HOME

Einschaltquoten von Wedels "Gier": Dieter schlägt Dieter

Sechs Millionen Euro machte die ARD für Dieter Wedels TV-Zweiteiler "Gier" locker. Doch die erste Folge musste sich im Quotenrennen gestern mit dem zweiten Platz begnügen. Eindeutiger Tagessieger wurde Dieter Bohlens "DSDS". Besonders deutlich sind die Zahlen in der jungen Zielgruppe.

Von Carsten Heidböhmer

Die Zeiten, da Dieter Wedel mit seinen TV-Mehrteilern das deutsche Fernsehen nach Belieben beherrscht, scheinen vorbei: Zwar schalteten gestern Abend den ersten Teil seines Zweiteilers "Gier" immerhin 5,75 Millionen Zuschauer ein und verschafften der ARD damit überdurchschnittliche Quoten von 16,7 Prozent. Auf den ersten Platz schaffte es die mit einem Rekordbudget von sechs Millionen Euro ausgestattete Produktion damit aber nicht. Dieter Wedel ist entthront - seinen Platz nimmt ausgerechnet Trash-Titan Dieter Bohlen ein. Seine Sendung "Deutschland sucht den Superstar" schalteten 7,34 Millionen Zuschauer ein - das entspricht einem Marktanteil von 21,2 Prozent beim Gesamtpublikum.

Besonders aufschlussreich sind die Zahlen, wenn man sich die Verteilung auf die Altersgruppen ansieht: "DSDS" erreichte in der sogenannten werberelevanten Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren einen sensationellen Marktanteil von 33,9 Prozent, das sind in absoluten Zahlen 4,88 Millionen Zuschauer. Den Wedel-Film wollten dagegen nur 7,3 Prozent der jüngeren Zuschauer sehen - damit erreicht Dieter Bohlen in dieser Zielgruppe knapp fünf Mal so viele Menschen wie sein Namensvetter Wedel.

Nach Angaben der ARD erreichte der erste Teil von "Gier" einen für diesen Sendeplatz "alterstypischen Durchschnitt von rund 60 Jahren". Zwar hätten auch mehr jüngere Zuschauer eingeschaltet, doch da die Gesamtzahlen höher seien, bleibe der Altersschnitt unverändert.

Besonders bitter: Sogar die neu gestartete Serie "The Vampire Diaries" auf ProSieben erreichte 2,72 Millionen Zuschauer - das sind 17 Prozent der werberelevanten Gruppe - und damit mehr als doppelt so viele jüngere Menschen wie "Gier". Mit Spannung darf man jetzt auf die Quoten des zweiten Teils warten: Sollten die Zuschauer den Film - ähnlich wie die Mehrzahl der TV-Kritiker - negativ bewerten, werden heute Abend viele Zuschauer wegbleiben, die sich gestern noch den ersten Teil angeschaut haben.

Themen in diesem Artikel