Es hat keine zwei Monate gedauert, da kehren die neuen und durchaus besonderen Frankfurter "Tatort"-Ermittler zurück. Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanovic) arbeiten im Keller ihres Kommissariats an Altfällen. Nachdem sie zum Auftakt im "Tatort: Dunkelheit" einem Serienmörder auf die Spur kamen, der Jahrzehnte unerkannt mordete, steht diesmal ein seit Jahren vermisstes Kind im Mittelpunkt. Nachdem man es lange für tot gehalten hat, führt die Spur nun zu einer obskuren Sekte. Gibt oder gab es sie wirklich – ähnlich wie den "Hessen-Ripper" aus Fall eins?
Worum geht es?
Anna Reiter (Maren Eggert, früher Axel Milbergs Partnerin beim "Tatort" in Kiel) vermisst seit sechs Jahren Tochter Viktoria. Annas labiler Partner von damals verschwand mit dem Kind. Die Polizei war der Meinung, dass ein erweiterter Suizid im Main folgte, doch die Leichname der beiden wurden nie gefunden. Im Bestreben, Antworten zu finden, startet die Mutter einen Aufruf über Social Media. Daraufhin meldet sich ein Mann, der behauptet, Viktoria sei noch am Leben. Maryam Azadi, die damals mit Viktorias Fall betraut war, warnt Anna eindringlich davor, sich mit dem Informanten zu treffen und ihm eine hohe Belohnung zu zahlen. Dann geschieht ein Mord – und Anna Reiter ist spurlos verschwunden. Wurde die traumatisierte Mutter möglicherweise selbst zur Mörderin?
Worum geht es wirklich?
Drehbuchautor Senad Halilbašić war schon Teil des Autorenteams für den "Tatort: Dunkelheit". Den neuen Fall hat er nun alleine geschrieben. Für den Frankfurter "Tatort" mit neuem Konzept – es soll weiterhin um "Altfälle" gehen – recherchierte Halilbašić bei der Polizei und sprach mit Experten, die mit ähnlichen echten Fällen zu tun haben. Dabei erfuhr er, dass zwei Arten von Fällen dominieren: erstens ungeklärte Todesfälle – so wie im Serienkiller-Fall aus dem ersten Film – und zweitens Langzeitvermisste. Senad Halilbašić erzählt: "Aus einer solchen Geschichte wurde nun der 'Tatort: Licht' gestrickt. Ich wollte einen Film über Hoffnung schreiben – ein zentrales Element in der Arbeit an Cold Cases. Mich interessierte dabei auch die Frage, wann Hoffnung toxisch werden kann. So kam der Erzählstrang um die Licht-Sekte ins Spiel."
Gibt es die Sekte "Licht der Welt" wirklich?
Nach dem (echten) "Hessen-Ripper" aus Fall eins – ein scheinbar unauffälliger Mann und Familienvater, der über Jahrzehnte mordete – liegt der Verdacht nah, dass auch "Licht" ein wahrer Fall ist. Dem ist aber nicht so. Natürlich gibt es langzeitvermisste Kinder, deren Schicksal vielleicht niemals aufgeklärt wird. Dass aber ein solches Kind mit dem entführenden Vater in einer Sekte wie der Sekte "Licht der Welt" verschwand – es ist reine Fiktion.
Auch dazu äußert sich Drehbuchautor Halilbašić: "Ich habe mich mit alternativen Lebensgemeinschaften, sektenähnlichen Formationen und Sekten im deutschsprachigen Raum beschäftigt. Und dabei gemeinsame Parameter gefunden: starke Führungspersönlichkeiten, falsche Hoffnungserweckungen und das Ausnutzen von abgehängten Mitgliedern der Gesellschaft sind nur drei dieser Elemente. Mit diesen Parametern und inspiriert von echten Sekten und ihren Strukturen habe ich die fiktionale "Licht der Welt"-Sekte für unseren Film gebaut.
Wie viele Fälle langzeitvermisster Kinder gibt es in Deutschland?
In Deutschland wird jemand als langzeitvermisst betrachtet, wenn die Person seit mindestens sechs Monaten vermisst wird. Die Definition kann je nach Institution variieren. Für manche gilt man erst ab einem Jahr ohne Lebenszeichen als langzeitvermisst. In Deutschland waren um Stichtag 1. Mai 2024 insgesamt 1.800 Kinder vermisst gemeldet. Die meisten Fälle klären sich schnell auf. In die Statistik fließen laut BKA Kinder bis 13 Jahren mit ein. Zu den Fällen gehören auch Kindesentziehungen, Dauerausreißer oder unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Die Aufklärungsquote solcher Fälle lag 2024 bei 96,7 Prozent. Der Anteil jener Personen, die länger als ein Jahr vermisst werden, liegt laut BKA bei nur etwa drei Prozent. Auf die Gesamtzahl der vermissten Kinder am 1. Mai 2024 gerechnet wären dies 54 Personen in Deutschland.
Wie geht es beim "Tatort" aus Frankfurt weiter?
"Tatort: Licht" und der Nachfolgefall "Tatort: Fackel" wurden – am Stück – direkt hintereinander gedreht. Insofern ist auch der dritte Einsatz der Kellerkommissare Azadi und Kulina schon abgedreht. Zu sehen sein wird der Film aber erst im Lauf des Jahres 2026. Worum geht es? Jahre nach einem verheerenden Hochhausbrand mit dreizehn Toten trifft Kommissar Hamza Kulina auf einer Mahnwache unerwartet seine Ex-Freundin wieder. Almila (Seyneb Saleh) hat ihre Mutter in den Flammen verloren und kämpft seither für Gerechtigkeit. Die Ermittlungen führen Hamza Kulina und seine Kollegin Maryam Azadi zum Geschäftsführer eines Baustoffkonzerns (Stephan Luca) mit engen Verbindungen in die Politik.