HOME

Frederic von Anhalt: "Mit Marcus hab ich keinen Kontakt - und das ist gut so!"

Der Adoptiv-Vater von "Promi Big Brother"-Hausbewohner Marcus von Anhalt will nichts mehr mit seinem Sohn zu tun haben. Der Mann von Zsa Zsa Gabor denkt im Interview mit stern viel lieber über eine mögliche Rückkehr nach Deutschland nach. 

Von Andreas Renner, Los Angeles

Prinz Frederic von Anhalt, Prinz Marcus von Anhalt

Prinz Frederic von Anhalt hält von seinem Adoptivsohn Marcus, der gerade bei "Promi Big Brother" teilnimmt, nicht viel.

Dass sein Adoptivsohn Marcus von Anhalt derzeit bei "Promi Big Brother" mit anderen Möchtegern-Stars unter einem Dach haust, hat Frederic von Anhalt erst vom stern erfahren. Der 73-Jährige mit dem erkauften und erschlichenen Adelstitel guckt nämlich kaum fern. Außer die reißerischen Fox-News und alles über den "irrsten Wahlkampf der letzten Jahrzehnte" zwischen Hilary Clinton und Donald Trump, bei dem von Anhalt als eingefleischter Republikaner den New Yorker Milliardär unterstützt. Was nicht wirklich verwundert, denn sowohl Trump als auch von Anhalt sind echte Meister in Sachen Selbstdarstellung. Was Hans-Robert Lichtenberg, so der bürgerliche Name des Prinzen, von seinen Adoptivsöhnen wie Marcus von Anhalt nicht behaupten will.

"Die stammen aus dem Rotlichtmilieu oder sind Alkoholiker, die ticken einfach ganz anders. Ich bin froh, dass ich mit denen allen nichts mehr zu tun habe", sagt von Anhalt in einem Interview mit dem stern. Ausführlich berichtet Frederic von Anhalt darüber, wie fürsorglich er sich täglich um seine 99-jährige, bettlägerige Frau Zsa Zsa Gabor kümmert. Wie er sie mit Eiscreme verwöhnt, denn "das liebt sie. Und sie will immer noch jeden Tag geküsst werden". Bei der Frage, wer sich später mal um ihn kümmern wird, stockt der sonst so redefreudige Prinz für einen Moment. Seine Adoptivkinder wie Marcus von Anhalt jedenfalls nicht. "Ich habe die alle seit Jahren nicht gesehen und das ist gut so. Die können sich einfach nicht benehmen, das ist mir peinlich, so was brauche ich nicht in meinem Leben", ätzt von Anhalt. "Kamen sie früher mal zu Besuch und nisteten sich in der Villa ein, standen schon mal nachts um zwei Uhr die Nutten vor der Tür und machten Randale. Es wurde nur gesoffen und gehurt, das will ich hier nicht haben und meine Frau auch nicht“, erzählt von Anhalt.

Adoption als Geschäftsmodell

Die vier Adoptionen, das ist längst klar, waren reine Geschäftsmodelle, mit denen der gewiefte falsche Prinz aus Bad Kreuznach einfach nur Millionen verdiente, aber sicher keine emotionale Bindung zu Typen wie Marcus von Anhalt aufbaute. "Ich habe es versucht und war anfangs sehr nett zu ihnen, aber die haben mich nach der Adoption erstmal sofort zum Notar geschleppt und mich Verzichtserklärungen unterschreiben lassen damit ich keinerlei finanzielle Ansprüche geltend machen kann. Die kehren sich einen Dreck um Zsa Zsa und mich", sagt von Anhalt. Dass "Sohn" Marcus nun in einer Reality-Show mitwirkt und der Name "von Anhalt" dadurch erneut wenig schmeichelhaft im Gespräch ist, juckt den Hollywood-Prinzen wenig. Dafür hat er sogar ein bisschen Verständnis: "Ich habe das ja auch mal gemacht, in der Reality-Serie 'Die Burg’. Weil die Quoten schlecht waren, hat man mich angehalten für etwas Stimmung zu sorgen. Da habe ich in das Badewasser einer Mitkandidatin gepinkelt. Das hat dann für genug Aufsehen gesorgt", erinnert sich von Anhalt an die eigene, ebenfalls wenig ruhmreiche Reality-Karriere vor elf Jahren.

"Promi Big Brother": Prinz, Ex-Profi und Busenwunder - die Gewinner und Verlierer der Show
Promi Big Brother Edona James

Verlierer: Edona James

Sie ist die buchstäblich erste Verliererin dieser Show. Nach nur einem Wochenende im "Promi Big Brother"-Haus musste Edona James ihre Koffer packen. Der Grund: Die 29-Jährige hat gegen Regeln verstoßen. Zuvor soll es am Montagmorgen zum Eklat zwischen James und Prinz Marcus von Anhalt gekommen sein, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Demnach soll sich James mehrfach im Sprechzimmer beschwert und mit Auszug gedroht haben. Doch auch ohne die Verbannung zählt Edona zu den Verlierern. Denn an den drei Tagen im Container fiel sie fast nur negativ auf. Sie schien der Show nicht gewachsen, nervte ständig ihre Mitbewohner und sorgte für viel Stress. Mit dieser Performance hat sie sich nicht gerade für weitere TV-Einsätze empfohlen.


"Promi Big Brother" interessiert ihn nicht

Was Marcus bei "Promi Big Brother" so alles treibt oder ob der Protz-Prinz und Ex-Knacki am Ende vielleicht sogar gewinnt, ist dem Adoptiv-Vater ziemlich Schnuppe. Frederic von Anhalt hat ganz andere Sorgen. Er weiß, sein Traum vom Hollywood-Highlife wird bald zum Ende kommen. Zsa Zsas Gesundheitszustand lässt mehr und mehr nach, "es geht ihr den Umständen entsprechend, aber nicht wirklich gut. Es geht langsam bergab", sagt von Anhalt über den Gesundheitszustand seiner Frau, mit der er seit 30 Jahren verheiratet ist. Eine Zweckehe in vielerlei Hinsicht, aber Frederic hält sich bis zum Schluss an die Abmachungen - und dazu gehört die Pflege seiner kranken Frau bis in den Tod. "Es ist ihr Geld, sie hat es verdient und soll daher die bestmögliche Versorgung haben. Darum kümmere ich mich. Und wenn am Ende etwas übrig ist, dann mache ich mir davon noch ein schönes Leben“, sagt von Anhalt. Das habe er auch verdient, glaubt er. Denn "schließlich habe ich mich 30 Jahre lang um den gesamten Clan gekümmert. Immer wenn bei den Gabor-Schwestern oder bei Zsa Zsas Mutter etwas Unangenehmes anstand, musste ich mich drum kümmern. Ich habe sogar Zsa Zsas Tochter Francesca human unter die Erde gebracht, obwohl sie mir das Leben zur Hölle gemacht hat. Von den Hiltons hat sich keine Sau darum gekümmert."

Von Anhalt verdient monatlich um die 60.000 Dollar

Wie es für ihn weitergeht, wenn Zsa Zsa mal nicht mehr ist, darüber macht sich der Prinz in letzter Zeit wieder mehr Gedanken. Finanziell hat er nach Jahren von Bankrottdrohungen wieder alles im Griff. Das luxuriöse Anwesen an der noblen Bel Air Road wurde 2013 für elf Millionen Dollar verkauft - Gabor und ihr Prinz haben aber noch Wohnrecht bis nach Zsa Zsas Tod. Von Anhalt kassiert nach eigenen Angaben monatlich zwischen 20.000 und 25.000 Dollar aus den Filmrechten von Eva Gabor. Und weitere 40.000 pro Monat an Mieteinnahmen vom ehemaligen Gabor-Juwelenladen in der New Yorker Madison Avenue. "Das Haus verkaufe ich später mal, das dient meiner Altersrente", sagt von Anhalt. Das und die rund 600 Kleider, die Zsa Zsa Gabor noch im Schrank hängen hat. Ihr Schmuck oder auch das Original-Bett von Prinzessin Diana im ersten Stock des Hauses. Für den Esstisch im Wohnzimmer, "an dem schon Ronald Reagan, Sinatra und Sammy Davis Jr. gesessen haben", wurde ihm bereits 20.000 Dollar geboten.

Seinen Lebensabend wird Frederic von Anhalt wohl nicht in Los Angeles verbringen. "Ich habe in Hollywood alles erlebt und jeden getroffen. Ich werde wohl wieder in Deutschland enden, das ist einfach ein sehr, sehr schönes Land. Und ich habe noch viele Freunde dort". München ist seine Lieblingsstadt, "dort irgendwo auf dem Land zu leben, das kann ich mir sehr gut vorstellen". Nach einem Leben voller Tragik, Skandale und dem High-Life sehnt sich der Prinz nun nach etwas mehr Ruhe. "Vielleicht schreibe ich noch ein Buch, ansonsten lasse ich es gerne etwas ruhiger angehen", sagt er. Doch bis es soweit ist, spielt er gerne noch ein bisschen die Rolle des deutschen Prinzen von Hollywood.