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Bei "Markus Lanz" im ZDF: Thomas Gottschalk: "Ich wollte geliebt werden"

Zu Gast bei "Markus Lanz" im ZDF sprach Thomas Gottschalk über sein Ehe-Aus, das Alter und seinen neu gewonnen Wagemut. 

Thomas Gottschalk war bei Markus Lanz im ZDF zu Gast

Thomas Gottschalk war bei Markus Lanz im ZDF zu Gast – hinter ihm im Publikum saß seine neue Partnerin Karina Mroß

Als Thomas Gottschalk im Oktober 2018 bei "Markus Lanz" im ZDF zu sehen war, wirkte er deutlich gestresster, war in Streitlaune. Jetzt, fast ein Jahr später, ist der Moderator ganz entspannt, wirkt zufrieden. Das sei das Alter, machte er im Verlauf des Gespräches immer wieder klar. Vom Alter sei er tatsächlich aber völlig überrascht worden.

"Ich hatte so eine ungebrochene, untraumatisierte Biografie. Ich hatte mit den Beatles, mit Woodstock, mit Love and Peace mein Leben schön gedacht, und es gab nichts, was mich so richtig aus der Bahn geworfen hätte. Das Alter war das Erste." Und das Alter habe er nicht plötzlich zur Kenntnis genommen, "das Alter hat mich plötzlich entdeckt", erklärte er. In einer Talkshow mit Politikern sei er nie der Älteste gewesen. "Heute bin ich's." 

Thomas Gottschalk gab zu: "Ich wollte geliebt werden"

Gottschalk wollte als Moderator nie anecken. "Ich wollte immer, dass ich möglichst wenig Widerspruch erwecke, sonst hätten die Leute abgeschaltet. Und ich wollte, dass mein Publikum von mir immer das hört, was es am liebsten hört. Das ist der Sinn des Fernsehunterhalters. Ich wollte geliebt werden. Und ich musste, wenn ich geliebt werden wollte, nur auf die Straße gehen. Das war im Grunde genommen eine sehr komfortable Situation."

Ob er das öfter gemacht habe, will Moderator Lanz daraufhin wissen: "Was? Dass ich auf die Straße ging, um geliebt zu werden, weil ich Zuhause nicht genug geliebt wurde?", fragt der 69-Jährige scherzend zurück, erklärt dann aber, dass er diese Anerkennung doch irgendwie brauchen würde. Er habe gedacht, dass wenn er die Füße in Malibu hochlegen könne, er vollends zufrieden sei. "Ich habe genügend Zuneigung, Zuspruch erfahren", dachte Gottschalk und wollte sich zurückziehen. Doch so ganz zufrieden habe ihn das nicht gemacht. Daher kam er immer wieder ins Fernsehen zurück – auch, wenn das heute schwieriger sei als damals. "Heute ist es die Angst missverstanden zu werden." Man könne nicht mehr mit einer Leichtigkeit über Eierstöcke reden wie als 30-Jähriger. "Ich habe oft dummes Zeug erzählt und wusste, ich komme damit davon." Heute gebe es diese "Gnade" nicht mehr. 

Thomas Gottschalk sei heute wagemutiger, sagte er

Doch nicht nur über seine Karriere und sein harmonisches Leben sprach Gottschalk. Auch die gescheiterte Ehe mit Thea und der Brand in Malibu waren natürlich Thema. Das seien unangenehme Wahrheiten, mit denen sich der Moderator auseinandersetzen musste. "Ich habe mir mein Leben schönmoderiert", aber irgendwann könne man sich Dinge nicht mehr schönreden, nicht mehr einreden. "Dass einem der Boden unter den Füßen weggerissen wird, das konnte ich bis ins hohe Alter verhindern. Jetzt eben nicht mehr."

"Mit Gummibären und Baggerwetten" habe er sich einen Traum erfüllt, ein immer schönes Leben gehabt. "Aber es gebe nun mal Dinge, die passieren, auch wenn man die nicht für möglich gehalten hätte", versucht Gottschalk das Ende seiner Ehe zu erklären. Man werde wagemutiger, wenn man wisse, dass die Strecke, die man noch zu leben habe, kürzer werde. "Und dieser Wagemut, den ich mir mein Leben lang nicht gegönnt habe, den habe ich mir nun gegönnt." Er habe sich getraut, eine neue Beziehung einzugehen, habe diesen Schritt aber auch gut überlegt. Während er das sagte, saß seine neue Partnerin Karina Mroß hinter Gottschalk im Publikum und wirkte sehr gerührt. Thomas Gottschalk habe sich sein Leben lang geschont, dass er die Aufregung nun ganz gut vertragen könnte, sagte der ehemalige "Wetten, dass?"-Moderator.

Vielleicht sollte auch die Botschaft auf seinem Shirt zeigen, dass er den Leuten nicht mehr nach dem Mund reden möchte, nicht mehr alles tut, um von allen geliebt zu werden: "Modern Rebel" steht darauf geschrieben. Und so gab sich der Showmaster auch im Gespräch mit Markus Lanz: "Ich habe eine Entscheidung getroffen, die für viele nicht nachvollziehbar ist. Ist mir egal. Hauptsache für mich ist sie nachvollziehbar."

Quelle: "Markus Lanz" im ZDF


maf