DSDS - Deutschland sucht den Superstar

DSDS Zickenkrieg im Casting-Quintett


Schluss mit lustig: Inzwischen sind alle gegen Annemarie, da half auch das blumige Showmotto "Sonne und Regen" nichts. Und dann sollte ausgerechnet Oliver Pocher als Truppenbetreuer gute Stimmung im DSDS-Krisengebiet verbreiten.
Von Malte Krebs

"Pass auf, was du sagst!" Auch wenn Annemaries Vater das als guten Rat gemeint haben mochte - Kandidat Daniel Schuhmacher fasste es glatt als Drohung auf. Und er ignorierte sie prompt und warf seiner Kollegin "psychologische Kriegsführung" vor. Annemarie habe hinter seinem Rücken gelästert, empörte auch sich Benny Kieckhäben: "Dabei war ich ein Freund für sie." Sarah Kreuz war sich ebenfalls sicher: "Hintenrum soll sie hammermäßig über mich lästern." Selbst der badische Wuschelkopf Dominik Büchele witterte Verrat und resignierte sogleich vor der rüden Rivalität: "Was soll man machen, wir sind halt alle noch fast Kinder."

Die verbliebenen fünf Kandidaten zeigten in der sechsten Mottoshow ihre Zähne: Der Ton wird rauer, die Bandagen härter und die Nerven blanker. Olympischer Frieden, fünf Freunde sollt ihr sein? Nein! "Ich bin hier, um zu gewinnen - nicht, um Freunde zu finden", sagte Annemarie vor ihrem Auftritt. Freunde hat sie hier tatsächlich keine - aber gewonnen hat sie auch noch nicht.

"Adios, Amigos" sang Annemarie sinnigerweise in ihrem ersten Song, dem Ballermann-Gassenhauer "Bailando" von Loona. In Mieder und Tüllrock tirilierte sie danach "Purple Rain" von Prince - sehr zum Ärger der Jury (Bohlen: "So stellt sich Oma Kasuppke Prince vor"). Kaum mehr Glück hatte Benny mit seiner Songauswahl, der Betriebsfeier-Hymne "Walking On Sunshine" von Katrina & The Waves und dem Jermaine-Jackson-Hit "When The Rain Begins To Fall". Immerhin wusste Dieter Bohlen gleich, wer Schuld hat am vermeintlichen Formtief des Frisörs: "Dein Freund lenkt dich zu sehr ab."

Dominik blieb in seinem vertrauten Metier, dem ratiotauglichen Rock-Pop: nach Jack Johnsons "Upside Down" folgte "Why Does It Always Rain On Me" von Travis. Von der Jury bewertet wurde allerdings weniger der Gesang, sondern sein Hawaiihemd: "Hemd von Kik, Gesang war Kack", dichtete Dieter Bohlen, während Co-Juror Volker Neumüller zumindest das Styling in Schutz nahm: "Du siehst nicht aus wie von Kik." Das hätte man bis vor kurzem auch von Verona Poth gesagt, aber die hat neuerdings einen Werbevertrag mit dem Textildiscounter. Schließlich war es Moderator Schreyl, der Dominik diesen alternativen Karriereweg wies: "Kik ist nichts Schlimmes, tut auch nicht weh."

Ginge es nach der Jury, Daniel Schumacher wäre schon jetzt Sieger der aktuellen Staffel. Weil bis dahin aber noch einige Sendungen zu füllen sind, beließen sie es beim einhelligen Loben seiner Versionen von "Here Comes The Rain Again" der Eurythmics und Bill Withers' "Ain't No Sunshine". Auch Sarah Kreuz kam im Urteil gut weg, obwohl alle Anwesenden den Titel "It's Raining Men" von den Weather Girls nicht mehr hören konnten. Sarah selbst mokierte sich über das Wetter-Motto: "Aber welchen Regen-Song hätte ich denn singen sollen?" Sehr viel besser kam ihre Version von "You Are The Sunshine Of My Life" an, die ausgerechnet der ansonsten humorlose Schreyl mit einem ungewollten Kalauer krönte: "Stevie Wonder hätte es gefallen, wenn er es gesehen hätte."

Kalauer von dem Kaliber konnte Oliver Pocher nicht mehr bringen, auch wenn er Marco Schreyl scherzweise als "größte Konkurrenz" bezeichnete. Stattdessen durfte er als "Aushilfskandidat" mit Bill-Kaulitz-Perücke und Cajal "Durch den Monsun" von Tokio Hotel singen und anschließend Promotion für seine Rückkehr ins Privatfernsehen machen: "Ich betrachte es als Herausforderung, mich vor einem Millionenpublikum zu blamieren." Tatsächlich blamierte sich Pocher als Juniorpartner von Harald Schmidt, nur hatte er da zuletzt kein Millionenpublikum mehr.

Ähnlich wird es zukünftig wohl Benny gehen, der am Ende zurück in die Kreisklasse nach Rheinland-Pfalz gevotet wurde. Statt der vermeintlich intriganten Annemarie bekam er diesmal den Platzverweis. Zuvor aber verabschiedete sich Kieckhäben artig von seinen Ex-Kollegen: "Ihr seid dolle Mensche, dange!" Ob er das tatsächlich ernst meinte?


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