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"The Masked Singer" Alle lieben Didi Hallervorden, aber im Roboter steckt das 'Hacke-Beil'

Der Roboter wird für die nächste Folge nicht mehr hochgefahren
Nun ist klar, wer sich hinter dem singenden Roboter verborgen hat
© ProSieben/Willi Weber
Zwei Wochen lang verschwand "Masked Singer" nach einer Covid-19-Erkrankung in der Quarantäne. Jetzt meldete sich das Erfolgsformat zurück und machte weiter, wo es aufgehört hat: zwischen Wuschel-Witzchen und Chamäleon-Klamauk.
Von Ingo Scheel

Wie verbringt so ein "Masked Singer"-Juror, eine -Jurorin, die zweiwöchige Zwangspause? Ruth Moschner hat Videos geguckt, Mathias Opdenhövel, so schien es, sich einen flotten neuen Anzug, Rea Garvey eine nicht ganz so flotte neue Jacke zugelegt. Bevor das halbe Dutzend maskierter Sänger und Sängerinnen sich jedoch in den Kampf um den Einzug ins Halbfinale warf, gab es erst einmal ein Wiedersehen mit einem Kandidaten der letzten Staffel. Als Gastjuror fläzte sich Bülent Ceylan dabei nicht einfach auf den freien Stuhl hinterm Pult, sondern gönnte sich in der Engelsverkleidung vom Vorjahr das große Entrée, gab noch einmal Helene Fischers "Atemlos" in der Witt-meets-Rammstein-Version zum Besten.

Kollegin Moschner sabbert sich voll

In den folgenden Duellen bekam es zunächst der Roboter mit dem Hasen zu tun. Das "Titanium" der Blechkameradin geriet dabei vielleicht nicht ganz bulletproof, solide war die Performance dennoch, auch ohne die rituelle Hochjazzung der Kollegin Moschner, die sich vor lauter Auto-Emotionalisierung ad hoc selbst vollsabberte. Zum Auftritt des Langohrs entblößte Rea schließlich ein Anti-Hasen-T-Shirt, sodass man sich als Zuschauer zumindest etwas von seiner Jacke erholen konnte. Die Version von Shirley Basseys "Hey Big Spender" rief Theorien wie Martina Hill, Franzi van Almsick, Regine Halmich und sogar Natascha Ochsenknecht auf den Plan. Für die Roboterin reichte es schließlich nicht ganz, woraufhin dem Hasen beim Freudenpogo über den Sieg doch glatt die Brille von der Nase fiel.

Im wohl ungleichsten Duell des Abends sangen der Drache und der Wuschel gegeneinander an, in Songs bedeutete das: Keanes "Somewhere Only We Know" versus Michael Sembellos olle Flashback-Schnurre "Maniac". Die tragfähigsten Beobachtungen der Jury: Der Drache tritt sich auf den Schwanz. Und ins Wuschel-Kostüm würden gleich beide Lochis passen. Der schuppige Showman mit dem langen Schwanz entschied den Zweikampf für sich. Geht es nach der Jury, dann könnte sich Gregor Meyle im tonnenschweren Kostüm verbergen – oder eben Eckart von Schönhausen.

Das kann doch wirklich nur Dieter Hallervorden sein

So vogelwild die Vermutungen hier waren, so einig ist man sich immer noch und immer mehr – das gilt wohl auch für weite Teile des Publikums an den Fernsehgeräten, den Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen – bei jenem Sänger, der im Kostüm des Chamäleons steckt. Wie der da die ersten Zeilen von "Azzuro" anstimmt, obwohl er, wie er selbst im Einspielfilm betont, kein Italienisch beherrscht – das kann doch wirklich nur Didi sein, Dieter Hallervorden, oder etwa nicht? Bülent Ceylan verehrt den Nonstop-Nonsens-Mann so sehr, er will förmlich, dass es Didi ist, Ruth Moschner dagegen verschwörungstheoritisiert noch, dass es auch jemand sein könnte, der Didi einfach nur gut nachmachen könne. Auch bei Didis, Verzeihung, bei Chamäleons Gegner, dem Faultier, ist man sich nicht ganz einig. Dick Brave, Giovanni Dingsbums, Max Giermann oder Jörg Knör? Alles kann, nichts muss. Zumindest gewann das Faultier trotz des Ohrwurm-Tiefschlags "Lemon Tree" gegen den Farbwechsler und darf sein wahres Ich so noch ein wenig für sich behalten.

Im großen Dreikampf der unterlegenen Duellanten wurde schließlich der Streichkandidat ausgefochten. Der Roboter klickerklackerte sich solide durch ESC-Sieger Duncan Laurences Schmachtfetzen "Arcade". Anschließend stellte das Chamäleon unter Beweis, dass Boney M.s "Daddy Cool" von so evergreenscher Tiefe ist, dass der Song selbst ohne jegliches Timing noch euphorisiert und James Arthur "Naked" sogar zu Tränen rührt, wenn es von einem schielenden Etwas mit weißem Fell und Farbklecksen gesäuselt wird.

'Hacke-Beil' bei "Masked Singer" raus

Blieb also noch der finale Rauswurf und da hatten das Chamäleon und der Wuschel im Zuschauer-Voting die Nase vorn, für den Roboter hieß es schließlich: runter mit der Rüstung. Die letzten Vermutungen – Jeannine Michaelsen, Helene Fischer und Marta Jandová – liefen ins Leere. Im Kostüm der Mensch-Maschine verbarg sich eine echte Dschungelcamp-Legende: Die Älteren werden sich vielleicht noch an das 'Hacke-Beil' aus der ersten Staffel erinnern, Schauspielerin und Moderatorin Caroline Beil, die selbst nicht so genau wusste, "wo sie diese Stimme eigentlich herhat". Nun denn, wenn alles gut geht, wird das Spektakel am kommenden Dienstag fortgesetzt.


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