bis 22.01 Uhr ebenfalls erheblich verlängert. Die Nachrichtensendung wurde damit zum mehr als dreistündigen Spezial zur Entwicklung in München und hatte im Schnitt 2,97 Millionen Zuschauer. Sat.1 beließ es bei einem nur drei Minuten kurzen "Sat.1 Nachrichten Spezial", aber auch das wollten bis zu 2,03 Millionen Zuschauer sehen.

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