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Nach Auftritt in Kiel: "Gezielte Falschinformationen": Dieter Nuhr kritisiert Berichterstattung - Artikel inzwischen gelöscht

Ein Auftritt von Dieter Nuhr in Kiel sorgt für Wirbel. Der Comedian sieht sich falsch dargestellt und kritisiert die Berichterstattung mehrerer Medien. Den "Kieler Nachrichten" wirft er vor, Aussagen erfunden zu haben. Die Regionalzeitung hat darauf reagiert.

Dieter Nuhr soll Greta Thunberg mit Hitler und Stalin verglichen haben

Es war ein lokaler Auftritt in der Sparkassen-Arena Kiel, doch er schlägt hohe Wellen: Comedian Dieter Nuhr hat sich am vergangenen Samstag auf der Bühne erneut zu Greta Thunberg geäußert. Die Klimaaktivistin ist ein Thema, an dem sich der 59-Jährige in den vergangenen Wochen mehrfach abgearbeitet hat.

Ein Journalist der "Kieler Nachrichten" war vor Ort und hatte über Nuhrs Auftritt berichtet. In dem Text, der hinter der Paywall auf "kn-online.de" stand, hieß es unter anderem: "[...] Er dreht die Schraube noch weiter und provoziert mit einer Analogie, die Gretas Radikalität sinngemäß mit den Folgen der Ideologie 'Hitlers oder Stalins' in Verbindung bringt; heftig und eines eigentlich klugen Kopfes unwürdig."

Dieter Nuhr reagiert mit Facebook-Posting

Diesen Satz griffen zahlreiche Medien auf und spitzten ihn auf den Greta-Hitler-Stalin-Vergleich zu. Der stern kommentierte Nuhrs Auftritt mit dem Hinweis, dass viele Nuhrs vermeintlichen Provokationen auf den Leim gingen - ohne allerdings zu wissen, was der Comedian in Kiel wirklich gesagt hatte.

In mehreren Facebook-Postings kritisiert Nuhr nun die Berichterstattung, auch den stern-Kommentar knöpfte er sich vor. Für ihn allerdings zentral die Kritik an den "Kieler Nachrichten": Nuhr behauptet, die Zeitung würde "gezielte Falschinformationen" verbreiten. "Die Aussagen in den 'Kieler Nachrichten' lassen alle Grundlagen seriösen Journalismus vermissen", schreibt er.

"Kieler Nachrichten" löschen kritisierten Artikel

Der Comedian wehrt sich gegen Aussagen in dem Text, die er auf der Bühne getätigt haben soll und bezeichnet sie als "frei erfunden" und "unwahr". "Ich habe Greta nicht mit der Ideologie Hitlers oder Stalins in Verbindung gebracht. Dies wäre völlig irrsinnig", so Nuhr.

Dieter Nuhr

Comedian Dieter Nuhr eckt mit seinen Witzen immer wieder an

DPA

Die "Kieler Nachrichten" reagierten mit einem am Dienstagabend publizierten Artikel auf Nuhrs Vorwürfe. "Wir bedauern dies sehr und entschuldigen uns an dieser Stelle bei Dieter Nuhr", schreibt Chefredakteur Christian Longardt. Es habe "einige missverständliche Formulierungen in der Rezension" gegeben. Äußerungen Nuhrs über den Klimawandel seien "unglücklich wiedergegeben" worden. Die Zeitung dementiert hingegen nicht, dass Nuhr auf der Bühne eine Verbindung hergestellt habe zwischen der ideologischen Radikalität von Gretas Forderungen und den verheerenden Folgen der Diktaturen von Hitler und Stalin. Dennoch haben sich die "Kieler Nachrichten" dazu entschieden, den von Dieter Nuhr kritisierten Beitrag zu löschen.

jum