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"Heute Show" Oli Welke seziert ein Thema, das die meisten Medien ignorierten

"Dieser Einweg wird kein leichter sein" - Oli Welke knöpfte sich in der "Heute Show" eine neue Regelung zu Einwegflaschen vor.
"Dieser Einweg wird kein leichter sein" - Oli Welke knöpfte sich in der "Heute Show" eine neue Regelung zu Einwegflaschen vor.
© Screenshot/ZDF
Die "Heute Show" nimmt sich ein Thema vor, das viele nicht beachtet haben. Oli Welke übernimmt den Kampf gegen ein neues Verpackungs-Gesetz der Bundesregierung, den Plastik-Müll und feuert eine zynische Tirade ab.

"Jetzt zur Abwechslung mal eine gute Nachricht. Deutschland ist Europameister", so leitet Oliver Welke in der "Heute Show" ein Thema ein, über das die meisten Medien kaum berichtet haben. Am Donnerstag verabschiedete die Bundesregierung ein neues Gesetz zu Verpackungen. Darin wurden unter anderem festgelegt, dass für Frucht- und Gemüsenektare bald Pfand gezahlt werden muss. Beim Einkaufen sollen Kunden bald klar angezeigt bekommen, wo Mehrweg-Flaschen stehen. Eine Menge wurde aber auch nicht festgelegt, und genau darum halten Welke und die "Heute Show" von dem Gesetz nicht viel. Oder besser gesagt: gar nichts.

"Bei der Pro-Kopf-Produktion von Verpackungsmüll" ist Deutschland Europas Champion, betont Welke in der Einleitung zum neuen Gesetz, "also sehr gute Idee, denn da müsste dringend mal was passieren." Dann kommentiert Welke: "Denn der Siegeszug der Einweg-Verpackung müsste dringend mal gestoppt werden". Welke zeigt einen Einspieler und fragt: "Einweg, Mehrweg - ist klar, ne?" Einer sagt: "Ja, Einweg ist besser - oder umgekehrt?". Ein anderer: "Mehrweg ist, wenn mehrere Flaschen zurückgegeben werden." Ach so, klar. "Richtig", kommentiert Welke.

Oli Welke: "Das wird also belohnt"

Und dann seziert er das Gesetz: "Jetzt die schlechte Nachricht - Der Staat hat den Kampf gegen die Einwegflasche komplett aufgegeben. Keine Maßnahme im neuen Gesetz. Da steht noch etwas von einer angestrebten 70 Prozent Mehrweg-Quote. Aber ohne jede Sanktion, wenn es nicht klappt. Obendrein", kommentiert Welke weiter, "ist die Herstellung von Plastik-Einwegflaschen bei uns auch noch von der EEG-Umlage befreit, weil sie so viel Energie verbraucht. Das wird also belohnt."

"Donnerstagnacht um kurz vor 23 Uhr hat der Bundestag das neue Gesetz beschlossen. Vor brechend vollen Rängen", wie Welke sagt - und zeigt ein Bild des Bundestags mit Minimal-Besetzung.

"Heute Show": Oli Welke seziert ein Thema, das die meisten Medien ignorierten
© Screenshot/ZDF

Welke ist mit seiner Tirade noch nicht am Ende: "Nur eines hat Umweltministerin Barbara Hendricks erreicht. Mehrweg und Einweg-Flaschen könnten im Supermarkt bald klarer gekennzeichnet sein. Kleiner Haken, in vielen Discountern stehen sowieso nur noch Mehrweg-Flaschen. Was habe ich dann von der Kennzeichnung?"

Müll-Inseln, deutlich haltbarer als Sylt

Was Welke generell von Plastik hält, verschweigt er nicht: "Plastik-Müll ist ein Riesen-Problem, weil er nicht verrottet und am Ende gerne im Meer landet." Welke kommentiert wieder zynisch: "Geil, ein großdeutsches Müll-Reich. Da entstehen Müll-Inseln, die immerhin deutlich haltbarer sind als Sylt".

Anschließend räumt die "Heute Show" auch noch mit der Mär auf, dass alles recycelt werde. Dennis Knossalla erklärt als "Supermarktbesitzer": "Der Deutsche denkt ja, dass er mit jeder PET-Flasche persönlich einen Delfin rettet. Aber maximal ein Drittel wird wieder zu Flaschen recycelt. Aus dem Rest machen wir irgendeinen anderen Plastikscheiß. Oder das Zeug wird als Brennstoff benutzt." Knossalla sagt weiter: "44 Prozent des Verpackungsmülls wird verbrannt. Ihr trennt den, wir verbrennen den." Welke fragt nach: "Dann ist unser ganzes Pfand-System ja durch und durch bescheuert?!" Knossalla lacht nur und sagt: "Blickt keine Sau mehr durch." Weil viele Menschen ihr Pfand nicht zurückbringen, erklärt Knossalla, bleiben "bei Getränke-Futzis 175 Millionen Euro hängen."

Hier können Sie sich die "Heute Show" vom 31. März noch einmal anschauen.

feh

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