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Armee-Satire: "heute-show" knöpft sich Bundeswehr vor: "Bitte nicht angreifen vor 2030!"

Der Bundeswehr-Report fiel vernichtend aus: Kaputte Ausrüstung, frustrierte Soldaten. In der "heute-show" knöpfte sich Comedian Serdar Somuncu die Misere vor - und fand Positives.

Serdar Somuncu

Serdar Somuncu lieferte in der "heute-show" den wahren Bundeswehr-Report ab. Da kann sich der Wehrbeauftragte eine Scheibe abschneiden.

Dass der veheerende Bundeswehr-Report diese Woche auch bei der "heute-show" Thema sein würde, war klar: Kaputte Panzer, schlechte Ausbildung, zu wenig Ausrüstung - das Ergebnis war absurd schlecht.  "Es fehlen Zelte, Schutzwesten, Winterausrüstung", zählte Oliver Welke, der Moderator der Satire-Sendung, kopfschüttelnd auf. Ein Entwicklungsplan bis 2030 soll's jetzt richten. "Klar, dann stellen wir einfach ein Schild an der Grenze auf: 'Bitte hier nicht angreifen vor 2030.' Wenn der Feind fair ist, hält er sich dran!", kommentierte Welke trocken. Und überließ dann dem Comedian Serdar Somuncu das Feld.

Serdar Somuncu findet: "Das ist gelebter Pazifismus!"

Der rechnete in einem bissigen ironischen Monolog mit Bundesverteidigungs-Ministerin Ursula von der Leyen und Co. ab. "Schluss mit dem Gemotze!", forderte Somuncu. Stattdessen wolle er sich bei von der Leyen - "der Kreißsaal-Legende aus Burgdorf - bedanken. "Wegen ihrer vielen Trendwenden sind die militärischen Erwartungen an Deutschland auf Null gesunken. Das ist gelebter Pazifismus!" Das Zwei-Prozent-Ziel sei auch erfüllt: "Genau zwei Prozent der Bundeswehr-Ausrüstung funktioniert!".

Gut, beim Nachzählen merkte auch Somuncu schnell: Wenn sechs von sechs U-Booten außer Betrieb sind, dann sind das "fast alle". Aber: "Mir gefällt dieses neue offensiv schwächliche Deutschland! Wer sagt denn, dass man nur bei Kriegen mitmachen darf, wenn man die Ausrüstung hat?"

Dass Ursula von der Leyen in Interviews ungewollt komische Aussagen traf, lieferte dem Komiker zusätzlich Steilvorlagen. "Das betrifft vor allem die Missionen am Horn von Afrika. Wichtig ist aber, dass wir dort nicht alleine sind, sondern mit Partnern, die Hubschrauber haben, die fliegen", sah man von der Leyen erzählen. "Blöde Streber: Hubschrauber, die fliegen!", schimpfte Somuncu. Zum Schluss forderte er alle Zuschauer auf, nicht wegzuschauen, sondern der Bundeswehr zu helfen. "Ich rufe alle deutschen Mädels auf: Häkelt jetzt für die frierende Speerspitze warme Socken, lange Unterhosen oder Stahlhelme!" Und wer auf dem Dachboden noch einen älteren Verwandten mit Weltkriegserfahrung fände, solle den auch gleich schicken. "Jede Spende hilft!"

sst