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TV-Kritik

"Hindafing": Der Wahnsinn geht weiter - Maximilian Brückner kehrt als korrupter Lokalpolitiker zurück

In der zweiten Staffel von "Hindafing" hat es der bayerische Lokalpolitiker Alfons Zischl in den Landtag geschafft, und noch immer denkt er nur an seine eigene Karriere. Eine lustige Serie - die es ziemlich ernst meint.

"Hindafing"

Alfons Zischl (Maximilian Brückner) ist mittlerweile nicht mehr Bürgermeister von Hindafing, sondern Landtagsabgeordneter. Um seinen Wahlkreis will er sich aber weiterhin kümmern.

Es war eine der großen Überraschungen des Fernsehjahres 2017: Mit "Hindafing" gelang dem Bayerischen Rundfunk ein wahres Kleinod. Eine satirische Serie über einen bayerischen Lokalpolitiker, der sich immer tiefer in ein Netz aus Drogen und Korruption verstrickt. "Breaking Bad" als Bauerntheater - so charakterisierte der stern damals den Sechsteiler. Denn der Protagonist, Bürgermeister Alfons Zischl aus dem fiktiven Städtchen Hindafing, war schwer Crystal-Meth-abhängig.

Zu Beginn der zweiten Staffel ist alles anders: Zischl, grandiosen gespielt von Maximilian Brückner, ist mittlerweile clean und werdender Vater. Zwar hat er die Wiederwahl als Bürgermeister verpasst, dafür ist er als Nachrücker in den Bayerischen Landtag eingezogen. Doch auch in München verfolgt er vor allem ein Ziel: Das eigene berufliche Fortkommen. Er spekuliert auf einen Posten als Staatssekretär. 

Dafür muss er aber die Ministerpräsidentin Barbara Obereder auf seine Seite ziehen. Die interessiert sich aber für ganz andere Themen: Eine Wurstfabrik mitten im Naturschutzgebiet, wie Zischl plant, ist mit der Regierungschefin nicht zu machen. Ihre Priorität gilt Zukunftsthemen und Digitalisierung.

"Hindafing" meint es ernst

Als Zischl von den finanziellen Problemen einer High-Tech-Firma in seinem Wahlkreis hört, sieht er seine Chance gekommen: Er verspricht, die Arbeitsplätze zu retten - und erfährt zu spät, dass es sich um eine Waffenfabrik handelt. Wie der Provinzpolitiker nun den Imageschaden in einen Triumph umwandelt, das zeigt den wahren Opportunisten - der sein Fähnchen immer in den Wind hält. 

Bei allem Vergnügen, den auch die zweite Staffel von "Hindafing" bereitet, hat die Serie einen ernsten Kern. Politik, so die subtile Botschaft, ist zu ernst und zu wichtig, um sie Egomanen und Karrieristen zu überlassen. Ein Schelm, wer jetzt an den amtierenden Ministerpräsidenten Bayerns denkt.

Die zweite Staffel von "Hindafing" ist ab dem 27. November 2019 und den beiden darauffolgenden Dienstagen jeweils in Doppelfolgen im BR zu sehen. Alle sechs Folgen am Stück gibt es in der ARD-Mediathek.