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Andeutungen bei "Maybrit Illner": Gottschalks Hintertür bei "Wetten, dass ..?"

Gerade hatte Thomas Gottschalk seinen Rücktritt als "Wetten, dass ..?"-Moderator bekanntgegeben, da bringt er sich schon wieder in Stellung. Schwächt er schon seinen Nachfolger, ehe der überhaupt gefunden ist? Das ZDF lässt sich zumindest eine Hintertür offen.

Von Carsten Heidböhmer

Es könnte der perfekte Abgang sein: Als Thomas Gottschalk am vergangenen Samstag seinen Abschied als Moderator von "Wetten, dass ..?" ankündigte, schien er den richtigen Zeitpunkt gefunden zu haben. Er witzelte noch, Mubarak sei ihm mit dem Rücktritt zuvorgekommen. Aber im Gegensatz zu dem ägyptischen Staatspräsidenten brauchte Gottschalk keine Massendemonstrationen, um zu erkennen, wann seine Zeit abgelaufen ist. Für seine Rückzugsankündigung wurde Gottschalk mit hymnischen Zeitungsartikeln bedacht, was der Entertainer mit Genugtuung registrierte. "Im Gegensatz zu Peter Alexander konnte ich die Nachrufe auf mich selbst lesen", sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner".

Doch in der gleichen Sendung gab er Sätze zu Protokoll, die seinen glücklich gewählten Abschied wieder infrage stellen. "Es ist wirklich kein Drama, wenn ein Moderator nach 25 Jahren bei einer Sendung sagt: 'Nun ist gut'", hob Gottschalk an. Und legte dann los: "Wer auch immer mir nachfolgt, stellt das Ding wieder auf null, und zeigt mal, wie gut es geht - und wenn es nicht geht: Ich bin ja nicht aus der Welt". Der 60-Jährige wirft damit die Frage auf, wie ernst es ihm mit dem Rückzug ist. Es entsteht der Eindruck, dass da jemand den Rücktritt vom Rücktritt vorbereitet, ehe dieser überhaupt vollzogen ist.

Einfacher wird es für den Neuen nicht

Was macht das mit seinem Nachfolger? Nach wie vor werden Jörg Pilawa die besten Chancen eingeräumt. Ob letztlich er oder ein anderer Kandidat das Rennen macht: Einfacher wird es für den Neuen nicht, wenn Gottschalk jederzeit bereitsteht, die Show zu übernehmen.

Wird damit also die Nachfolgersuche erschwert? Beim ZDF will man davon nichts wissen. Dort nimmt man die Äußerungen des großen Blonden nicht zu ernst. Herr Gottschalk äußert sich, wie er möchte, heißt es in der Pressestelle. Den besagten Satz über seinen Nachfolger habe Gottschalk mit einem Schmunzeln gesagt - so sieht man das in Mainz. Dass Gottschalk aber auch 2012 "Wetten, dass ..?" moderiert, möchte der Sender nicht ganz ausschließen. "Rufen Sie im nächsten Jahr noch einmal an, dann bekommen Sie eine Antwort auf die Frage", hieß es auf Anfrage. Die Tür scheint nicht ganz versperrt zu sein. Auch das wird der neue Moderator registrieren.

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