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"Bares für Rares": Händler im Kaufrausch - darum bringt ein Plastikglobus das Doppelte der Expertise

Ein aufblasbarer Globus bringt "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter zum Staunen. Der "Wasserball" entpuppt sich als Rarität – und erzielt weit mehr als den Schätzpreis.

Ein Globus bei "Bares für Rares"

"Bares für Rares"-Experte Sven Deutschmanek (l.) erklärt Horst Lichter, was es mit dem Globus von Verkäufer Alexander Nagler (r.) auf sich hat.

ZDF

Alexander Nagler ist Trödelfan. Der Münchner schlendert gerne durch Antiquitätengeschäfte in seiner Heimatstadt. Ein Stück hat es dem 38-Jährigen dort sofort angetan: ein beiger Globus. "Den musste ich kaufen", sagt Nagler. Das Besondere: Das aus Plastik gefertigte Stück ist wie ein Wasserball aufblasbar. "Das hätte ich nicht erwartet, ich dachte der wäre aus dünnem Holz, weil er so glänzt", staunt "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter in der Sendung vom Montag. Nagler will den Globus verkaufen. Doch handelt es sich tatsächlich um eine Rarität oder eine billige Plastikimitation?

"Bares für Rares"-Experte Sven Deutschmanek entschlüsselt die Herkunft des Balles. "Er wurde von der Firma Hammond's International Globe gefertigt. Die saß in New York und hatte sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts auf die Herstellung von Landkarten und Globen spezialisiert", weiß Deutschmanek. Es handle sich aber nicht um Spielzeug, wie ähnliche Wasserbälle. Der Globus sei deshalb aufblasbar, damit er einfacher zu verschicken war. "Dann war das nur ein ganz kleines Paket."

"Bares für Rares"-Experte findet Hinweis auf Alter

Um das Alter des Globus festzustellen, schaut sich Deutschmanek die eingezeichneten Länder sehr genau an. "An den Landesgrenzen verändert sich immer mal was, daran kann man sehr gut den Zeitraum eingrenzen." Da noch Französisch Westafrika auf der Karte zu finden ist, datiert Deutschmanek die Herstellung auf vor 1958. "Ich vermute, dass er Anfang der 50er hergestellt wurde. Ein sehr, sehr schönes Stück."

Doch was ist ein aufblasbarer Globus aus den 50er Jahren heute wert? "Ich hätte gerne 120 bis 150 Euro dafür", sagt Verkäufer Nagler. Der Experte setzt den Schätzpreis etwas niedriger an. "Ich denke, da kann man 100 Euro für ausgeben", sagt er. Jetzt sind die Händler gefragt - und denen gefällt der aufblasbare Globus ausgesprochen gut.

Die Händler sind begeistert

"Der ist cool, super dekorativ", sagt "Bares für Rares"-Händlerin Esther Ollick. Wolfgang Pauritsch startet mit einem Eröffnungsgebot von 70 Euro. Es entsteht ein Bietergefecht zwischen Ollick, Pauritsch und Walter "Waldi" Lehnertz. "Ich biete 200 Euro", sagt Pauritsch, Ollick geht sogar noch 20 Euro höher. "Für einen Schwimmball 220 Euro, das ist schon heftig“, urteilt Pauritsch und steigt aus. Auch Lehnertz will nicht mehr bieten. Das Geschäft macht Ollick. Verkäufer Nagler erhält mehr als das Doppelte der Expertise und sagt: "Ich bin sehr zufrieden."

mai