HOME

Hallervorden-Eklat: Die Promis und ihre Nazi-Sprüche

Didi Hallervorden holte seinen Preis "heim ins Reich" und er ist nicht der Erste, der mit NS-Sprüchen auffällt. Von Ausschwitz-Mode bis zum "guten Kerl" Hitler wird kein Fettnapf ausgelassen.

Russell Brand mischte eine GQ-Gala mit unpassenden Nazi-Vergleichen mächtig auf

Russell Brand mischte eine GQ-Gala mit unpassenden Nazi-Vergleichen mächtig auf

Hallervordens "heim ins Reich"-Missgriff war sicher kein Ausrutscher, dazu passet der Ausspruch wie maßgeschneidert zur Gala in Wien. Ursprünglich wurde die Nazi-Parole nämlich ausgegeben, um den sogenannten Anschluss Österreichs - Hitlers Heimat - an das Deutsche Reich 1938 zu feiern. Dieter Hallervorden ist nicht der erste, der ins rechte Fettnäpfchen tritt. Auch Volksmusiker Heino leistete sich derartige Schnitzer. Seine Version von "Schwarzbraun ist die Haselnuss" gehört allerdings nicht dazu, denn trotz des Signalworts "Braun" handelt es sich nicht um einen Nazi-Schlager, sondern um ein deutsches Volkslied aus dem 19. Jahrhundert. In einem Interview mit der "FAS" protzte der alternde Sänger 2013 dafür über seine Kondition mit den Worten. "Noch bin ich hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder und flink wie ein Windhund." Damit zitierte Heino Adolf Hitler direkt. Die Worte stammen aus einer programmatischen Rede an die Hitler Jugend. Auch wenn der Satz zu den bekanntesten Hitler-Zitaten gehört, redete sich Heino damit heraus, dass ihm der Zusammenhang nicht bekannt gewesen sei.

Manchen schützt die Atersverwirrtheit

Beim Entertainer Johannes Heesters war vermutlich mehr sein fortgeschrittenes Alter von 105 Jahren schuld, als er Hitler einen "guten Kerl" nannte. In seinem Heimatland Holland wurde Heesters für seine Karriere unter den Nazis immer angegriffen. In einer TV-Sendung wurde der Greis überraschend nach Hitler und Stalin befragt und verhedderte sich in einem hitzigen Wortwechsel - solange bis Hitler ein guter Kerl war.

Beim Rapper DJ Tomekk waren Übermüdung und Alkohol am Eklat schuld. Bevor Tomekk im Dschungel Camp einchecken konnte, wurde er im Hotel mit deutschem Gruß gefilmt (Video unten). Da war es mit seiner Dschungel-Karriere vorbei, Tomekk wurde ausgeladen. Erklärlich ist das Ganze ohnehin nicht, Tomekk ist nämlich Pole.

Dieser Ausschnitt von Heidi Klum führte zu einem gewagten Auschwitz-Vergleich von US-Entertainerin Joan Rivers.

Dieser Ausschnitt von Heidi Klum führte zu einem gewagten Auschwitz-Vergleich von US-Entertainerin Joan Rivers.

Joan Rivers kannte keine Hemmungen

Zu noch weit wüsteren Sprüchen greift man gelegentlich in den USA und Groß Britannien. Der infernalische "Top Gear"-Moderator Jeremy Clarkson sagte glattweg: "Der einzige Mensch, der in einem Viersitzer-Cabrio gut aussah, war Adolf Hitler." Comedian Russell Brand erklärte dem Publikum auf der Gala eines Männermagazins Folgendes: "Die Nazis hatten zwar ihre Makel, aber seien wir mal ehrlich, sie sahen verdammt nochmal fantastisch aus, während sie Leute auf Grund ihres Glaubens und ihrer Sexualität töteten." Das Publikum lachte, die öffentliche Meinung außerhalb des Saals tobte. Die Jüdin Joan Rivers ließ sich nicht so leicht den Mund verbieten, sie lästerte über ein Oscar-Outfit von Heidi Klum: "Das letzte Mal, dass jemand aus Deutschland so heiß ausgesehen hat, war, als sie Juden in die Öfen geschoben haben."

Gerecht geht es dabei nicht immer zu. Dampfplauderer, wie ProSieben-Moderatorin Juliane Ziegler, die sich vergaloppieren, können böse abgestraft werden. Sie musste schon gehen, nachdem sie einem verschlafenen Anrufer ihrer Call-in-Show "Night Loft" ein fröhliches "Arbeit macht frei" - das berüchtigte Motto vom Vernichtungslager Auschwitz - auf Weg zum Job nachrief. Ein Polit-Profi wie Heiner Geisler, der wissen müsste, was er sagt, erntete dagegen nur ein Stirnrunzeln, als er seine Schlichtungsversuche zum Bahnhof Stuttgart 21 mit einem Goebbels-Zitat würzte und die Streithähne fragte: "Wollt ihr den totalen Krieg"?

Joan Rivers über Heidi Klum