Wiggerl ist der Typ, der im Café sitzt, Frauen hinterherschaut und sich für einen verkannten Rockstar hält - während er in Wirklichkeit Taxi fährt. Maximilian Brückner (47) spielt diese Figur in "Ein Münchner im Himmel - Der Tod ist erst der Anfang", dem neuen Film von Regisseur David Dietl (46), der am 14. Mai in die Kinos kommt. Und er singt dabei einen Song, der von Sportfreunde Stiller (seit 1996) geschrieben wurde. Für den gebürtigen Münchner ist das mehr als ein nettes Detail.
"Ich bin mit denen aufgewachsen und war ein Riesenfan. Dass sie das geschrieben haben, war der Hammer für mich", sagt Brückner im Gespräch mit spot on news. Tobias Kuhn und Peter Brugger von den Sportfreunden Stiller haben "Da Kini" für die fiktive Band von Wiggerl, Lucky (Marcel Mohab) und Klausi (Simon Pearce) komponiert - einen Song über den Münchner Stenz, der nie ganz erwachsen wurde. Wer hinter dem Stück steht, ist tatsächlich kaum zu überhören. "An der Melodieführung und am ganzen Sound - außer dass es bayerisch ist", bestätigt Brückner. Über seine eigenen Gesangskünste fügt er hinzu: "Ich kann schon ein bisschen singen, war aber da schon aufgeregt, es hat trotzdem riesigen Spaß gemacht - und mit ein paar Filtern drüber passt schon."
Einsam am Set: Der Geist, den niemand sieht
Wiggerl landet nach einem Autounfall im Himmel, doch statt Bier und Blasmusik erwarten ihn dort nur Soja-Manna und Yoga zu Harfenklängen. Damit im Himmel wieder Ruhe einkehrt, schickt man ihn kurzerhand mit einer Mission zurück auf die Erde: Wenn er sein Karma-Konto auffüllt, darf er bleiben. Als Geist kann ihn allerdings nur seine Tochter Toni (Momo Beier) sehen - die von ihm wenig begeistert ist, hat er sich zu Lebzeiten doch kaum um sie gekümmert.
Was den Dreh angeht, hatte Brückner mit einer Herausforderung zu kämpfen, die er so nicht auf dem Schirm hatte: dass er als Geist für fast alle unsichtbar ist. Was dramaturgisch charmant klingt, war für den Schauspieler eine echte Belastungsprobe. "Das Schlimmste war eigentlich, dass ich einen Geist spiele und dass ich während des Drehs verschwinde. Das habe ich völlig unterschätzt." Während die Kollegen miteinander spielten und reagierten, stand Brückner daneben - präsent, aber ignoriert. "Die anderen Kollegen und Kolleginnen arbeiten miteinander, und ich hatte niemanden, mit dem ich wirklich spielen konnte, außer meiner großartigen Filmtochter." Es sei auf alle Fälle eine neue Erfahrung gewesen.
Maximilian Brückner: "Hinten haben alle geheult"
Sein persönliches Highlight des gesamten Drehs kam ebenfalls durch seine Filmtochter: Nachwuchstalent Momo Beier, die Toni spielt, singt "Da Kini" am Ende des Films a cappella in einer Scheunenszene. "Als sie gesungen hat, haben hinten alle geheult, dreimal hintereinander. Das hat einen echt gepackt. Ich musste mich wirklich zusammenreißen." Für Brückner steckt darin das Grundprinzip des Projekts: "Gute Komödie funktioniert eigentlich nur über Drama. Wenn das passt, erwischt es einen auch. Das ist wie bei 'Ziemlich beste Freunde'. Der Film ist komisch, hat aber einen harten Kern, ein klares Drama", sagt er über die französische Tragikomödie aus dem Jahr 2012.
Regie bei "Ein Münchner im Himmel - Der Tod ist erst der Anfang" führte David Dietl, mit dem Brückner bereits bei der Miniserie "Gute Freunde - Der Aufstieg des FC Bayern" (2023) zusammengearbeitet hat. "Er ist total ausgeglichen, für alle Ideen offen und weiß am Schluss doch genau, was er haben will - auch wenn ich es manchmal nicht will", schwärmt Brückner über den Sohn von Kultregisseur Helmut Dietl (1944-2015, "Münchner Geschichten", "Monaco Franze", "Kir Royal", "Rossini"). In dem neuen Film spielen auch noch viele bekannte Gesichter wie Hannah Herzsprung, Michaela May, Heiner Lauterbach sowie Ina Müller und Olli Schulz mit.