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Mariah Carey bei "DSDS": Bohlens Showdown mit "Presswurst"

Als Pocher einst Mariah Carey auf Gottschalks Sofa traf, fragte er laut, was "Presswurst" auf Englisch heiße. Nun setzt sich der US-Superstar auch noch den Reißzähnen der Casting-TV-Nation aus. Ein Ausblick auf mögliche Kollateralschäden eines Carey-Besuchs bei "DSDS".

Von Sophie Albers

Es verspricht ein ordentliches Massaker zu werden. Oder aber ein Prüfstein für die Bohlen'sche Respektgrenze. Lassen wir es uns auf der Zunge zergehen: Am 5. April wird niemand Geringeres als Mariah Carey persönlich bei "Deutschland sucht den Superstar" auftreten, singen und Kandidaten "coachen". Ja, hat sie denn niemand gewarnt? Und vor allem: Hat sie so ein schlechtes Gedächtnis?

Gerade mal drei Jahre ist es her, dass ihr brutalstmöglich die deutsche Moderatorenrealität vorgeführt wurde: Oliver Pocher hatte einen Auftritt "der erfolgreichsten Solokünstlerin des Planeten" (Universal) im deutschen Fernsehen genutzt, um in den Köpfen der Zuschauer eine neue Verdrahtung anzulegen: Die selbsternannte Super-Diva schlängelte sich fest in ein kleines Schwarzes verschnürt neben Thomas Gottschalk, als der kleine Blonde in die Sofa-Runde fragte, was denn eigentlich "Presswurst auf Englisch" heiße. In den USA wäre der Ex-Zeuge Jehovas verklagt, geteert und Scientology ausgeliefert worden, hier gab es nicht mal eine Rüge von Papa Gottschalk, dafür eine neue Assoziationskette in Beton: Carey, Pocher, Presswurst.

Da liegt die Latte seither, und Bohlen hat das Vergnügen oder auch den Druck, drunter durch zu schlüpfen oder drüber zu hechten. Zu schön wäre natürlich ein Reißen, wenn er die zuweilen etwas außerirdisch anmutende Carey betuttelt und vor soviel Superstardom dann doch mal den Schwanz einklemmt. Die Image-, Management-, Rechtsabteilungs-, Werbeträger-, Medien-Berater und Therapeuten stehen wahrscheinlich schon bereit.

Die Qual der Wahl

Bis dahin bleibt nur die Fantasie: "Das ist die Ausstrahlung einer elektrischen Gummi-Wurst", hatte Bohlen einem hoffnungsfrohen "DSDS"-Kandidaten einst die Popstarträume verhagelt: Den Wurstvergleich gab es also schon. Und da der Juror des Bösen zwar unverschämt, aber nicht fantasielos ist, wird dieser dem Publikum somit wohl erspart bleiben. Vielleicht dann doch eher "In so einem Outfit geht meine Freundin Unkraut jäten" oder auch "Du hast 'nen superhübschen Kopf, aber da unten, das musst du anders machen"?

Während Bohlen gerade sein Sprüchearchiv durchforstet, um Carey, Pocher und der hohen Erwartung gerecht zu werden, sind drei kleine Mädchen am Zittern. Nicht nur, dass sie in der dritten Mottoshow des TV-Castings in Carey'sche Höhen vordringen müssen - von "Hero" bis "Without you" ist alles dabei - die Frau mit der Fünf-Oktaven-Stimme soll auch noch anwesend sein und den Nachwuchsstimmen beim Klettern helfen. Und was sagt Carey, die alte Profi-Showbiz-Maschine? "Ich fühle mich sehr geehrt, der erste Künstler zu sein, der jemals gebeten wurde, die Kandidaten von 'DSDS' zu treffen, um ihnen zu helfen, sich als Sänger und Künstler zu entwickeln."

Da könnte doch Bohlen auch mal was Nettes sagen, wenn Mimi extra eingeflogen wird, um "Touch My Body" von ihrem neuen Album "E=mc²" vorzutragen. Denn natürlich ist das alles eine Werbesendung, was dachten Sie denn?! Wie wäre es denn also mit "Mir geht das ans Herz, an die Eier, wo auch immer", Herr Bohlen? Der war so charmant, den haben alle schon wieder vergessen.