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Kritik an Corona-Maßnahme TV-Koch Mälzer kritisiert bei Lanz die Sperrstunde – findet aber eine Sache daran gut

TV-Koch Tim Mälzer zu Gast bei Markus Lanz
TV-Koch Tim Mälzer berichtete bei "Markus Lanz", was die Sperrstunde für sein Restaurant bedeutet
© Screenshot/ZDF
Seit dem Wochenende gilt in Hamburgs Gastronomie ab 23 Uhr die Sperrstunde. Die macht auch TV-Koch Tim Mälzer zu schaffen. In der Sendung „Markus Lanz“ beschwerte er sich über die Maßnahme, sprach sogar davon, dagegen klagen zu wollen. Einen Punkt fand er allerdings "extrem unterstützenswert".

Wegen der steigenden Neuinfektionen gilt für Hamburger Gastronomen seit Samstag die Sperrstunde. Restaurants müssen ab 23 Uhr schließen, dürfen auch keinen Alkohol mehr verkaufen. Bei Kontrollen musste die Polizei gleich am ersten Abend der neuen Maßnahmen 150 Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten. Ein Club auf der Reeperbahn feierte gar eine Keller-Party mit rund 90 Menschen - alle ohne Maske, dafür "mit hartem Alkohol in großen Mengen", wie Falko Droßmann, Chef des Bezirksamts Hamburg-Mitte in der TV-Sendung "Markus Lanz" am Dienstagabend erzählte. 

"Eine Unverschämtheit", regte sich TV-Koch Tim Mälzer auf, der neben der Virologin Prof. Helga Rübsamen-Schaeff und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ebenfalls im Studio saß. "Also mir schwillt die Krawatte, ich finde dass das eine absolute Frechheit im Rahmen dieser Pandemie in der wir uns befinden", erklärte er. Es sei "unverantwortlich, anmaßend und unverschämt", schließlich habe man als Gastronom eine Verantwortung den Gästen gegenüber und würde mit so einer Aktion anderen aus dieser Branche, die verantwortungsvoll arbeiten "ins Gesicht spucken".

Tim Mälzer: Habe durch Sperrstunde Umsatzeinbußen

Dennoch sei die Sperrstunde etwas, das auch ihm sehr zu schaffen mache. "Wir sind bereit den Alkoholkonsum und Verkauf ab 23 Uhr komplett einzustellen, meinetwegen auch den Verzehr im Raum", so Mälzer, der jedoch durch die vorzeitige Schließung nach eigenen Angaben ein Fünftel seines Umsatzes verliert.

Die Gäste, die erst gegen 21 Uhr kommen, würden von vornherein "darauf getrimmt" um 22.30 Uhr den Modus des Verlassens einzuleiten und nach Garderobe und Rechnung zu fragen. In der Stunde von 22 bis 23 Uhr würde demnach also schon gar kein Umsatz mehr gemacht. Ihm wäre daher schon sehr geholfen, wenn die Sperrstunde erst um Mitternacht einsetzten würde.

Hamburg seit Montag Risikogebiet

"Die Verlängerung der Öffnung würde uns (…) enorm was bringen", so der 49-Jährige. Auf die Frage von Moderator Lanz, ob er denn, wie in Berlin, wo die Sperrstunde bereits gekippt wurde, juristisch dagegen vorgehen wolle, antwortete er: "Wir überlegen zu klagen. Da geht es aber nicht um die Aufhebung des Alkoholkonsums, das finden wir extrem unterstützenswert, gerade in dieser jetzigen Zeit (…)". Allerdings bedeute die Beschränkung der Öffnungszeiten einen Umsatzrückgang, "der am Ende des Tages zur Folge haben wird, dass wir nicht die Mitarbeiterstärke behalten können." 

Hamburg hatte am Montag als vierte und letzte deutsche Millionenstadt auch einen sogenannten Corona-Inzidenzwert von 50 erreicht. Der Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage stieg nach Angaben der Gesundheitsbehörde erneut leicht an und lag nun bei 50,6. Damit gilt die Hansestadt jetzt auch offiziell als Risikogebiet.

Quellen:ZDF, DPA

jek

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