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TV-Tipp: "Die Schimmelreiter": Tour de Force durch gastronomisches Ödland

stern.de führt Sie mit dem TV-Tipp des Tages durch den Fernseh-Dschungel. Heute: das schräge Roadmovie "Die Schimmelreiter" mit Peter Jordan und Axel Prahl.

"Die Schimmelreiter"
23.15 Uhr, WDR

ROADMOVIE Der norddeutsche Humor polarisiert. Man kann ihn nur mögen oder hassen. Ich liebe ihn. Deshalb kann ich das schräge Roadmovie "Die Schimmelreiter" nur wärmstens empfehlen. Im Mittelpunkt steht der Lebensmittelkontrolleur Fuchs (Peter Jordan), der Gastro-Betriebe in ganz Dithmarschen kontrolliert. Für "Fuchsi" mehr als ein Job: "Imbisse sind wichtig für unsere Kultur." Leider bekommt er einen Kollegen an die Seite gestellt. Tilmann (Axel Prahl) ist ein Ekelpaket vor dem Herrn, zynisch, versoffen und bestechlich. Und sehr direkt: "Das Denken steht dir nicht so gut, Schmalzlocke", knallt er seinem Partner schon mal vor dem Kopf. Der Film ist voller Situationskomik, lakonischer Sprüche - und überzogen von der trocken norddeutschen, kauzigen Weltsicht. Regie führt Lars Jessen ("Am Tag als Bobby Ewing starb", "Dorfpunks", "Fraktus"), in weiteren Rollen sind Bjarne Mädel und Katharina Wackernagel zu sehen. Am Ende gewinnt der Zuschauer noch eine wertvolle Erkenntnis: "Im Grunde ist doch der Imbiss eine tragende Säule unserer Demokratie."
Ein persönlicher TV-Tipp von Carsten Heidböhmer, Redakteur bei stern.de


Und das ist am Montag noch sehenswert:


"Unheil in den Bergen"
20.15 Uhr, ZDF

DRAMA Aus einem Holz geschnitzt sind Vater und Sohn beileibe nicht. Sägewerksbesitzer Max (Günther Maria Halmer) will so weitermachen wie bisher. Dafür muss er Verträge erfüllen und Bäume fällen. Auch die, die längst Sohn Toni (Tim Bergmann) gehören. Der macht in Biokäse und will den Wald bewahren - selbst wenn der Verkauf seinen Hof retten könnte. Zwischen den Streithähnen steht Tonis Frau Theresa (Brigitte Hobmeier). Auch die hat eine Meinung und einen Kopf. Aber wer hört im Tal schon auf Frauen? - Das Drama verläuft in genretypischen Bahnen, hebt sich aber durch grimmigen Realismus vom Üblichen ab. Hobmeier gab zuletzt in Salzburg die Buhlschaft im "Jedermann". (bis 21.45)