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"Wetten, dass ..?"-Unfallopfer Samuel Koch: "Sein Kopf war nicht hundertprozentig frei"

Am Samstag läuft die erste "Wetten, dass ..?"-Sendung nach dem Unfall von Samuel Koch. Nun erklärt sein Trainer, wie es zur Katastrophe kommen konnte.

Joe Alexander ist ein Action-Spezialist. Er hat mit Samuel Koch monatelang die Sprungstelzen-Wette für die ZDF-Show "Wetten, dass ..?" trainiert, bei der sich der 23-Jährige so schwer verletzte. In einem Interview hat er nun seine Sicht auf das Unglück dargestellt. An der Gefährlichkeit der Wette habe ihr Scheitern demnach nicht gelegen. "Die Wette von Samuel Koch war machbar, und sie war auch nicht gefährlicher als vieles, was man im Fernsehen sieht", so Alexander im Interview mit dem Onlinedienst "Meedia". Auch dem ZDF macht er keine Vorwürfe. Sein Eindruck von den Sicherheitsstandards der Show sei "sehr gut". Auch Moderator Thomas Gottschalk habe bei den Proben immer empfohlen, "lieber weniger zu riskieren, egal um welche Art von Wette es sich handelt".

Mentales Problem

Koch selbst sei grundsätzlich bestens geeignet gewesen für die Wette. Er habe den Studenten als kopfklar und leistungswillig kennengelernt. "Alles, was er machte, ging er sehr bedacht an." Zusammen hätten sie die Sprungstelzen-Wette entwickelt und trainiert, auch wenn Koch auf Alexanders Unterstützung in den letzten Wochen vor der Sendung verzichtet habe. Das habe sich so ergeben, sagt der Trainer.

"Es braucht optimale Bedingungen"

Das Entscheidende bei solchen Herausforderungen wie der Sprungstelzen-Wette sei, "dass die Abläufe aus der Vorbereitung unter veränderten Bedingungen, vor Publikum und unter Zeitdruck genauso konzentriert abgerufen werden können wie bei vielen Versuchen zuvor", erklärt Alexander seine Arbeitsweise. "Bei einer solchen Übung braucht der Ausführende alle Kraft und Fokussierung für die eigene Situation", deshalb müssten die Bedingungen optimal sein.

Eben diese Fokussierung sei das Problem gewesen, sagt der Trainer nun "Meedia". "Beim Auftritt von Samuel hatte ich sofort das Gefühl, dass seine Ausstrahlung nicht die war, die ich von ihm kannte. Es ist normal, in einer solchen Situation nervös zu sein. Aber er wirkte auf mich nicht kraftgeladen und selbstbewusst genug, um eine Höchstleistung unter dem Live-Druck und den Voraussetzungen zu schaffen." Koch habe wohl die "mentale Stärke, die ich von ihm kannte, in der Show nicht abrufen" können. "Es war nicht sein Können oder fehlende Fitness, das Problem lag wohl darin, dass er im Kopf nicht hundertprozentig frei war. Und eine derart komplexe Aktionswette ist dann kaum durchführbar."

Etwas habe er in vielen Jahren seiner Arbeit gelernt, sagt Alexander: "Auch bei kleineren Stunts kann etwas passieren kann, was man nicht erwartet."

sal