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"Old school" gegen modernes Fernsehen Gottschalk hält "Wetten, dass..?" für überholt


Kurz vor seiner Premiere bei der RTL-Show "Das Supertalent" lässt Thomas Gottschalk seine bisherige Karriere Revue passieren - und kritisiert seine alte Show "Wetten, dass..?" als nicht zeitgemäß.

TV-Entertainer Thomas Gottschalk räumt ein, die RTL-Show "Das Supertalent" früher immer kritisiert zu haben. "Ich habe das Format früher in erster Linie deswegen beschimpft, weil es mir bei "Wetten, dass..?" die Zuschauer geklaut hat", sagte der 62-Jährige, der nun im "Supertalent" neben Dieter Bohlen in der Jury sitzt, vor dem ersten Auftritt am 15. September in einem am Montag veröffentlichten Gespräch mit RTL. "Das war immer ein bisschen old school gegen modernes Unterhaltungsfernsehen." Gottschalk hatte seine Moderation des ZDF-Showklassikers "Wetten, dass..?" im Dezember 2011 aufgegeben.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa hatte Gottschalk 2010 noch gesagt: ""Wetten, dass..?" gibt es jetzt 30 Jahre. Da wurde noch nie jemand vorgeführt, und wenn sich mal einer blamiert, dann auf hohem Niveau. Ich verspreche niemandem, dass er zum Superstar wird und frage bei jemandem, der 20 Kisten aufeinander stellt, nicht nach, ob er vielleicht noch ein trauriges Schicksal hat. Das Schlimmste was ich der Menschheit antue, sind die Klamotten, die ich trage. Und daran wird sich auch nichts ändern."

"Für manche Dinge könnte ich Dieter schlagen"

Auch wenn die beiden in einer Sendung künftig an einem Strang ziehen müssen, sie werden sich weiter unterscheiden: "Dieter ist Dieter, und ich bin ich", sagte er. "Das wird auch so bleiben. Wir haben uns in der Vergangenheit beschimpft, aber auch geküsst. Das Knutschen haben wir diesmal gelassen, aber ansonsten kann man das ganze Spektrum einer Männerbeziehung besichtigen, wenn man uns bei der Arbeit zuschaut. Manchmal sagt der Dieter Sachen, für die ich ihn schlagen könnte. Was er sagt, ist meistens richtig, wie er es sagt ist das Problem."

Anders als Bohlen, der seiner Meinung nach "zu früh auf den Buzzer" haue, wolle er jedem Kandidaten Respekt zollen und zumindest einen Momant lang performen lassen. "Wenn ein Kandidat sieben Stunden im Zug saß, sich bunt bemalt und Federn auf den Kopf steckt, dann lasse ich ihn in Gottes Namen eine Minute oder zwei Minuten wackeln, egal womit er wackeln will."

Der RTL-Ruf ereilte Gottschalk nach eigener Aussage nach dem Fiasko mit seiner Vorabendshow bei der ARD, die wegen miserabler Quoten eingestellt wurde. "Ich saß ja nach meiner Vorabendpleite gerade ohne Job in Berlin und fand das Angebot, neben Dieter Bohlen in der Jury zu sitzen, erstmal als riskant, aber auch faszinierend", sagte er. "Natürlich haben einige sofort aufgejault, auch in meiner Umgebung, aber ein Angsthase war ich nie." Wenn Dieter Bohlen seine Entscheidungen aus dem Bauch fälle und Michelle dann mit dem Herzen dagegen halte, "bin ich derjenige, der versucht, sein Urteil mit dem Kopf zu fällen."

fle/Bang/DPA DPA

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