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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Da lachen ja die Kakerlaken

Der Dschungel ist überall: Nachdem Sarah Knappik ihr Gift nicht weiter verspritzen konnte, kam in dieser Woche eine Veteranin noch einmal zum Zug: Giulia Siegel.

Von Stefan Mielchen

Dieser Dschungel glich einer Schlangengrube, in der selbst Obernatter Désirée Nick wie die Unschuld vom Lande wirkt. Das Spektakel war noch in vollem Gange, da begann schon das fiese Nachtreten. Ausgerechnet Chefanalytiker Rainer Langhans traf es am härtesten. "Eine traurige, erbärmliche Witzfigur" sei er, ätzte nicht etwa Konkurrentin Intriga Weis, sondern Rainers abgelegte 68er-Ex-Muse. Uschi Oberweite nannte ihren früheren Kommunarden-Kumpel einen "bemitleidenswerten Spinner" und eine "langweilige Karikatur seiner selbst". Bei so viel Schaum vorm Mund hatte sie wohl ganz vergessen, dass immer drei Finger auf einen selbst zeigen, sobald man einen ausstreckt: "Es ist schrecklich, wie mediengeil er geworden ist", sagte das frühere Model - natürlich über die Medien. Und sprach aus, was wohl noch jeder Prüfling im Dschungel gedacht hat: "Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen muss."

Wo Konflikte auf derart hohem Niveau ausgetragen werden, kann auch Giulia Siegel nicht weit sein. Die Küchenpsychologin, die in dieser Woche unbedingt auch noch ein Stück vom Aufmerksamkeitskuchen naschen wollte, erstellte fix ein Persönlichkeitsprofil von Camp-Darling Sarah: "Dieses Mädchen ist nur noch traurig", wusste sie über die Dschungelcamp-Teilnehmerin zu berichten. "Das Wort Problemkandidat ist bei Sarah noch sehr nett formuliert", dozierte La Siegel. Da lachen ja die Kakerlaken! Für eine derart fundierte Analyse muss Giulia bekanntlich nur in den Spiegel schauen. "So ein Mensch wie sie, psychisch so unterentwickelt, so dumm, so unsozial - so etwas habe ich noch nie erlebt", behauptete die Ex-Camperin. Die Fernsehzuschauer der letzten Staffel sind da vermutlich anderer Meinung.

Heidis heile Welt

Gut, dass es neben diesem Biotop für Bekloppte auch noch eine richtige Welt da draußen gibt. Etwa die der Heidi Klum. Die Laufsteg-Domina überraschte in dieser Woche mit einer Selbsterkenntnis, auf die man erst mal kommen muss: "Ich bin keine Heilige", bekannte die Bergisch-Gladbacherin zur Überraschung aller, die sie stets für eine Novizin im medialen Nonnenkloster gehalten hatten. "Wenn wir unter Erwachsenen sind, fluche ich auch und sage unangemessene Sachen." Hört, hört! Die Frage ist allerdings, ob man sich in Heidis Laufstegzirkus jemals unter Erwachsenen befindet. Ihren eigenen Kindern immerhin verbietet Supernanny Klum das Aussprechen böser Wörter: "Mein Mann und ich achten sehr darauf, dass unsere Kinder gutes Benehmen lernen. Schon jetzt benutzen sie Ausdrücke, die sie in ihrem Alter eigentlich nicht benutzen sollten", klagt sie. Welche das wohl sein mögen? Etwa Botox, Bulimie und Brustvergrößerung?

Da lobt man sich wohlerzogene Gören wie die von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Während der lustgreise Herr Papa durch sein entspanntes Verhältnis zum Nationalsozialismus auffällt und bizarre Sexspiele bevorzugt, benehmen sich die Töchter so, wie es sich für angehende Milliardärinnen gehört: Sie kurbeln die Konjunktur an! Die 22-jährige Petra etwa soll sich in dieser Woche eine Luxusvilla in London zugelegt haben, die mit schlappen 77 Millionen Dollar zu Buche schlug. Da nimmt sich Bernies jetzt geäußerter Wunsch, Weltmeister Sebastian Vettel möge sein Schwiegersohn werden, nachgerade putzig aus. Der Formel-1-Pilot wäre eine wirklich schlechte Partie: Er verdient gerade mal 15 Millionen Euro im Jahr. Nach Petras Maßstäben reicht das höchstens für eine Abstellkammer.

Bösewicht Sido und die vermeintliche Crack-Braut

Etwas dazu verdient hat sich in dieser Woche Alessandra Pocher. Die Gattin von Oli P. ist bekanntlich keine Crack-Braut. Da Rüpel-Rapper Sido das aber nicht wusste und sie versehentlich als solche bezeichnet hatte, stand der 30-Jährige der guten Sandy nun im Gerichtsaal gegenüber. In letzter Instanz sprachen die Robenträger der beleidigten Leberwurst in dieser Woche ein Schmerzensgeld von 10.000 Euro zu. Sido wird Sandy künftig wohl nie wieder eine Crack-Braut nennen. Und sie spendete das Geld flugs einer integrativen Schule. Logisch: Eine Drogeneinrichtung hätte ja auch blöd ausgesehen.

Solche wiederum kennen Paris Hilton und Lindsay Lohan nur zu gut - und zwar von innen. Die beiden Koks-Bräute sollen nach dem Wunsch der Hollywood Boxing Federation ebenfalls etwas für den guten Zweck tun. Die Rede ist von einem Promi-Boxkampf der beiden Partyhyänen. Angeblich sollen die Mädels hierfür 500.000 Dollar pro Nase kassieren. Der gute Zweck wäre somit erfüllt - schließlich will man beim nächsten Schneetreiben nicht knietief im Dispo stecken. Ein Problem gibt es allerdings: Strassbesetzte Boxhandschuhe, die man auch mit modellierten Nägeln unbeschadet tragen kann, sind noch nicht erfunden worden.

War sonst noch was? Na klar: Prinz Frederic von Anhalt bereitet den Umzug seiner Gattin vor. Zsa Zsa Gabor, 93, will ob ihrer horrenden Arztkosten die gemeinsame 28-Zimmer-Villa in L.A. verkaufen. Der kleine Prinz kümmert sich bereits rührend um die Abwicklung des Umzugs: "Der letzte Wunsch meiner Frau ist es, in ihrer Heimatstadt Budapest begraben zu werden", erläuterte Frederic in dieser Woche seine Pläne. Und Zsa Zsa ist nicht die Einzige, die es wieder nach Europa zieht. Auch Barbara Becker kündigte an, bei nächster Gelegenheit zurückzukehren. Allerdings nicht mit den Füßen nach vorne. Da trifft es sich, dass ihr Ex-Mann Boris gerade einen neuen Werbevertrag unterzeichnet hat. Er will ganz uneigennützig dabei mithelfen, dass die Baumarkt-Kette "Praktiker" ihr Billig-Image loswird. Falls Barbara Tapeten kaufen muss oder Umzugskartons benötigt, kann Boris bestimmt was drehen. Schließlich bekommt er als neues Praktiker-Gesicht tüchtig Rabatt: 20 Prozent auf alles. Außer - na, sie wissen schon...