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Dschungelcamp 2015, Tag 5: Präsidenten kotzen nicht

Kindergartenprobleme plagen das Kindergartencamp: Angelina hat Heimweh. Walter und Jörn mögen nicht aufessen. Und alle fragen sich: Wer hat über den Rand gepinkelt?

Von Jens Wiesner

Da will einer seinen Teller nicht aufessen: Jörn Schlönvoigt und Walter Freiwald bei der Dschungelprüfung

Da will einer seinen Teller nicht aufessen: Jörn Schlönvoigt und Walter Freiwald bei der Dschungelprüfung

Vielleicht ist es ja ein Trost für Grisu, den kleinen Feuerwehrdrachen. Da lebt auf unserem Planeten tatsächlich ein Wesen, das seinen Schlauch noch weniger unter Kontrolle hat als er. Der Name: Rolfe. Bislang eher verhaltensunauffällig durch das Dschungelcamp geschlonzt, zeigte sich heute, dass diesen Mann sehr viel tiefergehende Brillen-Probleme plagen als angenommen - die, die er aufsetzen muss, drückt er mit dem Hintern platt. Vor denen, auf die er sich besser setzen sollte, bleibt er stehen. Die feuchten Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Auf dem einzigen Abort des Camps herrschte Waterloo im Wortsinn. Oder sagen wir lieber: Ottonormalzustand in der Zugtoilette.

Aber, Schwamm drüber. Wo sich in vergangenen Staffeln stalineske Veschwörungstheorien und GEZ-würdige Schnüffeleien Bahn gebrochen hätten, verpuffte die Empörung am Lagerfeuer schneller, als der durchschnittliche Twitter-User "Shitstorm" tippen kann. Ratlos zurück blieb nur der Zuschauer. Sind wir hier noch beim Dschungelcamp oder bei einer Neuverfilmung der "Kinder von Bullerbü"?

"Hybris, Hybris"

Schlaff und kraftlos wie Walters Herrentitten mäanderte der Tag vor sich her. Dabei lagen die Zutaten für echtes Drama auf einem Präsentierteller so groß wie Patricia Blancos Vorderbau: Sex-Geständnisse. Busengrabscher. Stripper-Beichten. Prüfungs-Fails. Psychospielchen. Alles da. Dazu ein Käpt'n Blaubär in Bestform, der mit weiteren Dönekes aus dem erstaunlichen Berufsleben des Walter Freiwald amüsierte.

"Ich hab' mich mal als Bundespräsident beworben," gestand jener Mann, der in den 90ern einen Chartbreaker mit der Techno-Hymne "Hybris, Hybris" hingelegt hatte. Und schob sogleich nach, welche Tugenden ihn für den Job qualifizierten. "Weil ich die Aura habe, die Ausstrahlung. Ich habe die Rhetorik drauf, die ich auch fürs Ausland brauche, um mich dort mit anderen Regierungsonkels zu treffen." Sprach's und grinste sich einen.

Dschungelcamp-Tagebuch (5): Undercover auf dem Weg zu Walter

Walter, ihm schmeckt's nicht!

Aber warum eigentlich nicht? Haltung hat der Freiwald ja, das muss man ihm lassen. Allein dieser Rücken. Als hätte Balu der Bär, einmal zu häufig auf Affenkönig Louie eingeschlagen. Am fünften Tag von "Ich bin ein Freiwald, holt mich hier raus!" ging der Ruck aber nicht durch Deutschland, sondern mitten durch den Magen des Tausendsassas. Der erwies sich bei der Dschungelprüfung nämlich alles andere als staatstragend.

Während Camp-Schwiegersöhnchen Jörn schluckte, als wolle er sich mit Melanie Müller für eine Neuverfilmung von "Deep Throat" bewerben ("Bitte, lass es Sperma sein!"), blieb Walthusalix bereits die erste gebackene Tarantel im Halse stecken. Würg, würg. Röchel, röchel. Spuck, spuck. So wird das nix mit Amt und Würden, Walter. Ein echtes Staatsoberhaupt muss die Zähne auch mal zusammenbeißen und schlucken. Babo Gauck kann den Haggis ja auch nicht einfach so rauswürgen, wenn er mit Schottlands erster Ministerin diniert.

Die Strafe folgte auf dem Fuße: Morgen muss Walter wieder ran - aber diesmal läuft er mit einem gewissen Heimvorteil auf. Die Dschungelprüfung "Am schlauchenden Band" belebt einen alten Gameshow-Klassiker neu. Die mit dem anderen großen Showholländer der Bundesrepublik.

Ein Camp, gefangen in der Friendzone

Apropos Mund voll. Das ist eine schöne Überleitung, um endlich das Thema Sex-Geständnisse, Busengrabscher und Stripper-Beichten anzuscheiden. Klingt spektakulär, war es aber nicht. Denn dieses Dschungelcamp leidet unter einem ernsthaften Friendzone-Problem. Was in früheren Staffeln große Wellen geschlagen hätte, bei diesem Grüppchen klingt es entweder nach Schullandheim oder kommt ihnen so natürlich und unaufgeregt über die Lippen, dass wir Zuschauer nur mit den Schultern zucken können.

Sara und Aurelio haben also einige Jahre professionell gestrippt? Sollen sie doch. Patricia war als 18-Jährige mit einem 60-jährigen zusammen? Wen wundert's bei dem Vater-Komplex. Tanja und Sara befummeln Patricias Silikon-Implantat? Da hätte Platon gleich persönlich zugreifen können.

Selbst RTL scheint die Hoffnung aufgegeben zu haben, in diesem Jahr ein erotisches Feuerwerk abbrennen zu können - und sei es nur ein gut gespieltes. Stattdessen weht der kühle Wind der Resignation durch den Dschungel. Noch einmal zum Mitschreiben: Da betatschen zwei (Wannabe)-Models den Silikonbusen von Roberto Blancos Tochter - und der Sender versucht noch nicht einmal, das ganze in Richtung Lesbenporno zu schneiden? Faszinierend.

Was sonst noch auffiel...

• Auf dem Speiseplan der "Dschungel-Kneipe": gebackene Taranteln; ein "frisch Gezapftes" aus pürierten Kakerlaken und Kotzfrucht; gekochte Entenfüße; ein Chilli con Carne aus Käsefrucht, Kakerlaken, Grillen und Mehlwürmern; Kamelpenis und Buschschleimsperma

• Erspielte Sterne bei der Dschungelprüfung: 5 von 11

• Kandidaten für die morgige Dschungelprüfung: Walter und Tanja

• Erstes Camp-Heimweh mit Tränchen: Angelina ("Wenn du hier so viel Zeit hast nachzudenken, wird dir alles so bewusst, was du falsch machst.")

• Aurelios Strippername: "Auri de la Rosa"

• "Du kannst mir mal im Morgengrau'n den Käse von der Kuppe kau'n." Saras Lebensweisheiten in Sachen Sex

• Patricias Brüste zu betatschen, gibt Tanja "Energy"

• Erkenntnis des Tages: Maren "Ich bin eindeutig die berühmteste im Camp" Gilzer kann ja richitg bockig werden

• Schönster Camper (nach Selbsteinschätzung der Gruppe): Aurelio (einstimming)

• Fleißigster Camper (nach Selbsteinschätzung der Gruppe): Jörn (einstimming)

• Berühmtester Camper (nach Selbsteinschätzung der Gruppe): Maren (umstritten)

• Golderner Tarnumhang des Tages: Benjamin Boyce

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(