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heute-show Mehr Söderalismus: Wäre es möglich, dass "Graf Drohcula" mal einen Tag keine Pressekonferenz gibt?

Auf die tägliche Corona-Warnung des bayrischen Minister-Präsidenten würde Oliver Welke gerne verzichten
Auf die tägliche Corona-Warnung des bayrischen Minister-Präsidenten würde Oliver Welke gerne verzichten
© heute-show / ZDF
Die Lage ist ernst – aber müssen uns die Politiker auch jeden Tag daran erinnern? Nein, findet Oliver Welke in der "heute-show". Vor allem Markus Söder ist ihm ein Dorn im Auge.

Jeden Tag steigen die Coronazahlen, die "perfekte zweite Welle" ist längst im Gange, so beginnt die "heute-show". "2020 ist wirklich wild entschlossen, ein echtes Mistjahr zu bleiben", gibt sich Oliver Welke überzeugt. Doch noch mehr als die schlechten Nachrichten nerven ihn die Pressekonferenzen dazu.

Vor allem die täglichen Wortmeldungen des bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder gehen ihm auf den Keks. "Es bringt doch nichts, den Leuten zehn Mal am Tag zu sagen, dass die Lage ernst ist", regt Welke sich auf. "Das nutzt sich psychologisch auch irgendwann ab, Graf Drohcula!"

Bayrischer Söderalismus

Die Tatsache, dass ständig neue Maßnahmen verkündet werden, statt die alten durchzusetzen, lässt Welke die Hutschnur platzen. "Nur in Bayern gilt jetzt die Inzidenz 100, dann steht die Ampel auf Dunkelrot und irgendwas macht früher zu oder auf, keine Ahnung. Man kann eh nicht mehr folgen", ärgert er sich über den Ankündigungs-Wirrwarr.

"Alles vorgetragen mit dieser unerträglich bajuwarischen Breitbeinigkeit", stößt Bielefelder Welke auch Söders typisch bayrische Art auf. Im folgenden Einspieler legt ein sich über sich selbst freuender Söder viel Wert darauf, dass seine Behörden in den letzten sechs Monaten grundsätzlich immer Recht gehabt hätten. "Ich kann ja nichts dafür, dass ich ständig Recht habe", äfft Welke die überhebliche Art nach.

Dass nun ausgerechnet Bayern-Chef Söder die Grenzen des Föderalismus erreicht sehen will, kann Welke nicht erst nehmen. "Er ist mehr so für Söderalismus."

Andi und das Klopapier

Auch der allgemeine Umgang der Politik mit dem Coronavirus kommt bei Welke nicht viel besser weg. Dass die Bundesregierung in Vertretung durch den Verkehrsminister eine Klopapier-Garantie ausspricht, kann er natürlich nicht unkommentiert lassen. "Wann hätte uns Andi Scheuer denn schon angelogen?", fragt er feixend in die Kamera. Und gibt dem ungeliebten CSU-Minister noch einen mit: "Im Notfall kann er auch eine eigene Marke Klopapier herausbringen. Hergestellt aus Original-Mautverträgen."

Dass die Lage wirklich erst sei, könnte man daran erkennen, dass Kanzlerin Angela Merkel in ihrem Podcast "zum ersten Mal regelrecht Emotionen gezeigt hat", wundert sich Welke. "Da kriegt die Bevölkerung direkt Angst." Die Kanzlerin bitte die Bevölkerung um Hilfe, "weil sie sich bei den Länderfürsten nicht mehr durchsetzen kann. Das ist nicht besonders Vertrauen erweckend."

Doch welche Sorgen sich die Deutschen wirklich machen, zeigt dann ein Einspieler. Ein Zuschauer fragte dort, ob der Arbeitgeber ihm im Homeoffice Möbel stellen muss, die zur Wohnung passen – oder man gezwungen werden kann, den Bürostuhl mitzunehmen. "Das sind Probleme", findet Welke. Und spitzt die Frage zu: "Muss mir der Arbeitgeber wegen Corona ein neues Haus bauen, weil ich mein altes doof finde?" Die Antwort auf die Frage spart er sich dann aber lieber doch.

Quelle:heute-show

mma

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