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Neue Suche nach dem "Supertalent" Nagelprobe für Gottschalk und RTL

Es geht wieder los: Die RTL-Show "Das Supertalent" beruht auf der Casting-Show "Britain's Got Talent" von Simon Cowell
Es geht wieder los: Die RTL-Show "Das Supertalent" beruht auf der Casting-Show "Britain's Got Talent" von Simon Cowell
© Sebastian Konopka/DPA
Premiere für Thomas Gottschalk: Am Samstag sitzt er erstmals mit Dieter Bohlen und Michelle Hunziker in der "Supertalent"-Jury. Der Start der neuen Staffel birgt für RTL Hoffnungen.

Wenn RTL sein Publikum zu einer Staffel seiner populären Show "Das Supertalent" bittet, ist eines sicher: Es wird Herbst. Denn von September an macht der private Marktführer aus Köln wieder ernsthaft Fernsehen. Das Sommerprogramm seit Mai war geprägt von Wiederholungen und sinkenden Marktanteilen. Jetzt soll die Welt aber wieder anders aussehen. RTL hofft auf die Rückkehr der Zuschauer, die sich in der schönen Jahreszeit vom Sender abgewandt haben und nun wieder hohe Marktanteile generieren sollen, damit im Herbst die Werbeeinnahmen sprudeln. So ist das im Fernsehen.

Eines der Trumpf-Asse im RTL-Werben um sein Publikum ist ausgerechnet Thomas Gottschalk, der Anfang der 90er Jahre noch ein unerquickliches, von Streitereien geprägtes Intermezzo mit seinem Late-Night-Talk bei RTL ablieferte und sich anschließend wieder dem ZDF (und Sat.1) zuwandte. Der heute 62-jährige Profi-Entertainer, Profi-Charmeur und Berufsjugendliche gehört der neu formierten Jury der Castingshow "Das Supertalent" an. Mit Altmeister Dieter Bohlen, 58, und seiner Ex-Co-Moderatorin bei "Wetten, dass..?", Michelle Hunziker, 35, soll Gottschalk der Show von diesem Samstag (20.15 Uhr) an frischen Wind einhauchen.

Ob RTL mit Gottschalk wieder auf die Überholspur ausschert? Schwierig. "Das Supertalent" verbuchte schon im Herbst 2011 rückläufige Quoten - allerdings von einem hohen Niveau kommend. Ansonsten versprechen sich Experten nicht viel vom Kölner Sender. Senderchefin Anke Schäferkordt beschwor in einem Interview im August "eine Fülle neuer Formate, gerade für die Primetime". Senderintern werde jedoch "chronischer Entscheidungs- und Innovationsstau" bemängelt, berichtete der Branchendienst "Kress Report" am Rande der Jahresprogrammpräsentation vor rund einem Monat.

Ein Lockvogel namens Bargeld

Richtige Kracher fehlen im RTL-Programm. Neu werden im Show-Bereich die bereits für die vergangene TV-Saison angekündigte Sendung "Alle auf den Kleinen" mit #link;www.stern.de/kultur/tv/oliver-pocher-90251959t.html;Oliver Pocher# und die Wiederauflage der "Traumhochzeit" sein, mit der RTL in den 90er Jahren seinen Höhenflug antrat. "Unsere Konzepte müssen vielfältig sein, von emotional über spektakulär bis hin zu humorvollen Ansätzen", sagte Schäferkordt weiter im August. "Wichtig ist, dass wir unsere Zuschauer immer wieder überraschen." Aber die alten Programmsäulen bröseln: Günther Jauchs Quiz "Wer wird Millionär?" verliert genauso Publikum wie die Scripted Soaps im Tagesprogramm. Gerade beim begehrten jüngeren Publikum.

Eine der Kernfragen wird sein: Kann Gottschalk zu dem Messias werden, der er bei der ARD hätte werden sollen? RTL riskiert viel: Am 6. Oktober tritt Gottschalk im Fernduell gegen seine alte ZDF-Show "Wetten, dass..?" samt neuer Moderation (Markus Lanz) an. "Ich habe Markus Lanz kürzlich angerufen und habe ihm für den Start alles Gute gewünscht", sagte Gottschalk in einem RTL-Interview. "Wir bleiben Kollegen und wissen, dass Konkurrenz zum Geschäft gehört. Das ZDF hat ja auch nicht daran gedacht, die "Rosenheim Cops" zurückzupfeifen, um mir den Start im Vorabend der ARD zu erleichtern. Hätten Sie's getan, würde ich Ihnen jetzt wahrscheinlich nicht am Samstagabend in die Quere kommen."

Und was gibt es Neues beim "Supertalent"? Ein paar Regeländerungen - zum Beispiel, dass einzelne Jury-Mitglieder Kandidaten direkt ins Halbfinale durchwinken können. Oder dass zum Schluss von einer der elf Shows noch einmal zwei Mitspieler gegeneinander antreten dürfen und die Jury dann entscheidet, wer in eines der beiden Halbfinale darf. Der Lockvogel besteht wie schon in den Vorjahren aus Bargeld: 100.000 Euro winken dem Sieger.

Carsten Rave, DPA DPA

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