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Dschungelcamp: Wie gefährlich ist die grüne Hölle?

Am Freitag ziehen zehn unerschrockene Promis in den australischen Dschungel, der von RTL als der "gefährlichste der Welt" bezeichnet wird. Doch sind Schramm, Bond und Leidensgenossen wirklich in Lebensgefahr? Ein Blick hinter die Kulissen des Camps.

Von Katharina Miklis

Es ist der gefährlichste Dschungel der Welt. Die giftigsten Pflanzen und die gefährlichsten Tiere sind dort zu Hause. Zwei Wochen lang müssen die Insassen des RTL-Camps im Buschabenteuer "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" den Gefahren des Urwalds trotzen. So abenteuerlich verkündet es zumindest RTL.

Doch wie gefährlich ist es für die Teilnehmer der Schlamm-Komödie wirklich? Wie viel ist real und was ist Kulisse? Und wo liegt das Camp eigentlich, in dem die "Prominenten" den angeblich so großen Gefahren der Wildnis ausgesetzt werden? RTL macht aus dem genauen Ort ein Geheimnis. Die Angaben sind eher vage: "Das Camp liegt nahe der australischen Gold Coast in Queensland, circa 90 Minuten von Brisbaine entfernt."

Fakt ist, dass der "gefährlichste Dschungel der Welt" ein von der britischen Produktionsfirma "Granada TV" errichteter Filmpark an der Ostküste in Down Under ist. Seit dem Jahr 2002 läuft das Erfolgsformat "I'm A Celebrity, Get Me Out Of Here!" in Großbritannien. Für den britischen Sender ITV wurden bereits acht Staffeln produziert.

Gedreht wird auf einem ehemaligen Farmgelände. In Internetforen und britischen Medien findet man immer wieder den Hinweis auf eine 8000-Einwohner-Stadt im australischen Bundesstaat New South Wales: Murwillumbah, genauer gesagt die dortige Gemeinde Dungay. Sie liegt zirka fünf Kilometer vom Stadtzentrum Murwillumbahs entfernt. Auf der umgebauten Farm soll "Dr. Bob", der Dschungelarzt, seine Praxis haben und dort soll auch ein Teil der Prüfungen abgedreht werden, gleich daneben soll der Eingang zum Urwald sein.

Journalisten und Besucher haben jedoch keinen Zugang zum Gelände. Elektrodraht, Infrarotkameras, Hunde und Soldaten vom australischen Special Air Service (SAS) bewachen die "grüne TV-Hölle". 250 Menschen arbeiten insgesamt an der Produktion, Techniker aus Deutschland und Mitarbeiter von Granada TV.

Wie ein RTL-Sprecher bestätigt, liegt der Drehort wirklich mitten im australischen Dschungel. "Ein paar Tage vor Start der Sendung gehen noch einmal ein paar Mitarbeiter durch das Camp und holen Schlangen und andere giftige Tiere heraus. Das heißt jedoch nicht, dass die nicht wieder reinkommen können." Der Ort des Geschehens sieht dann allerdings doch immer mehr nach Disneyland als nach Dschungel aus. Der Badesee ist mit Teichfolie künstlich angelegt, die "gefährlichen Dschungelprüfungen" könnten aus einem Freizeitpark stammen. Nebelmaschinen sollen angeblich für die authentische morgendliche Urwald-Stimmung sorgen.

Den Zuschauern ist das egal. Sie lassen sich gerne von der RTL-Schlamm-Inszenierung berieseln. Die erste Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" brach im Januar 2004 alle Quotenrekorde. Bis zu zehn Millionen Zuschauer ließen sich vom Dschungel-Fieber anstecken. Im Finale der letzten Staffel vor einem Jahr schauten immerhin 6,5 Millionen Menschen zu. Die Sendung brachte es beim jungen Publikum auf einen Marktanteil von gut 36 Prozent. Dass es sich beim Dschungelcamp um Plastik und Attrappen handelt, wird der Quote vermutlich auch in diesem Jahr keinen Abbruch tun. Denn eines haben die bisherigen Staffeln gezeigt: Am schlimmsten für die Camp-Bewohner sind nicht die Tiere, sondern die Kandidaten selbst.

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  • Katharina Miklis