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Maximilian Brückner: Der jüngste "Tatort"-Kommissar

27 Jahre jung und schon Kommissar: Maximilian Brückner tritt die Nachfolge von Jochen Senf alias Max Palu an und übernimmt die Ermittlungen im Saarland-"Tatort".

Er war schon Mozarts Kumpel und bester Freund des Widerstandskämpfers Hans Scholl, er fischte in "Männer wie wir" als schwuler Torwart die Bälle von der Linie weg und wurde so richtig durch Dieter Wedels Zweiteiler "Papa & Mama" bekannt: Maximilian Brückner, 27, Schauspieler, festes Ensemble-Mitglied am Münchner Volkstheater und beim Salzburger "Jedermann" dabei, ältestes von acht Kindern einer bayerischen Bauernfamilie.

Die wird sich am 15. Oktober mit besonderem Stolz vor dem Fernsehschirm versammeln. Denn dann wird dort Maximilian Brückner im "Tatort"-Film "Aus der Traum" zu sehen sein, ein erstes Mal als Palu- Nachfolger und neuer Kommissar Franz Kappl im saarländischen "Tatort". Ein Kommissar, der wie Brückner selbst aus Bayern kommt: "Aber ich laufe nicht in Krachledernen herum und spreche nur zuweilen bayerischen Akzent", kündigt er an.

Er ist eben nur "einer von außen", der etwas misstrauisch von den "Einheimischen" beäugt wird, vor allem vom bisherigen Palu-Kompagnon Gregor Weber (Stefan Deininger), der selbst auf die Palu-Nachfolge geschielt hatte. Die Sekretärin Frau Braun, von Alice Hoffmann gespielt, wird auch nicht mehr wie von Palu bei jeder Gelegenheit angeblafft, sondern liebevoll von Kappl als "unsere Miss Marple" in die Fälle einbezogen.

Anderer Wind als bei Palu

Es weht ein anderer Wind also als in Palu-Tagen. Den Vergleich mit dieser Legende scheut Brückner nicht: "Ich sehe so völlig anders aus, bin ja auch wenigstens eine Generation jünger, dass uns wohl niemand im Ernst vergleichen wird." Er selbst sei kein großer Krimi-Seher, hätte als Kind den Schimanski toll gefunden, aber das sei es auch schon gewesen. Dennoch: "Natürlich ist es für jeden Schauspieler eine Ehre, in die Liga der 'Tatort'-Kommissare aufgenommen zu werden."

Es gibt genug weibliche Kommissarinnen

Zu Abgang seines Vorgängers Jochen Senf, der öffentlich dagegen protestiert hatte, will er sich nicht groß äußern: "Ich weiß davon nichts, und es geht mich auch nichts an", sagt Brückner. Redakteurin Inge Plettenberg wird deutlicher: "Palu war als Typ einfach erstarrt. Wir brauchten ein frisches Gesicht." Ob Mann oder Frau war anfangs noch die Frage. "Aber wir haben derzeit genug Kommissarinnen. Alle möglichen Farben sind besetzt."

Dem Theater will er treu bleiben

Der Kappl soll ein selbstbewusst fröhlicher Typ sein, ein Hirn-Mensch, der scharf und genau denken kann. Im ersten Fall führt er sich schon mal leicht makaber ein. Auf die Frage, was er denn in der mitgeführten Kiste habe, sagt er: "Eine Leiche. Die muss ich bei der Kripo abgeben." Gelassenheit demonstriert Brückner auch für den Fall, dass ihn das Publikum nicht so akzeptieren sollte: "Ich mache ja auch genug anderes, drehe gerade wieder mit Wedel. Und außerdem gibt es noch immer das Theater." Denn dem will er treu bleiben: "In jedem Fall".

Paul Barz/DPA / DPA