Beteiligung von Stefan Aust N24-Geschäftsführer will Sender übernehmen


N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann plant, den zu ProSiebenSat.1 gehörenden Berliner Nachrichtensender selbst zu erwerben. An der geplanten Gründung einer gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft, die dann N24 erwerben würde, würde sich unter anderem auch Stefan Aust beteiligen.

Der Geschäftsführer von N24, Torsten Rossmann, will den zum Medienkonzern ProSiebenSat.1 gehörenden Berliner Nachrichtensender selbst übernehmen. Rossmann habe für den Fall eines Verkaufs sein Interesse an einem Management-Buyout dem Vorstand mitgeteilt, sagte N24-Sprecherin Kristina Faßler am Dienstag in Berlin. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch). Um die Übernahme vorzubereiten, sei die Gründung einer Beteiligungsgesellschaft geplant, zu der auch Ex- "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust gehöre.

Aust bestätigte sein Interesse an dem Sender. Falls ProSiebenSat.1 den Sender verkaufen wolle, würde er sich gerne beteiligen. Er und Rossmann würden dann die Mehrheit an der Beteiligungsgesellschaft halten. "Im Prinzip wäre das ein Management-Buyout mit externer Beteiligung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg. Sie beschäftigten sich seit vielen Jahren mit Fernsehen und hätten Erfahrungen damit, Nachrichten, Magazinstücke und Talkshows zu machen, sagte er. Rossmann schätze er sehr.

"Er verfügt über exzellente Kontakte und könnte in der weiteren Planung an der Entwicklung von Formaten und Konzepten für den TV- Markt mitwirken", sagte Rossmann im "Tagesspiegel" (Mittwoch) über Aust. Die operative Führung des neuen Unternehmens läge bei Rossmann. Der Kaufpreis für N24 und die Tochtergesellschaft Maz & More sei zum jetzigen Zeitpunkt schwer einzuschätzen.

Bislang liefert N24 neben dem eigenen Programm auch für die Schwestersender wie Kabel eins, ProSieben und Sat.1 die Nachrichten. Auf die Fortsetzung dieser Zulieferung setzt Rossmann: "Für uns wäre die Beauftragung des Senders mit der Nachrichtenproduktion eine wesentliche Voraussetzung für unser Geschäftsmodell." Rossmann betonte, dass bei N24 möglichst viele Mitarbeiter bleiben sollen. "Wir glauben, dass wir das besser hinkriegen als jeder andere Käufer." Die Wirtschaftskrise macht derzeit auch den Fernsehsendern zu schaffen, weil die Einnahmen durch Werbung schwinden. Anfang Dezember hatten die N24-Mitarbeiter in einem offenen Brief gegen mögliche Einschnitte bei ihrem Sender protestiert.

Der Vorstandsvorsitzende der Senderfamilie, Thomas Ebeling, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", eine von mehreren Optionen sei, den Sender zu verkaufen. "Wir sehen uns jetzt genau an, welche potentiellen Interessenten es für N24 gibt und ob es möglich wäre, den Sender zu angemessenen Bedingungen zu veräußern." Eine Schließung von N24 sei keine Option. Auch könne keine Rede davon sein, dass ProSieben, Sat.1 und Kabel eins künftig ohne Nachrichten auskommen müssten. "Natürlich werden Sat.1, ProSieben und Kabel eins weiterhin Nachrichten zeigen. Dazu stehen wir."

In den vergangenen Wochen hatten sich die Landesmedienanstalten als Aufsichtsgremien für die Privatsender besorgt gezeigt, dass der wirtschaftliche Druck das duale Rundfunksystem aus öffentlich- rechtlichen und privaten Sendern gefährden könne. Sie warnten vor einer Aushöhlung gerade der Nachrichten- und Informationsprogramme.

AP/DPA AP DPA

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