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"Sing meinen Song": "Ich war auch nicht sympathisch": Die demütige Lena-Folge

"Sing meinen Song" mit Lena Meyer-Landrut: Musikalisch passiert nicht viel, dafür zeigt sich die ESC-Siegerin von ihrer privaten Seite. Und manchmal blitzt er wieder auf, der alte Lena-Charme.

Lena Meyer-Landrut

Lena Meyer-Landrut bei "Sing meinen Song"

Und plötzlich erinnert man sich wieder: Ja, genau - so war das doch! Damals, im Frühjahr 2010, als Lena Meyer-Landrut frisch auf den Fernsehbildschirmen auftauchte, redete, wie ihr der Schnabel gewachsen war und mit Stefan Raab herum alberte. Heute ist die 26-Jährige mehr für belanglose, aber werbewirksame Instagram-Fotos und Youtube-Clips bekannt, doch "Sing meinen Song" schaffte es am Dienstagabend, in kurzen Momenten den Lena-Charme von früher aufblitzen zu lassen.

Klar, ein bisschen nervig ist es schon, wenn Meyer-Landrut vor den Kollegen The BossHoss, Moses Pelham, Stefanie Kloß, Paddy Kelly, Gentleman und Mark Forster zum Beispiel ungefragt in einen Britney-Spears-Song ausbricht. Aber hey: "Ich war schon immer sehr extrovertiert, egal ob Zaubertricks oder Modenschau - ich wollte Unterhalterin werden!", sagt Meyer-Landrut. Die Gastgeber BossHoss - die der Sendung als Moderatoren übrigens sehr gut tun - fragen nach: Woher nahm sie damals mit 19 Jahren ihre Coolness?

Tränen bei Lena zum Song von Moses Pelham

"Weil ich es nicht gecheckt hab. Ich bin immer ohne schlechte Gedanken, ohne Pflichtbewusstsein, ohne an Konsequenzen zu denken da durchgegangen. Ich war bis zum ESC immer im Hier und Jetzt", sagt Meyer-Landrut rückblickend. In der Musikerrunde in Südafrika wirkt sie sehr reflektiert, erzählt, dass sie viel über ihre Aufgabe im Leben nachgedacht habe und den Leuten Freude schenken möchte. Und, dass das nicht immer so war. Nach der zweiten ESC-Teilnahme sei sie in ein Loch gefallen.

"Das war eine schwierige Phase. Ich war viel traurig und sauer und habe mich auch anders verhalten", erzählt Meyer-Landrut. Oder wie es Moses Pelham formuliert: "Du wirktest auch einfach nicht sympathisch". "Na klar, weil ich nicht sympathisch war gerade", gibt Meyer-Landrut zu. Leider fragt keiner nach, ob sie sich noch einmal die "Durch die Nacht mit..."-Folge von 2012 angeschaut hat, in der sie Rapper Casper mit ihrer Gehässigkeit fast zur Verzweiflung trieb. Oder das berühmt-berüchtigte Interview mit Frank Elstner.


Lena Meyer-Landrut wird persönlich

"Ich habe mich oft unverstanden gefühlt," sagt sie. Doch diese Lena scheint Meyer-Landrut hinter sich gelassen zu haben. Bei "Sing meinen Song" gibt sie sich dankbar, fast demütig. "Wirklich vielen Dank, dass ich hier sein darf", sagt sie immer wieder. Freut sich, wenn Mark Forster ihren ESC-Hit "Satellite" als Ballade performt und weint, als Moses Pelham das Lied "Home" in "Meine Heimat ist ein Herz" umwandelt. Die Tränen sind ihr sichtlich unangenehm - umso überraschender kommt ihr eigener Auftritt. In der Ballade "If I Wasn't Your Daughter" singt sie über ihr schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater

Musikalisch ist "Sing meinen Song" in dieser Staffel ziemlich langweilig - Gentleman knallt unter alles seinen Reggae-Beat, die Jungs von The BossHoss packen vorhersehbar die Gitarren aus. Unterhaltsam sind die Geschichten und die Emotionen der Kandidaten trotzdem. Zum Schluss fidelt der "Stadion-Paddy" (Gentleman) noch eine irische Version von Meyer-Landruts "Traffic Lights", dann ist die Lena-Zeitreise auch wieder vorbei. Und Moses Pelham weiß: "Ich bin jetzt Lena-Fan." So wie es ganz Deutschland einmal war, damals, im Frühjahr 2010.

Lena in Oslo