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TV-Kritik

"Denn sie wissen nicht, was passiert": RTL-Show dauert vier Stunden - da versagen selbst Gottschalk, Jauch und Schöneberger

Selbst zu seinen besten "Wetten, dass ..?"-Zeiten hat er das nicht fertig gebracht: Thomas Gottschalks RTL-Show ""Denn sie wissen nicht, was passiert" dauerte am Samstagabend ganze vier Stunden. Schuld daran war nicht der Moderator, sondern absurde Spielideen.

"Denn sie wissen nicht, was passiert"

"Denn sie wissen nicht, was passiert" heißt die neue RTL-Show. Was sie tun, auch nicht: Thomas Gottschalk und Günther Jauch am Gerät, Oliver Pocher und Pietro Lombardi am Spielpult

RTL II

Oliver Pocher schiebt die Toastscheiben in den dafür bereit gestellten Toaster. Wann fliegt das fertig gebräunte Gebäck aus dem Gerät? Das soll er zusammen mit seinem Teamkollegen Pietro Lombardi korrekt einschätzen und rechtzeitig einen Buzzer drücken, der dann einen 20-Sekunden-Zeitraum definiert. Fliegt der Toast in dieser Zeit heraus, bekommt er einen Punkt. 

Lange, sehr lange Minuten beginnen, denn offenbar ist der Bräunungsgrad auf der höchsten Stufe eingestellt. Er, Lombardi und die Gegenkandidaten Günther Jauch und Barbara Schöneberger retten sich in ein Geplänkel über Toast im allgemeinen und sinnloses Warten im allgemeinen. Nach gefühlten fünf Minuten versagt selbst die Schlagfertigkeit von Moderator Thomas Gottschalk. Dann macht es endlich klick. Hallelujah, der Toast ist da.

Vier Stunden können ganz schön lang werden

Das Toastspiel war nur eines von vielen in der neuen RTL-Show "Denn sie wissen nicht, was passiert". Die Idee: Weder der Moderator noch die Kandidaten wissen vor der Show, was sie erwartet. Die Protagonisten müssen improvisieren. Eigentlich genau das richtige Metier für eingefleischte TV-Granden wie Thomas Gottschalk, Günther Jauch und Barbara Schöneberger. Doch selbst sie stellten am Ende fest: Vier Stunden können ganz schön lang werden. Erst recht für den Zuschauer.

Das lag vor allem an den wenig originellen und teilweise kompliziert erdachten Spielen. Karaoke-Singen in der schalldichten Kabine, Worte erraten und dabei schaukeln, ein Musikquiz als Bilderrätsel und eben Warten auf den Toaster. Ein Kindergeburtstag entwickelt mehr Dynamik. Es ist allein den Kandidaten und dem Moderator zu verdanken, dass die Show nicht genau so langweilig wurde wie das Rumsitzen im "Promi Big Brother"-Container.

Oliver Pocher punktet mit Selbstironie

Es war die Stunde von einem, der im TV schon längst abgeschrieben schien: Oliver Pocher. "Ich übernehme jetzt einfach mal die Sendung, ich könnte auch jederzeit moderieren", stellte er zu Beginn fest. Mit viel Selbstironie hielt er dann die Altherrenwitze von Jauch im Gottschalk im Zaun und siegte am Ende haushoch gegen Jauch und Schöneberger.

Die schien am Toastspiel übrigens großes Gefallen gefunden zu haben: "Jetzt haben wir das Spiel doch gerade erst kapiert", sagte sie, nachdem Pocher und Lombardi bereits gewonnen hatten und forderte eine weitere Runde. Doch Gottschalk hatte ein Einsehen! Puh.

mai