Schwere Vorwürfe gegen Christian Ulmen
Seine "Tatort"-Folgen bleiben vorerst online

Christian Ulmen war zwischen 2013 und 2021 neben Nora Tschirner im Weimarer "Tatort" zu sehen, hier in "Tatort: Die robuste Ro
Christian Ulmen war zwischen 2013 und 2021 neben Nora Tschirner im Weimarer "Tatort" zu sehen, hier in "Tatort: Die robuste Roswita".
© MDR/HA Kommunikation
Nach den schweren Vorwürfen gegen Christian Ulmen hat die ARD entschieden, dass die Weimarer "Tatort"-Folgen vorerst verfügbar bleiben.

Der Fall Christian Ulmen (50) sorgt für weitreichende Konsequenzen in der deutschen Medienlandschaft. Nachdem seine Ex-Frau Collien Fernandes (44) schwerwiegende Anschuldigungen gegen den Schauspieler und Produzenten erhoben hat, hat ProSieben seine Erfolgsserie "jerks." kurzerhand aus dem Online-Angebot entfernt. Die ARD hingegen hat noch keine Inhalte mit Ulmen aus der hauseigenen Mediathek entfernt.

Was passiert mit den Folgen des Weimarer "Tatorts"?

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur spot on news teilte die ARD-Programmdirektion dazu mit: "Wir haben uns mit den öffentlich gewordenen Vorwürfen rund um Christian Ulmen befasst und ihn angesichts der Tragweite um eine Stellungnahme gebeten. Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen und behalten uns weitere Schritte vor."

Aktuell sind die Folgen des Weimarer "Tatort", in dem Ulmen von 2013 bis 2021 als Kommissar Lessing an der Seite von Nora Tschirner ermittelte, weiterhin in der ARD-Mediathek abrufbar.

Die Vorwürfe, die durch eine Recherche des "Spiegel" öffentlich wurden, wiegen schwer. Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Ehemann vor, über Jahre hinweg Fake-Profile in ihrem Namen erstellt zu haben, um mit Hunderten von Männern in Kontakt zu treten und dabei auch pornografische Inhalte - teils KI-generierte Deepfakes - verbreitet zu haben.

Fernandes erstattete dem Bericht zufolge Ende 2025 Anzeige in Spanien, dort hatten die beiden zuletzt gelebt. Die Vorwürfe sind dem Bericht zufolge unter anderem Anmaßung des Personenstands, öffentliche Beleidigung und Körperverletzung.

Das Gericht habe laut "Spiegel" "sogenannte Vorermittlungen eingeleitet", ob eine Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt werde, sei aktuell offen. Laut RTL befinde sich das Ermittlungsverfahren "in einem sehr frühen Stadium". Es gilt die Unschuldsvermutung.

ProSieben reagierte sofort

Der Sender ProSieben hatte unmittelbar auf die Veröffentlichungen reagiert. Die vielfach preisgekrönte Comedy-Serie "jerks.", in der Ulmen und Fernandes vor ihrer Trennung ein geschiedenes Paar spielten, wurde am 20. März 2026 von der Streaming-Plattform Joyn entfernt.

ProSieben-Sprecher Christoph Körfer erklärte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur spot on news zudem: "Unabhängig davon gilt eine wichtige Säule des Rechtsstaatsprinzips: die Unschuldsvermutung."

Das sagt Christian Ulmens Anwalt

Nach der "Spiegel"-Berichterstattung meldete sich Christian Ulmens Anwalt zu Wort, der die presserechtlichen Interessen von Christian Ulmen vertritt. Er nannte die Berichterstattung "nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig". Man sei beauftragt worden, gegen den "Spiegel" rechtliche Schritte einzuleiten. Es handele sich zum einen in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung. Zum anderen "werden unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet". Weiter heißt es: "Wir bitten daher unbedingt, die Persönlichkeitsrechte von Herrn Ulmen zu beachten und von einer Übernahme einseitiger Vorwürfe Abstand zu nehmen."

SpotOnNews

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