Über die Anschuldigungen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen spricht gerade ganz Deutschland. Natürlich auch, weil es nicht um einen unbekannten Hacker geht, der gefakte Inhalte der 44-Jährigen erstellt haben soll, sondern um ihren einst engsten Vertrauten. Doch der Fall zeigt, wie ahnungslos wir beim Thema KI-Fälschungen immer noch sind – und wie wenig wir dagegen tun könnten.
Hilflos gegen Deepfakes?
Die Schauspielerin Scarlett Johansson sagte schon vor einigen Jahren in einem Interview mit der „Washington Post“, dass sie wisse, dass es Deepfake-Pornovideos mit ihrem Gesicht gebe, die Millionen Aufrufe erzielten. Doch sie könne dagegen nichts unternehmen. „Ich halte es rechtlich für ein aussichtsloses Unterfangen, vor allem weil das Internet ein riesiges Wurmloch der Dunkelheit ist, das sich selbst verschlingt“, so Johansson. Jenna Ortega, der Star aus der Serie „Wednesday“, löschte vor zwei Jahren sogar ihren X-Account, weil sie immer wieder sexualisierte Inhalte eingespielt bekam, in die sie als Teenagerin montiert war. Auch Politikerin Giorgia Meloni und Kronprinzessin Amalia waren vor den frauenverachtenden Fakes nicht sicher.
Es ist schwer erträglich, sich vorzustellen, was da noch auf uns und unsere Kinder zukommt. Auch viele Frauen jenseits der Glamourwelt sind Opfer von virtueller Gewalt, sie trifft es womöglich sogar noch härter. Scarlett Johansson kommentierte damals: „Das betrifft mich natürlich nicht so sehr, weil die Leute davon ausgehen, dass ich in einem Porno nicht wirklich ich selbst bin – so erniedrigend das auch sein mag.“ Wenn prominente Frauen diese Taten aber öffentlich anprangern, können sie als Sprachrohr für alle dienen und laut einfordern, dass etwas passieren muss.