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Michelle Hunziker bei "Wetten, dass ..?" Treffen sich zwei Blondinen ...


Kein Witz: Michelle Hunziker und Thomas Gottschalk werden in Zukunft gemeinsam "Wetten, dass ..?" moderieren. Manch einen mag das jetzt überraschen. Auch weil RTL in letzter Zeit heftig mit der Schweizerin flirtete. Für das ZDF ist das die Offensive gegen den Quotenschwund.
Von Katharina Miklis

Michelle Hunziker springt vor Capri von einer Yacht ins Meer, am Strand von Varigotti rückt sie sich den Bikini zurecht. Sie hat viel Urlaub gemacht in den letzten Wochen. Kaum eine Klatsch-Zeitschrift kam in den Sommermonaten ohne Bikinifotos des Models/Moderatorin/Ex-Frau von Eros Ramazotti aus. Jetzt wissen wir, wofür der Urlaub gut war: Michelle Hunziker arbeitet ab Oktober für Deutschlands größte Unterhaltungssendung: "Wetten, dass..?". Einen Zweijahresvertrag soll die 32-jährige Schweizerin beim ZDF unterschrieben haben.

Für das ZDF ist die Verpflichtung von Hunziker die logische Konsequenz gegen den Quotenschwund der vergangenen Monate. Im März verzeichnete "Wetten, dass ..?" mit 9,66 Millionen Zuschauern den geringsten Wert aller Zeiten. Vor allem bei den jungen Zuschauern ging der Trend nach unten. Irgendetwas musste passieren. Die 32-jährige Hunziker bringt alles mit, was den Öffentlich-Rechtlichen scheinbar so schmerzlich fehlt: Sex, Jugend, Spontaneität. Sex. Jahrelang hat "der schönste Po Italiens" bei RTL "Deutschland sucht den Superstar" moderiert - die größte Konkurrenzsendung von "Wetten, dass ..?". Keinen einzigen Zuschauer gönne er mehr RTL, sagte Thomas Gottschalk beim letzten Quoten-Duell der großen Samstagabendshows. Auf einen Zuschauer mehr oder weniger hätte RTL wohl auch verzichten können. Dass Gottschalk, der seinen Vertrag mit dem ZDF gerade erst bis 2012 verlängert hat, dem Privatsender nun aber auch die hübsche Blonde mit dem Schweizer Akzent und dem fröhlichen Lachen wegschnappt, das schmerzt.

Blondierung fürs ZDF, RTL bleibt farblos

Keine zwei Monate ist es her, da stand Hunziker, die Tochter einer Niederländerin und eines Schweizer Künstlers, noch in intensiven Verhandlungen mit dem Kölner Privatsender. Die "Bild"-Zeitung sprach von der "Shownachricht des Sommers: Endlich wird das deutsche Fernsehen wieder sexy". Wird's auch. Nur nicht bei RTL. Eine eigene große Show sollte Hunziker bekommen. Auch für "Deutschland sucht den Superstar" war sie wieder im Gespräch. Eine RTL-Sprecherin bestätigte stern.de, dass man mit Hunziker über eine wöchentliche Showreihe nachgedacht hat. Der Vertrag mit dem ZDF macht eine Zusammenarbeit mit RTL nun unmöglich. Neben ihren Moderations-Jobs im italienischen Fernsehen bliebe nun keine Zeit mehr für weitere Verpflichtungen. Das ZDF bekommt die Blondierung, RTL bleibt farblos. "Wir wünschen Frau Hunziker aber alles Gute", so die Sprecherin.

Wenn sich die älteren Stammseher von "Wetten, dass ..?" erst einmal an das fulminante Dekolleté Hunzikers gewöhnt haben, dürfte sie die Show tatsächlich auf ihre Art auffrischen. Hunziker ist überdreht, penetrant fröhlich und laut. Das nervt - aber auf charmante Art und Weise.

Fünfmal war die Ex-Frau des Schmusesängers Eros Ramazotti, die einst in Silvio Berlusconis italienischem Privatfernsehen Karriere machte, bei Gottschalk zu Gast auf der Couch. Während ihre musikalischen und cineastischen Ausflüge ("Ich will im Bett unten liegen") - trotz Schauspielunterrichts in Los Angeles - nicht gerade von Erfolg gekrönt waren, stimmte die Chemie zwischen dem tätschelnden Gottschalk und der viel zu tätscheln bietenden Hunziker stets. Bei der Goldenen Kamera 1998 standen sie gemeinsam auf der Bühne, ebenso wie beim Benefizkonzert "Michael Jackson and Friends". Man kennt sich, man mag sich, man schätzt sich. So hat das neue Moderatoren-Duo schon jetzt bessere Voraussetzungen als die ARD-Version der Zusammenführung von Alt und Jung, von öffentlich-rechtlich und privat: Oliver Pocher und Harald Schmidt.

Bereits am 3. Oktober führen Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker, die jetzt auch über Youtube nach Kandidaten suchen, in Freiburg gemeinsam durch die Show. Wenn Dieter Bohlen mit "DSDS" Anfang 2010 sein Konkurrenzprogramm startet, haben sie sich schon warmgelaufen. Die besseren Blondinen hat jetzt das ZDF.

Von Katharina Miklis

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