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"Tatort" aus Dresden: Das Geschäft mit der Einsamkeit - ein "Tatort" aus der Dating-Hölle

Um den Mord an einer Studentin aufzuklären, melden sich die Dresdner Kommissarinnen bei einem Dating-Portal an - und geraten dabei selbst in Gefahr. Ein "Tatort" darüber, wie Menschen aus der Einsamkeit anderer Profit schlagen.

"Tatort aus Dresden

Szene aus dem Dresden-"Tatort": Kommissarin Henni Sieland (Alwara Höfels) trifft sich mit dem Verdächtigen Petrick Wenzel (Aleksandar Jovanovic) zum Date - und muss sich gegen dessen Annäherungsversuche drastisch zur Wehr setzen.

ARD
  • 3 von 5 Punkten
  • Ein solider Krimi, der jedoch ein wenig zu vorhersehbar geraten ist.

Worum geht's?

Sie wollte nur ein bisschen Spaß haben, nun liegt sie tot vor einem Dresdner Club. Erwürgt. Ihre Anmeldung bei einem Dating-Portal hat Doro Meisner alias "Birdy" mit dem Leben bezahlt. Dabei hat sich die Studentin schon vor Monaten wieder abgemeldet. Doch jemand hat ihr Profil gehackt und in ihrem Namen Männer angemacht und um Geld betrogen. Einige der Gehörnten haben sich in einem Online-Forum zusammengeschlossen, um Rache an "Birdy" zu nehmen.

Hennie Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) vermuten den Täter unter den "Vogeljägern". Sie melden sich selbst auf der Dating-Plattform an, treffen Männer und geraten dabei selbst in Gefahr.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

"Wer jetzt allein ist" heißt diese Folge, in Anlehnung an ein berühmtes Rilke-Gedicht. Das eigentliche Thema dieses "Tatorts" ist Einsamkeit und die Suche nach dem richtigen Partner. Das betrifft die hier gezeigten Männer. Aber auch die beiden Kommissarinnen, die zwar nur aus Ermittlungsgründen Dates annehmen, dabei aber merken, dass ihnen im Leben jemand fehlt. Den Machern (Buch: Erol Yesilkaya, Regie: Theresa von Eltz) ist die Darstellung einiger präzis beobachteter Charaktere gelungen.

Was stört?

Das Thema Liebe im Internet ist schon in zahlreichen Krimis und "Tatort"-Folgen ausgeschlachtet worden. Der aktuelle Fall fügt dem keine neuen Facetten hinzu. Zudem ist der Film recht übersichtlich konstruiert. Der Kreis der Verdächtigen ist gering, und der Zuschauer bekommt früh eine Ahnung, wer der Täter ist.

Die Kommissare?

Henni Sieland und Karin Gorniak sind diesmal in besonderem Maße in den Fall involviert: Sie melden sich bei einem Datingportal an und treffen sich privat mit Verdächtigen. Beide zahlen einen hohen Preis: die eine verliebt sich, die andere hängt danach ihren Job an den Nagel. Einziger Gewinner dieses Falls ist ihr Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach): Der muss auf Gorniaks Sohn aufpassen und freundet sich mit dem Jungen an. Am Ende lernt der Schlagerfan sogar noch etwas über coole Musik.

Ein- oder Ausschalten?

Zum Ausklang des Pfingstwochenendes ist dies ein beschaulicher "Tatort", der niemanden überfordert. Schalten Sie ruhig ein.

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