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Neue Folgen der "Harald Schmidt Show" Dreht Schmidt jetzt endlich auf?


Obwohl sein Wechsel zu Sat1 ansteht, ist er jetzt erstmal weiter in der ARD zu sehen: Harald Schmidt kommt aus der Sommerpause zurück. In den neuen Folgen der "Harald Schmidt Show" hat der Entertainer einen neuen Sidekick - und es gibt Grund zur Hoffnung, dass der Meister des Late-Nights an alte Glanzzeiten anknüpft.
Von Ulrike Klode

Er sei müde geworden, seine Witze zündeten nicht mehr, in der ARD habe er sich auf sein Altenteil zurückgezogen. So hieß es noch bis vor kurzem über Harald Schmidt. Doch seit am Montag bekannt geworden ist, dass er zu Sat1 wechselt, ist die Hoffnung wieder da. Die Hoffnung, dass Harald Schmidt fernab von den Öffentlichen-Rechtlichen im Haifischbecken des Privatsenders wieder zu alter Form zurückkehrt.

Ob ihn bereits die Aussicht auf den Wechsel in einem Jahr aufrüttelt, wird am Donnerstagabend im Fernsehen zu sehen seien. Denn um 23 Uhr meldet er sich mit seiner "Harald Schmidt Show" in der ARD aus der Sommerpause zurück. Und das mit dem seit Jahren bewährten Konzept: Der Meister sitzt an seinem Schreibtisch, macht Witze, plaudert mit einem Studiogast. Musikalisch umrahmt von dem, der von Anfang an dabei ist - Helmut Zerlett. Die einzige Neuerung: Harald Schmidt hat einen neuen Sidekick. Es ist Max Giermann - der Mann, der in der Parodien-Reihe "Switch Reloaded" auf Prosieben die Zuschauer mit seinen Überzeichnungen von Stefan Raab, Johann Lafer oder Christian Rach zum Lachen bringt. Der Comedian soll in der "Harald Schmidt Show" Figuren parodieren, die in den Schlagzeilen sind.

Die ARD: stolz - und planlos

Vor sechs Jahren feierte die ARD den Entertainer als "Multitalent", der damalige ARD-Vorsitzende Jobst Plog nannte ihn "die überragende TV-Persönlichkeit dieser Tage", die exakt ins Programmprofil passe. Man war stolz, ihn von Sat1 zurückgeholt zu haben. Seine millionenschwere Verpflichtung wurde durch Einsparungen vor allem bei Sportrechten bezahlt. Doch in der ARD konnte Schmidt nicht an die Glanzzeiten der "Harald Schmidt Show" bei den Privaten anknüpfen. Seine Arbeit im Öffentlich-Rechtlichen war in den vergangenen Jahren von manchem Hickhack begleitet. Viele Feuilletons bescheinigten Schmidt, dem einst als Tabubrecher, Provokateur und "Dirty Harry" gefeierten TV-Star, einen Niedergang - er stelle seine Langeweile zur Schau und sei ausgebrannt. Auch die Quoten blieben hinter dem zurück, was sich die Verantwortlichen bei der ARD insgeheim erhofft hatten.

2007 dann der Rettungsversuch: Die ARD stellte Schmidt den Comedian Oliver Pocher an die Seite. Die Sendung hieß von nun an "Schmidt & Pocher", der 21 Jahre jüngere Pocher sollte das jüngere Publikum ansprechen - und den alten Meister zu neuer Höchstleistung anstacheln. Das Konzept ging nicht auf, die beiden fanden nicht zueinander. Die Kritiken waren schlecht, die Zuschauer schalteten ab. Im April 2009 war das Experiment beendet, die Schmidt-Fans durften hoffen. Denn ab Herbst 2009 ging Schmidt wieder allein auf Sendung. Doch schnell wurde klar: Der Meister ist müde. Und die ARD-Oberen? Sie wussten offenbar nicht so richtig, was sie mit ihm anstellen sollten. Es gab keine Gespräche mit ihm, wie Schmidt nun der Wochenzeitung "Zeit" verriet. Von irgendwelchen Plänen habe er nichts gewusst.

Welche Pläne er für seinen Neuanfang bei Sat1 in einem Jahr hat, weiß Schmidt selbst noch nicht: "Die Frage, wer mein Sidekick werden wird, gehen wir in aller Ruhe an. Ich hoffe, dass Helmut Zerlett wieder dabei ist. Alles andere wird sich ergeben", sagte er im Gespräch mit der "Zeit". In jedem Fall wolle er wieder da anknüpfen, wo er mal gewesen sei - und nennt als Vorbild die US-Late-Night-Legende David Letterman: "Die Sendung von David Letterman, als er dem Publikum sagte, dass er fremdgegangen ist und deswegen erpresst wurde. Sensationell, wie er das gemacht hat. Ein Mann verschmilzt mit der eigenen Show. Da will ich wieder hin, es muss alles extrem werden."

Die "Harald Schmidt Show" läuft ab Donnerstag, 16. September, um 23 Uhr in der ARD.

mit DPA

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