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"Amazing Race" Mann saß zehn Jahre unschuldig in Haft – jetzt reist er als Kandidat von Reality-Show um die Welt

Ein Mann hinter Gittern als Symbolfoto für die Geschichte von Reality-Show-KandidatRyan Ferguson
Fast zehn Jahre lang fristete Ryan Ferguson ein Leben hinter Gittern für einen Mord, den er nicht begangen hat (Symbolfoto)
© Getty Images
In der US-Serie "Amazing Race" reisen die Kandidaten um die ganze Welt. Einer von ihnen ist der 37-jährige Ryan Ferguson, der zehn Jahre unschuldig im Gefängnis saß – wegen eines Mordes, den er nicht begangen hat.

Die TV-Sendung "Amazing Race" ist in den USA eine beliebte Reality-Show. Hier werden elf Teams auf eine Reise um die Welt geschickt. Die Paare müssen dabei unterschiedliche Aufgaben lösen und dem Siegerteam winkt am Ende eine Prämie von einer Million Dollar.

In diesem Jahr geht auch der Amerikaner Ryan Ferguson zusammen mit seinem besten Kumpel an den Start. Das Besondere daran: Der 37-Jährige saß zehn Jahre im Gefängnis für einen Mord, den er nicht begangen hat.

Ryan Ferguson wegen Mordes verurteilt

Es war im November 2001 als der damalige Herausgeber der Columbia "Daily Tribune" auf dem Parkplatz der Zeitung in Columbia, im US-Bundesstaat Missouri, erschlagen und erwürgt wurde. Damals war Ferguson 17 Jahre alt. Der Mord blieb zwei Jahre lang ungeklärt, bis die Polizei einen Hinweis auf einen Mann erhielt, der an diesem Abend mit Ferguson gefeiert hatte. Doch er konnte sich nicht an den Abend des Mordes erinnern und befürchtete, dass er in den Mord verwickelt sein könnte. Obwohl er sich nicht erinnern konnte,  gab er die Tat zu und verwickelte den inzwischen 19-jährigen Ferguson in den Vorfall, woraufhin beide wegen Mordes verurteilt wurden.

Obwohl es am Tatort keine physischen oder DNA-Beweise für die beiden gab, führten die Aussages des mutmaßlichen Täters und die Aussage eines Hausmeisters, der behauptete, sie am Tatort gesehen zu haben, zur Verurteilung. Zwar widerrief der Zeuge später seine Aussage und Ferguson beteuerte während des gesamten Prozesses seine Unschuld, trotzdem wurde er zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt, während der andere sich auf einen Vergleich einließ, der ihm eine 25-jährige Haftstrafe einbrachte.

Reality-Show-Teilnehmer hat eigenen Podcast

Die Anwältin Kathleen Zellner, die auch den aus der US-Serie "Making a Murderer" bekannt gewordenen Steven Avery vertritt, trug dazu bei, Fergusons Verurteilung 2013 aufzuheben. Ein Berufungsgericht hatte damals entschieden, dass er kein faires Verfahren erhalten hatte, weil die Staatsanwaltschaft Beweise zurückgehalten hatte. Daraufhin wurde er nach fast zehn Jahren Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen. 2017 wurde ihm von einem Bundesgericht ein Schadenersatz von elf Millionen US-Dollar zugesprochen.

Inzwischen ist er nach New York gezogen, wo er seine Karriere als Immobilien-Makler verfolgt. Zudem hat er seinen eigenen Podcast mit dem Titel "Prison Counts" ins Leben gerufen, in dem Gefängnis-Insassen zu Wort kommen. "Es gibt viele gute Leute im Gefängnis, die große Fehler gemacht haben und ihre Strafe verdienen. Aber sie verdienen es auch, ein Leben zu haben, wenn sie rauskommen", so Ferguson. "Ich wollte ihnen die Möglichkeit geben, ihre Wahrheit zu erzählen und sie zu vermenschlichen, weil sie unsere Unterstützung brauchen, wenn sie wieder in unsere Welt kommen".

Quellen: Newsweek, ABC-Newskathleenzellner.com

jek

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