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"The Night Manager" im ZDF: Fernsehen kann so sexy sein

Tom "Loki" Hiddleston und Hugh "Dr. House" Laurie haben mit der Miniserie "The Night Manager" einen TV-Diamanten geliefert. Der glitzert nun endlich auch im Free-TV. Aber die Frage ist: Halten Sie durch, jeweils eine Woche zu warten? 

Von Sophie Albers Ben Chamo

Hugh Laurie, Tom Hiddleston, Elizabeth Debicki,  Olivia Colman und Tom Hollander sind das Ensemble von "The Night Manager"

Hugh Laurie, Tom Hiddleston, Elizabeth Debicki, Olivia Colman und Tom Hollander bringen "The Night Manager" zum Strahlen

Genau genommen ist "The Night Manager" ein Harry Potter für Erwachsene: Ein normaler Typ gerät in eine gefährliche Situation, in eine faszinierend neue Welt und entdeckt plötzlich Talente in sich, die ihn am Ende alle Schwierigkeiten meistern lassen. Aber Harry heißt jetzt eben Jonathan. Statt Eulen, Zauberstäben und Hogwarts gibt es Terror, Sex und internationale Waffenschieberbanden. Und, ach ja, der Zauberlehrling sieht aus wie Tom Hiddleston.

Giltzernd, sexy, großartig

Die BBC-Miniserie "The Night Manager" ist ein weiterer Beweis dafür, wie glitzernd, sexy und großartig Fernsehen sein kann, wenn man sich etwas traut und das dazu erforderliche Geld in die Hand nimmt. Hugh Laurie ("Dr. House") als umwerfend charismatischer und Voldemort-mäßig böser Waffendealer, Hiddleston ("Thor", "Only Lovers Left Alive") als effizienter Zufalls-Bond und die wunderbare Olivia Colman ("Broadchurch", "Die eiserne Lady") als verletzliche M sind die Hauptcharaktere dieser fast sechsstündigen Augenweide. Aber es sind die bis in die hinterste Reihe genial besetzten Nebenrollen, die jede Szene noch dichter und vollmundiger machen: von der mondänen Elizabeth Debicki ("The Great Gatsby") als Gespielin des Bösewichts über Tobias Menzies ("Game of Thrones") als schmieriger, geldgeiler Regierungsbeamter bis zu Tom Hollander ("Pirates of the Caribbean") als hedonistischer Mann fürs Grobe. Man kann gar nicht genug von ihnen kriegen.

Vielleicht stürzt Luxus-Hotel-Nachtportier Jonathan Pine etwas zu nonchalant los, um den Händler des Todes, Richard Roper, quer über die Kontinente zu jagen. Und vielleicht ist dieser harmlose, höfliche Mann ein bisschen zu gut im Prügeln, Töten und Überleben. Aber wie immer wieder anklingt, war er im Krieg und hat Dinge gesehen, und deshalb nimmt man Pine seine Jason-Bourne-Anfälle durchaus ab.

Besser als "Jason Bourne"

Die Geschichte über diesen Mann, der zufällig zum Maulwurf im innersten Zirkel des Bösen wird, greift in die Vollen. Doch verlieren die Szenen über das Persönliche im Politischen, die Verführung durch Macht, die Erotik der Gewalt nie die Bodenhaftung. Deshalb ist "The Night Manager" so viel besser als das vierte Jason-Bourne-Abenteuer und als jede andere aktuelle Agenten-Action. Pine lebt in unserer Welt und schlittert in eine andere, aufregendere, gefährlichere, von der wir wissen, dass es sie wirklich gibt, mit der wir aber nichts zu tun haben wollen. Wir wollen schließlich nur mal kurz Held sein. Pine ja irgendwie auch. Und er sieht dabei so unfassbar gut aus.

Mal sehen, ob Sie es aushalten, jeweils eine Woche auf die Fortsetzung zu warten.

Erster Teil: Montag, 29. August, 22:15 - 23:50 Uhr im ZDF

Zweiter Teil: Montag, 5. September, 22:15 - 00:00 Uhr im ZDF

Dritter Teil: Montag, 12. September, 22:15 - 00:15 Uhr im ZDF