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Sam Simon: Miterfinder der Simpsons ist gestorben

Es herrscht Trauer in Springfield: Sam Simon, der zusammen mit Matt Groening die Kultserie "Die Simpsons" erfand, ist gestorben. Er erlag im Alter von 59 Jahren seinem Krebsleiden.

Von Frank Siering, Los Angeles

Obwohl sich Sam Simon nach dem Ende der vierten Staffel von der Serie abwandte, wird er nach wie vor als "Co-Creator" im Abspann genannt

Obwohl sich Sam Simon nach dem Ende der vierten Staffel von der Serie abwandte, wird er nach wie vor als "Co-Creator" im Abspann genannt

Die quietschgelben Zeichentrick-Figuren mit den großen Kulleraugen sind weltweit bestens bekannt. Jetzt starb einer der geistigen Väter der Simpsons. Sam Simon erlag in Los Angeles seinem langen Krebsleiden. Der TV-Produzent wurde nur 59 Jahre alt.

Keine TV-Serie hat es in der jüngeren Geschichte der USA geschafft, länger auf Sendung zu bleiben als die Simpsons. In mittlerweile 26 Staffeln und mehr als 560 Episoden karikieren Homer Simpson, seine Ehefrau Marge und die Kinder Bart, Lisa und Maggie das amerikanische Alltagsleben und halten dabei auch mit Kritik am typischen "American Way of Life" nicht zurück. TV-Journalist Tim Schleider schrieb einst über "Die Simpsons": "Die Serie ist eine mitunter bösartige, hoch zynische Abrechnung mit dem American Way of Life und den Idealen des American Dream."

Spende für einen angeblich schwulen Bullen

Dass heute meist nur noch Matt Groening genannt wird, wenn es um den Erfinder der Show geht, liegt auch daran, dass Simon sich mit seinem Kollegen kurz vor dem Ende der vierten Staffel überworfen haben soll und anschließend seine Abkehr von der Show bekanntgab. Trotzdem wird Simon im Abspann noch immer als einer der "Co-Creator" genannt. Ein nicht ganz unwichtiges Detail, das Simon zu einem schwerreichen Mann machte, da er auch nach seinem Ausscheiden bei der Serie weitehrin an der jährlichen Gewinnausschüttung beteiligt wurde.

Einen Großteil seines Vermögens – geschätzte 100 Millionen Dollar – hat der 2012 an Darmkrebs erkrankte Produzent angeblich an diverse Tierschutzorganisationen gespendet. Simon galt als großer Tierfreund und spendete im vergangenen November 6200 Euro für einen todgeweihten Bullen, der wegen seiner angeblich homosexuellen Orientierung nicht an Paarungsritualen mit Kühen teilnehmen wollte. Dank Simon durfte der Bulle seinen Lebensabend auf einem Gnadenhof verbringen.

Der Lieblingshund am Sterbebett

Die Tierliebe Simons reichte noch viel weiter. Er gründete eine Stiftung, die es sich zur Aufgabe machte, Straßenhunde zu retten. Er selbst hatte seinen Lieblingshund bei sich, als er am vergangenenSonntag in Los Angeles verstarb.

Der Simpsons-Miterfinder hatte schon während seines langen Leidenswegs kein Geheimnis aus seiner Erkrankung gemacht. Regelmäßig teilte er auf Twitter seine Gefühle mit und zeigte sogar Fotos aus dem Krankenhaus.

In einer Erklärung der Sam Simon Foundation hieß es am Montag: "Diejenigen, die ihn kannten wissen, dass seine Stimme für immer in unseren Köpfen bleibt. Sein Sinn für Humor wird uns auch weiterhin zum Lachen bringen, sein Mitgefühl und seine Großzügigkeit wird weiterhin großen Einfluss auf unsere Leben haben." Und Schauspieler Hank Azaria, der diverse Charaktere in der US-Version der "Simpsons" spricht, twitterte zum Tod von Simon: "Ruhe in Frieden und Danke für die Simpsons, Sam Simon."