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"DSDS"-Fazit: Ein Leben nach den Superstars

Alexander Klaws, der erste Sieger, der hinter Daniel Küblbock fast verblasste und sich am Ende ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Juliette Schoppmann lieferte. Elli E., Siegerin der zweiten Staffel – was ist aus den "DSDS"-Absolventen eigentlich geworden?

15 Millionen sahen die erste Staffel, in der am Ende Alexander Klaws gegen Juliette Schoppmann das vermeintlich große Los zog. Der eigentliche Sieger hieß womöglich Daniel Küblbock, der mittlerweile 31 Fanclubs hinter sich hat. Der 17-jährige Niederbayer bestach mit entsprechendem Akzent in der Mickey-Maus-Stimme, forsch-naivem Auftreten und einem Faible für ausgefallene Klamotten und große Brillen. Da seine gesanglichen Qualitäten eher mittelmäßig sind, führte er seine TV-Präsenz im Dschungelcamp weiter und quasselte dort mit Fernsehmama und Landsmännin Lisa Fitz um die Wette.

Einen empfindlichen Dämpfer erhielt Küblböcks Karriere als er mit seinem Auto im Gurkenlaster landete. Unter regem Anteil der Medien, die quasi Live-Bilder von der OP veröffentlichen, ließ sich Daniel Küblböck kürzlich die abstehenden Ohren anlegen. Rechtzeitig zu Beginn der närrischen Saison, am 11. November dieses Jahres, veröffentlichte er sein neues Album "Liebe Nation".

Der erste Sieger ist der Traum aller Schwiegermütter

Im Gegensatz zu Daniel, der stark polarisierte, verblasst der eigentliche Sieger. Alexander Klaws wirkt wie der Traum aller Schwiegermütter: höflich, freundlich, mit glattem Teint, korrekter Klamotte und Weichspüler-Timbre in der Stimme. Wenn es ihn noch geben würde - ein Stammplatz in Dieter Thomas Hecks Hitparade wäre Alexander sicher. Mit seinem ersten Hit "Take me Tonight" stand er wochenlang auf Platz eins der deutschen Charts. Obwohl er gerne durch deutsche Samstagabend-Shows tingelt, bezieht sich die letzte News auf seiner offiziellen Homepage auf einen Auftritt am 27. Juli 2005. Alexander Klaws ist der einzige der Superstars, der bei der offiziellen Managementagentur von "DSDS" verblieben ist. Derzeit bastelt er an einem neuen Album, das nächstes Jahr erscheinen soll.

Superstar Juliette liiert mit Popstar Lucy

Juliette Schoppmann, die zweite hinter Alexander, singt vor allem in Musicals und war kürzlich in den Schlagzeilen, weil sie mit der Ex-No-Angel-Sängerin Lucy Diakovska liiert ist. Angeblich haben die beiden gemeinsam ein Häuschen in einem Vorort Kölns bezogen. Wie passend - Popstar trifft Superstar. Davor war Juliette übrigens mit Daniel Lopes zusammen, der ebenfalls in der ersten Staffel angetreten ist.

Gracia erlebte Waterloo beim Grand Prix Finale

Und dann war da noch Gracia, die Münchnerin. Zwar kam sie nicht unter die ersten Drei, bewies aber eine starke stimmliche Präsenz auf dem Bildschirm – schließlich war sie schon vorher durch etliche Talentshows getingelt. Dafür bekam sie dann sogar einen Plattenvertrag bei BMG. Wegen zu schlechter Verkaufszahlen des Album "Intoxicated" kündigte BMG den Vertrag. Sie wechselte die Plattenfirma.

Ihr neuer Produzent David Brandes sorgte im April 2005 für einen Branchenskandal, als bekannt wurde, dass er wohl ein Netz von CD-Aufkäufer beschäftigt. Dadurch sollte Gracias Singleauskopplung in die Charts gepusht werden. Die Single wurde gesperrt. Trotzdem fuhr Gracia zum Grand Prix nach Kiew. Dort erlebte sie ihr Waterloo: Sie belegte den letzten Platz. Ende November wird ein neues Album von Gracia erscheinen.

Elli E. büffelt fürs Lehrer-Examen

Von der zweiten Staffel blieb nur eine in Erinnerung. Wegen ihrer starken Ausstrahlung konnte sie sich letzendlich durchsetzen: Elli Ehrl oder Elli E., wie sie sich nennt, sieht ein bisschen aus wie eine weibliche Kopie von Daniel Küblböck. Die Tochter eines Realschuldirektors stammt ebenfalls aus Niederbayern und sorgte für einen kleinen Eklat, weil sie sich am Ende der zweiten Staffel weigerte, ihr Album mit Dieter Bohlen zu produzieren. Mittlerweile lebt Elli, 26, mit ihrer Freundin in Köln, pendelt für ihre Examensvorbereitungen nach Regensburg. Wenn sie Zeit hat, wird sie auch mal in die dritte Staffel Superstars reinschalten. "Es hat unheimlich viel Spaß gemacht damals, ich war oft unterwegs, habe nette Leute kennen gelernt. Daran denke ich gern zurück" sagt sie im aktuellen stern-Interview.

Den großen Durchbruch hat ihr „DSDS“ allerdings nicht gebracht. Die erste Single "This is my life" wurde noch 100.000 Mal verkauft, das Album floppte. "Ich hatte schon das Gefühl, dass nicht richtig an mich geglaubt wurde. Ich war halt die Elli mit den roten Haaren, die auf Frauen steht, da wusste man nichts mit anzufangen. Das Album erschien erst sechs Monate nach 'DSDS' –viel zu spät. Wenn kein Radiosender dich spielt, wenn kein Video auf Viva läuft, ist es schwer", so Elli E. gegenüber dem stern. Musikalisch bleibt sie aber am Ball, arbeitet mit Thomas Stein weiter und wird demnächst ein neues Album in Amerika aufnehmen.

Kathrin Buchner