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BBC-Show "Question Time": Frau äußert sich in TV-Sendung rassistisch – das Gesicht ihres Sitznachbarn spricht Bände

Als eine Frau in einer BBC-Fernsehsendung zu rassistische Parolen greift, schneidet ihr Sitznachbar Grimassen. Die Bilder sprechen vielen Zuschauern aus der Seele.

Wöchentlich wird vom britischen Fernsehsender BBC One die Sendung "Question Time" ausgestrahlt. Das Besondere an der Show: Die Zuschauer nehmen darin einen großen Part ein. Das Publikum im Studio bekommt die Möglichkeit, sich zu aktuellen Fragen der Politik zu äußern, einzelne Bürger dürfen ihre Meinung vor einem Millionenpublikum an den Bildschirmen sagen.

Kürzlich ging es in der Sendung um die Frage der Einwanderung nach Großbritannien : Wer darf ins Land kommen? Spätestens seit dem vollzogenen Brexit wird das Thema auf der Insel intensiv diskutiert. Immer wieder sind dabei auch rassistische und ausländerfeindliche Parolen zu hören. So wie bei "Question Time": Eine Frau aus dem Publikum sprach von einer "Flut" von Ausländern, die das Vereinte Königreich überschwemme. Will Austin, der Mann neben ihr, gab mit seinem Gesichtsausdruck klar zu verstehen, was er davon hielt – und ist damit zu einem kleinen Star im Internet geworden.

Mundwinkeln nach unten, Augenbrauen hoch – Mimik spricht Zuschauern aus der Seele

Die Frau aus London brach in der Sendung in eine regelrechte Tirade aus: "Wir sollten die Grenzen komplett schließen, genug ist genug", forderte sie. Immer, wenn die Kamera etwas vom Gesicht der Rednerin wegzoomte und die anderen Personen aus dem Publikum zeigte, war auch ihr Sitznachbar zu sehen. Der konnte die Äußerungen offenbar kaum fassen – jedenfalls machte das seine leidende Mimik deutlich.

Will Austin zog die Mundwinkel nach unten und die Augenbrauen nach oben. Sein Blick verriet ungläubiges Staunen. Zuschauer der Sendung posteten Videos und Screenshots davon auf Twitter, die Bilder verbreiteten sich schnell im Netz. Viele konnten die Verzweiflung des Mannes angesichts der rassistischen Parolen gut nachvollziehen. "Er versucht, verzweifelt ein Signal zu senden, dass ihn jemand aus dieser Hölle befreien soll", twitterte ein User. "Armer Kerl." Andere spekulierten, dass Austin gern auf einen anderen Sitzplatz wechseln wollte.

Auf Twitter bedankte sich Austin für die Aufmerksamkeit und schilderte seine eigenen Eindrücke aus der Sendung: Er sei "überwältigt von der Unterstützung und der Freundlichkeit seit meinem 'Question Time'-Trauma". Er habe 30 Jahre lang nach den richtigen Argumenten gesucht, jetzt müsse er feststellen, dass sein Gesichtsausdruck mächtiger als seine Worte sei. Seine Mitbürger forderte er mit dem Hashtag #facesagainstracism, also "Gesichter gegen Rassismus", dazu auf, es ihm gleichzutun: "Lasst es uns alle machen." Seine berühmte Grimasse verwendet er jetzt als Profilbild auf seine Twitter-Account.

Quellen: "BBC Question Time" auf Twitter / Will Austin auf Twitter

epp