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"heute Show": Die FDP ist zurück - klar, dass Oli Welke das gebührend "feiern" muss

Jahrelang war die FDP Oli Welkes liebstes Satire-Opfer. Dann wurde es still um die Partei. Nun ist sie zurück - und die "heute Show" konnte dazu kaum schweigen.

Oli Welke knöpfte sich in der "heute Show" nach langer Zeit mal wieder sein jahrelang liebstes "Opfer" vor.

Die FDP und die "Lindnerstraße": Oli Welke knöpfte sich in der "heute Show" nach langer Zeit mal wieder sein jahrelang liebstes "Opfer" vor.

Es kommt einem ein bisschen so vor, als sei es eine Ewigkeit her, dass sich Oli Welke und die "heute Show" regelmäßig die FDP vorknöpften und wöchentlich über die Neuigkeiten der Partei spotteten. Im vergangenen Jahr wurde es schließlich sehr ruhig um die Partei, sie versank bei Landtagswahlen und Umfragen im politischen Niemandsland. Bis jetzt. Bis zum Frühjahr 2017. In Schleswig-Holstein und NRW ist sie wieder dabei, holte jeweils über zehn Prozent. Und klar dürfte sich der ein oder andere auch schon ein bisschen auf die "heute Show"-Berichterstattung gefreut haben. Da musste doch mal wieder was zur FDP kommen.

Kam auch, zuvor blickte Welke aber natürlich zurück - auf die turbulenten Wochen der SPD. Martin Schulz bekamen sein Fett weg: "Die Sozen verlieren NRW, insgesamt jetzt drei Wahlen in Folge", sagt Welke, "Ich möchte ungern von einem Trend sprechen, aber das ist ein Trend." Zum Glück sei der Herr Schulz ein Sportler, spottet Welke – "und das in allen Disziplinen". Eingespielt wird ein Film über Schulz und seine geliebten Sport-Metaphern. Vom "Tor erzielen" über den "Dauerläufer" bis hin zur Tour de France – "Man verliert auch schonmal eine Etappe." "Unglaublich, in wie vielen Sportarten man verlieren kann", witzelt Welke.

Die FDP? "Ich habe immer an sie geglaubt"

Vielleicht hat er sich heimlich da schon auf die FDP gefreut, nach einem Beitrag von Mandy Hausten geht Welke jedenfalls schnell weiter zu "den kleineren Parteien, die man bei all der Aufregung nicht vergessen darf". Nach kurzen Gags über Grüne und AfD kommt Welke "zu den eigentlichen Gewinnern von Düsseldorf."

Welke freut sich: "Die FDP ist wieder da. Mit der One-Man-Show Christian Lindner in allen Rollen." Im Hintergrund zeigt die "heute show" ein "Lindnerstraße"-Schild. Einen Seitenhieb kann sich Welke natürlich nicht verkneifen: "Die Liberalen. Die guten, alten Liberalen. Ich darf sagen: Ich habe immer an sie geglaubt." Lautes Lachen im Publikum. Aber Welke führt ganz ruhig fort: "Warum? Weil sie es drauf haben und weil sie rechnen können." Welke lässt einen Einspieler von Lindner laufen – der NRW-Parteivorsitzende sagt dort gegenüber Frank Plasberg: "Wissen Sie, ich sehe, dass wir zwar zwölf Prozent für die FDP haben, aber 82 Prozent haben uns nicht gewählt." Da zählt Welke nochmal nach und entschuldigt: "Man muss dazu sagen, er ist in Nordrhein-Westfalen zur Schule gegangen."

 "Herr Welke, Sie leiden an Demenz"

Klar, dass er da mal nachhaken muss. Und den "heute-Show"-Betriebsarzt Dr. Christian Ehring fragt: "Darf ich mich über schwarz-gelb freuen?". Der antwortet nur trocken: "Nein. Sie, Herr Welke leiden offensichtlich wie Millionen andere Deutsche an Wählerdemenz. Bis 2013 hatten wir im Bund ja eine schwarz-gelbe Koalition." Welke fragt ganz ungläubig: "Eine schwarz-gelbe Koalition? Nee, da klingelt nix."

Der vermeintliche Arzt Ehring erklärt: "Ihr Gehirn verdrängt die traumatischen Ereignisse. Jahrelang haben Sie in dieser Show nichts anderes gemacht als billige FDP-Witze." Ehring zeigt noch einmal ein paar Ausschnitte. Da erinnert sich Welke wieder. "Ja, damals, das war die kaltherzige, neoliberale FDP, heute haben die doch ein ganz anderes … äh, Logo." Ehring notiert sich etwas und liest ein paar Zitate aus dem Parteiprogramm der FDP vor.

Am Schluss trifft er nochmal die Diagnose für Oli Welke: "Wählerdemenz", sagt er – und Welke schließt daraus nur: "Wir alle leiden wahrscheinlich darunter".

Hier können Sie sich die "heute Show" in der ZDF-Mediathek anschauen.