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Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipp 11.7.: "Ghostbusters" Die Geisterjäger laden zum Schleimbad


Im Kühlschrank liegt das Tor zur Unterwelt, ein riesiger Marshmallow-Mann zertrümmert New York. Selbst für die Achtziger war "Ghostbusters" einfach nur crazy - unser TV-Tipp des Tages.

"Ghostbusters"
20:15 Uhr, ZDFneo
FANTASY-KOMÖDIE Im Februar machte eine traurige Nachricht die Runde: Harold Ramis war mit nur 69 Jahren gestorben. Ich konnte es nicht fassen. Dr. Egon Spengler - tot? Und dann von einer Autoimmunkrankheit dahingerafft? Wenn schon, dann hätte er mindestens von Zuuuuuuuuuul höchstpersönlich in Stücke gerissen werden müssen. Oder vom größten Twinkie des Universums erschlagen werden müssen.

Als "Ghostbusters" in den Kinos lief, war ich drei. Zum ersten Mal begegnete ich Egon Spengler, Ray Stantz (Dan Aykroyd), Peter Venkman (Bill Murray) und Winston Zeddemore (Ernie Hudson) im Kinderprogramm - damals noch in Zeichentrickform und in einer weichgespülten Variante. Auf den ganz realen Wahnsinn stieß ich erst Jahre später - durch Zufall: Ich hatte mich schon auf eine Superfolge meiner gezeichneten Geisterjäger gefreut, als plötzlich echte Menschen über den Bildschirm hüpften. Es dauerte eine Weile, bis ich mich an die neuen Gesichter (und Frisuren!) gewöhnt hatte, aber hey, was für ein Spaß: Ein Kühlschrank, in dem sich das Tor zu einer anderen Dimension öffnet? Der umgebaute Krankenwagen Ecto-1 und das Proton Pack in echt nachgebaut? Selbst Slimer ("Es hat mich vollgeschleimt!") war dabei, hier allerdings noch in freier Wildbahn und nicht als zahmer Hausgeist der Truppe.

Von diesen flapsigen und durchaus nicht jugendfreien Sprüchen, die nur die Filme der Achtziger so hinbekommen, ganz zu schweigen: Denn nicht nur der grüne Derwisch sorgte dafür, dass es in der Verfilmung von 1984 äußerst schlüpfrig zuging. "Ich will dich in meinem Innersten!" fordert Venkmans Date Dana Barrett, frisch vom Dämon besessen und in die Karikatur einer Femme Fatale verwandelt, den Geisterjäger auf, der dankend ablehnt: "Es klingt als hättest du da schon mindestens zwei Leute drin. Könnte ein kleines Gedränge geben."

Schon der zweite Film, hatte seine Probleme, den klamaukigen Wahnsinn des ersten Teils zu übertreffen - und gab sich damit zufrieden, die Handlung seines Vorgängers in Grundzügen zu wiederholen: Anstelle des gigantischen Marshmellow-Mannes lief nun eine zum Leben erwachte Freiheitsstatue durch die Straßen New Yorks. So gerne ich die "Ghostbusters" aber auch mag - was ich nie, nie sehen möchte, ist dieser seit Ewigkeiten geplante dritte Teil der Reihe. "Ghostbusters" im Altersheim, wahrscheinlich noch mit einem digital wieder auferstandenen Harold Ramis - das muss wirklich nicht sein. Ich sage nur: "Indy 4".

Und jetzt drehen wir alle unsere Anlagen bis zum Anschlag auf und hören Ray Parker Juniors Titelsong in Dauerschleife: "If there's something strange in your neighborhood. Who you gonna call??? - GHOSTBUSTERS!"

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Der Aufsteiger"
23.20 Uhr, Eins Festival
DRAMA Bei einem Busunglück in den Ardennen kommen neun Jugendliche ums Leben. Der neue Verkehrsminister eilt zum Unfallort, um Betroffenheit zu demonstrieren... Regisseur Pierre Schoeller seziert die Mechanismen der Macht. Eine bittere Abrechnung mit dem Politbetrieb. (bis 1.10)

"Halbmondwahrheiten"
22.40 Uhr, Arte

DOKU Psychologe Kazim Erdogan gründete in Berlin-Neukölln die erste türkische Vätergruppe. Bei Tee und Keksen reden die vermeintlichen Patriarchen über Zwangsheirat, Familienfrieden und den Einfluss des Islam auf ihre Welt. - Spannende Innenansichten. (bis 23.35)


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