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"Heute Show" : Trump, "der wichtigste Laufbursche der Rüstungsindustrie"

Thema Nummer eins bei der "Heute Show": Die erste Auslandsreise des US-Präsidenten, der sich als Friedensfürst gibt. Bissig werden seine Waffen-Deals mit den Saudis aufs Korn genommen. Und vom G7-Gipfel in Sizilien berichtet eine genervte Carolin Kebekus.

Donald Trump mit Vukuhila-Frisur

Donald Trump mit Vukuhila-Frisur: Er verkauft Waffen an die Saudis und macht einen Friedensfürst. Welke nennt ihn den "wichtigsten Laufburschen der amerikanischen Rüstungsindustrie". 

Was für eine nette Geste der Gastgeber. Auf der ersten Station der neuntägigen Reise von Donald Trump hatten die Saudis die amerikanische Flagge und das Antlitz des US-Präsidenten auf die Hotelfassade großflächig projiziert. Die Illumination war als besondere Begrüßung für einen Ehrengast gedacht, denn laut Oliver Welke haben "Wissenschaftler herausgefunden: Schimpansen und Donald Trump freuen sich, wenn sie ihr eigenes Bild erkennen."

In Saudi-Arabien ging für den "Dealmaker" Trump vor allem um eins: um den Verkauf von Waffen. Die Summe des Geschäfts beträgt 110 Milliarden US-Dollar. "Wenn der Region eines fehlt, dann noch mehr Waffen", kommentiert Oliver Welke. Für ihn ist Trump "der wichtigste Laufbursche der amerikanischen Rüstungsindustrie".

Donald Trump - Frieden schaffen mit immer mehr Waffen

Doch Trump gibt sich als Wolf im Schafspelz. In seiner Grundsatzrede zum Islam spricht er blumig vom "Beginn des Friedens im Nahen Osten und vielleicht auf der ganzen Welt." Das veranlasst die Redaktion der "Heute Show", ihn in ein Tie-Dye-Shirt zu stecken, Trump eine blonde Vukuhila-Frisur zu verpassen und ein Friedenslied anzustimmen: den Song "Imagine" von John Lennon aus dem Jahre 1971. Allerdings mit einem stark veränderten Text ("Imagine there is no weapons") und besonderer Klavierbegleitung: Am Flügel hat kein geringerer als Wladimir Putin Platz genommen.

Wladimir Putin und Donald Trump

Video-Montage der "Heute Show". Donald Trump singt "Imagine", begleitet von Wladimir Putin am Flügel.


Gezeigt werden die beiden Politmusiker im Wechsel mit explodierenden Bomben und Feuersbrünsten. Nach dem Ständchen scheint Oliver Welke richtig gerührt zu sein. "Ich muss fast weinen", sagt der Moderator, "oder wie heißt das, wenn das Essen wieder aus dem Mund raus will."

Doch die Sendung am Freitagabend berücksichtigt nicht nur die verschiedenen Stationen des Trump-Trips in den vergangenen Tagen, sondern schlägt eine Brücke in die Gegenwart, zum G7-Gipfel auf Sizilien. In dem kleinen Ort Taormina steht Carolin Kebekus vor dem Luxushotel, die per-Live-Schalte vom Treffen und der Auslandreise des US-Präsidenten Bilanzen zieht. "Eine Woche mit Trump ist wie eine Woche im Uranbergwerk", fasst Kebekus ihre Reise als Journalistin im Tross des Präsidenten zusammen.

"Sag mal, Trump, geht's noch?"

Kebekus regt sich über "das dumme Gelaber den ganzen Tag" auf und spricht im Zusammenhang mit seinem peinlichen Auftritt der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem von einem "grenzdebilen Baby, das man in einen Anzug geprömmelt hat."

Die Komikerin würde am liebsten zu Trump hingehen und ihm ihre Meinung sagen: "Donald, mein kleiner orangener Freund, immer mehr Geld für Rüstung ausgeben und gleichzeitig armen Amerikanern die Essensmarken wegkürzen - sag mal, Trump, geht's noch? Wie moralisch bankrott kann man eigentlich sein…"  Doch Kebekus weiß um das Problem, mit dem Präsidenten in einen Dialog zu treten: "Der hört mir dann längst nicht mehr zu." Die Aufmerksamkeitsspanne des US-Präsidenten ist eben nur kurz. Deshalb gab es auch beim Nato-Treffen in Brüssel kürzere Redebeiträge als sonst.