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"Goodbye Deutschland" Kein Hausboot, keine Millionen: Das Leben der neuen Kelly Family

Angelo Kelly, Gregor Meyle
Gregor Meyle zu Besuch bei Angelo Kelly, dessen Frau Kira und den fünf Kindern in Irland.
© VOX / Angelo Kelly
Diese Woche widmete sich "Goodbye Deutschland" dem neuen Familienleben von Angelo Kelly, seiner Frau und den fünf Kindern in Irland. Es wurde dramatisch, idyllisch - und dann war plötzlich Gregor Meyle da.

Kennen Sie noch die amerikanische Serie "Die Waltons"? Die Sendung aus den 70ern zeigte das einfache Leben einer Großfamilie in den Bergen von Virginia. Geld gab es kaum, Arbeit viel, dafür hatten sich alle lieb und die Natur war atemberaubend schön. Wer am Dienstagabend zu "Goodbye Deutschland" einschaltete, hätte sich fast bei den Waltons wähnen können: In groben Strickpullovern saßen da Angelo Kelly und seine Familie einträchtig ums Lagerfeuer und gaben irische Folk-Songs zum Besten. Idylle pur. Der erste Teil ihrer Auswanderergeschichte hatte in der vergangenen Woche für einen Quotenrekord gesorgt, dieses Mal ging es zunächst um die dramatische Geschichte hinter dem Entschluss.

Denn 2009 sah das Leben von Angelo Kelly, 34, und seiner Frau Kira, 37, noch ganz anders aus. Die Familie lebte in Bonn, doch Angelo war mit seiner Musik viel unterwegs, was besonders für seine Frau eine große Belastung darstellte. Damals erlitt sie eines Nachts einen epileptischen Anfall, lag eine halbe Stunde auf dem Boden, weil sie allein mit den Kindern war. Kurz darauf das nächste Drama: Ihre Tochter Emma, zu diesem Zeitpunkt erst drei Jahre alt, stürzte von einer Rutsche und drohte, an verschlucktem Sand zu ersticken.

Angelo Kelly dachte, seine kleine Tochter müsse sterben

"Dieser Moment war sehr heftig, ich dachte, sie stirbt", erzählt Angelo Kelly. "Am nächsten Tag wusste ich, es kann alles so schnell gehen." Spontan schlug er seiner Frau vor, alles hinter ihnen zu lassen und gemeinsam mit einem alten Bus durch Europa zu fahren. Drei Jahre dauerte diese Tour, bevor sie sich ein altes Haus in Irland kauften und sesshaft wurden.

Die Sendung zeigte nun das Leben der Kellys und ihrer fünf Kinder dort. Man sieht sie beim Holz hacken, Gemüse anbauen, Eisen schmieden - es wirkt fast so, als sei die Familie nicht nach Irland, sondern ins Mittelalter ausgewandert. Das ist alles jedoch nichts gegen die Kindheit von Angelo Kelly, der mit seiner erfolgreichen Großfamilie bekanntlich ebenfalls erst in einem Bus und später auf einem Hausboot in Köln wohnte. "Hier haben Maite und ich jeden Tag Wasser gepumpt für den Abwasch", zeigt Angelo seinem Sohn Gabriel, als die beiden das berühmte Boot besichtigen, das mittlerweile im Technikmuseum in Speyer steht.

Die Kelly-Family-Millionen sind weg

Von den Millionen, die die Kelly Family damals verdient hat, ist übrigens nichts mehr übrig. "Anfang der 2000er war alles weg, es waren im Gegenteil viel Schulden da", sagt Angelo. Mehr erfährt man nicht, nur, dass diese mittlerweile abbezahlt sind. Auch darüber, wie das Verhältnis der Kelly Family heute untereinander ist, wird geschwiegen. Was wenig verwundert, denn Angelo Kelly war mit Buch und Regie an der Inszenierung der Sendung beteiligt.

Dass der Sender Vox auch die Finger im Spiel hat, merkt man erst, als plötzlich ein Besuch von Gregor Meyle ansteht. Er wird als guter Freund von Angelo verkauft, wundert sich jedoch erst einmal, dass der 14-jährige Gabriel Deutsch spricht. Gemeinsam wird für die Kamera Musik gemacht und Meyle fasst für den Zuschauer noch einmal das Phänomen zusammen: "Das Kelly-Gen wird hier auf jeden Fall weitergegeben. Die Kinder sind so selbstständig und hilfsbereit - so etwas habe ich noch nie erlebt." Außer bei den Waltons vielleicht.


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