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ARD-Krimi Trotz Quotendesaster - Improvisations-"Tatort" wird fortgesetzt

Tatort aus Ludwigshafen
"Babbeldasch"-Regisseur Axel Ranisch, (links, mit Ulrike Folkerts und Peter Espeloer) hat einen weiteren Ludwigshafen-"Tatort" gedreht, der abermals ohne Drehbuch entstanden ist.
© SWR/Martin Furch
Die "Bild" bezeichnete "Babbeldasch" als "schlechtesten Tatort aller Zeiten". Dennoch wird es von dem ohne Drehbuch entstandenen Film eine Fortsetzung geben.

Eine konfuse Handlung, viel Mundart, laienhafte Schauspielleistungen und eine Leiche, die im Traum erscheint: die am Sonntagabend gesendete "Tatort"-Folge "Babbeldasch" war nicht jedermanns Geschmack. Die "Bild"-Zeitung warnte schon Tage vor der Ausstrahlung mit mehreren Artikeln vor dem "schlechtesten Tatort aller Zeiten".

Das sahen die Zuschauer offenbar ähnlich: Der ohne Drehbuch und mithilfe eines Laienensembles entstandene Krimi fuhr eine historisch schlechte Quote ein: Nur 6,35 Millionen Zuschauer schalteten am Sonntag um 20.15 Uhr im den "Tatort" aus Ludwigshafen ein. Gewöhnlich schauen sich acht bis zehn Millionen Menschen den ARD-Sonntagskrimi an, beim Münster-"Tatort" mit Thiel und Boerne können es schon mal über 13 Millionen sein - das sind mehr als doppelt so viele Zuschauer wie Lena Odenthal jetzt hatte.

Noch ein "Tatort" ohne Drehbuch

Dennoch soll es eine Fortsetzung dieses Films geben. Wie der SWR auf Anfrage des stern bestätigte, ist ein weiterer Ludwigshafen-"Tatort" mit "Babbeldasch"-Regisseur Axel Ranisch abgedreht und befindet sich in der Postproduktion. Der Film ist ebenfalls ohne Drehbuch entstanden. Die Dialoge sind also wieder improvisiert, dafür sei der Film aber "durchgängig mit professionellen Schauspielern" besetzt.

Die "Tatort"-Folge "Waldlust" soll über einem hohen "Gruselfaktor" verfügen. Das Ludwigshafener Team um Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) fährt in den Schwarzwald, wo sie im Hotel Waldlust absteigen. Das scheint allerdings nicht sehr gut zu laufen: Mit Ausnahme einer betagten Schauspielerin gibt es keine weiteren Gäste. Dafür finden die Ermittler im Essen menschliche Knochen.

Im nächsten Fall steht Kopper im Mittelpunkt

Ausgestrahlt wird die Folge voraussichtlich 2018. Davor gibt es noch einen anderen "Tatort" aus Ludwigshafen. Darin soll Mario Kopper (Andreas Hoppe) stärker im Vordergrund stehen, der am Sonntag nur am Rande vorkam.

Alle, denen "Babbeldasch" zu experimentell war, können beruhigt sein: In dieser Folge gibt es ein richtiges Drehbuch, zudem wurde mit Roland Suso Richter ein erfahrener Regisseur verpflichtet.


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