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Daniel Craig im neuen stern: Islamischer Staat kein Stoff für James Bond

Nein, allzu oft will er den Bond nicht mehr spielen, das steht fest. Doch Daniel Craig äußert sich im stern-Interview nicht mehr ganz so drastisch zu seiner Rolle wie vor einigen Tagen. Und er zieht eine Bilanz zu seinen bislang vier Bond-Filmen.

Daniel Craig als James Bond in "Spectre". Ab 5. November kommt der Film auch in die deutschen Kinos.

Daniel Craig als James Bond in "Spectre". Ab 5. November kommt der Film auch in die deutschen Kinos.

Daniel Craig freut sich darauf, "irgendwann etwas anderes zu machen und meinen Bond in den Ruhestand zu schicken“. Im Interview mit dem stern sagt der britische Schauspieler: "Ich werde ihn nicht mehr oft spielen. Das steht fest."

Craig, 47, hatte zuletzt mit einer Äußerung für Aufsehen gesorgt, er würde sich eher die Pulsadern aufschneiden als zeitnah noch mal 007 zu spielen. Im stern spricht er nun eher milde über seine Rolle. Auf die Frage, ob er befürchte, sein Leben lang der gute James Bond zu sein, sagte er: "Was kann ich dagegen machen? Ich wusste ja, worauf ich mich eingelassen habe. Und das ist auch ein Luxusproblem."

Film nimmt Bezug auf Abhörskandale

Insgesamt habe er die Arbeit an seinen bislang vier Bond-Filmen aber sehr genossen. Deshalb auch, weil er den Bond-Charakter im Laufe der Jahre mitgestalten durfte: "Wir konnten ihn aufbauen und über die Filme formen. Das war das Reizvolle daran. Ja, und man merkt eine Wandlung. Aber auch eine Steigerung. Bond ist älter geworden, und ich bin auch älter geworden. Wir haben uns beide verändert."

Überhaupt seien die Filme mit der Zeit gegangen, "heute ist das Böse abstrakter und persönlicher. Darauf muss Bond sich einstellen. Früher war viel Klischee und viel überzeichnet, fast wie im Comic. Die Kommunisten böse, der Westen gut. 50 Jahre lang ging das so. Aber das funktioniert das nicht mehr. Die Welt ist viel komplexer heute. Und Gut und Böse damit auch."

Der neue 007-Film "Spectre", der am Donnerstag kommender Woche (5. November) in die deutschen Kinos kommt, spielt auch vor dem Hintergrund der Abhörskandale der jüngeren Vergangenheit. Solche politischen Anspielungen sollten seiner Ansicht nach jedoch die Ausnahme bleiben. Denn Craig glaubt nicht, dass das Kino das reale Böse in der Welt filmisch verarbeiten kann und soll. 


Islamischer Staat bei Bond?

Syrien, Irak oder Islamischer Staat als Stoff für Bond? "Nein", sagt er. "In der Vergangenheit haben das Filmemacher wiederholt versucht und sich schuldig gemacht, weil sie Profit daraus schlagen wollten. Ich glaube, große Filme wie dieser sind auch nicht der Platz, um so das real Böse zu adressieren."

Es sei auch kein Zufall, dass in den bislang 24 Bond-Filmen das Thema Religion keine Rolle spielt. Craig im stern: "Bond ist eher ein Atheist, glauben Sie nicht auch? Also so, wie er sich verhält, kann ich mir nicht vorstellen, dass er an ein Leben nach dem Tod glaubt."
 

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