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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Der "Lustmolch" mit dem Schnauzbart

Im Bett ist er pützmunter: Jean Pütz wird mit 74 Jahren nochmal Vater und erklärt sich selbst zum "Lustmolch". Zum Glück hat Madonna das gebärfreudige Alter bereits verlassen.

Von Stefan Mielchen

Man sollte meinen, dass Fußball-Beau David Beckham ein unverkrampftes Verhältnis zum Thema Leibesübungen hat. Der Kicker, für den die Vokabel metrosexuell scheinbar erfunden wurde, geht schließlich nach wie vor gut weg: "Ich finde meinen Mann immer noch unglaublich heiß und ich liebe ihn sehr!", sagte Gattin Victoria unlängst der britischen "Sun" und ergänzte: "Er ist einfach nur verdammt perfekt! Als er mir das erste Mal nackt gegenüber saß, da dachte ich: Mädchen, du hast es geschafft!" Doch Becks und Sex, das ist in Wahrheit eine peinliche Nummer. Denn der Frauenversteher kneift beim Thema Aufklärung. Sein elfjähriger Sohn Brooklyn stellt inzwischen Fragen, bei denen Papa Becks die Antworten ausgehen. "Es war mir unangenehm. Ich spürte, wie ich rot wurde im Gesicht und wusste, dass ich aus dem Zimmer gehen musste", sagte der Kicker in dieser Woche und überließ seiner Gattin die Arbeit. Männer!

Vielleicht hätte Becks einfach Jean Pütz fragen sollen. Denn der ehemalige Hobbythek-Moderator hat da gerade mal wieder was vorbereitet: Papa mit 74 - da weiß man, was in der privaten Hobbythek so vor sich geht. "Ich bin eben ein Lustmolch", sagt der pensionierte TV-Moderator, dessen erste Vaterschaft schlappe 51 Jahre zurück liegt. Julie-Josephine macht ihren Papa ein halbes Jahrhundert später nun wieder mächtig stolz: "Die ganze Familie Pütz hat immer nur Jungen gehabt", erklärte er nach der Niederkunft der 32 Jahre jüngeren Gattin Pina. Und: Seine Tochter habe einen "herrlichen Pütz-Mund" mit "herrlichen Lippen". Pützblitz! Da wollen wir für den pützmünteren Nachwuchs mal hoffen, dass er vom Papa nicht auch noch den "herrlichen" Zwirbelbart geerbt hat.

Knorpel-Training mit Madonna

Das gebärfreudige Alter hat Madonna inzwischen verlassen. Trotzdem legt die Queen of Pop größten Wert auf Fitness. Nicht nur, weil sich die 52-Jährige mit Jesus Luz zuletzt ein Boy-Toy zulegte, das ihre Horizontalkondition deutlich herausgefordert haben dürfte (oder war es eher umgekehrt?). Ihren extrem trainierten Körper und den perfekten Body-Mass-Index nutzt Frau Ciccone nun, um ein neues Kapitel in Sachen Selbstvermarktung aufzuschlagen: eine weltweite Kette von Fitness-Centern. "Hard Candy Fitness" soll schon bald in den wichtigsten Städten rund um den Globus eröffnen. Die erste Muckibude soll noch im November in Mexico-City entstehen, zehn weitere Städte will die Diva alsbald beglücken. "Madonnas Touch wird überall spürbar sein", erklärte Geschäftspartner Mark Mastrow, "eine einzigartige Mischung aus Fitness und Unterhaltung." Dass die Chefin selbst hinterm Tresen steht und Verträge schreibt oder ihren Jüngern bei Kickboxen, Yoga und Capoeira eine Lektion erteilt, dürfte allerdings recht unwahrscheinlich sein. Ob ihr Programm wirklich zielführend ist, darf ohnehin bezweifelt werden. Ex-Mann Guy Ritchie weint dem sehnigen Körper der Diva jedenfalls keine Träne nach: "Sex mit Madonna ist wie Kuscheln mit einem Stück Knorpel", behauptet er.

Sex mit Schauspieler Charlie Sheen kann hingegen zu einer handfesten Angelegenheit werden. Der 45-jährige US-Star ("Two And A Half Men") wurde in dieser Woche in New York vom Hotel direkt in die Notaufnahme expediert, nachdem er sein Zimmer im Nobelhotel "Plaza" zerlegt hatte. Es muss ein Bild wie im Tollhaus gewesen sein, als die Polizei eintraf: Sheen schien nicht nur völlig blau gewesen zu sein, sondern im Schneegestöber auch den Überblick verloren zu haben. Als die Beamten einen Blick in den Kleiderschrank warfen, trafen sie auf eine hysterisch schreiende Sexarbeiterin, die Sheen dort eingesperrt hatte, nachdem seine Uhr weg war. Normal! Charlies Sprecher versuchte den Tobsuchtsanfall als "allergische Reaktion" herunterzuspielen. Doch auch ohne tiefer gehende medizinische Fachkenntnis lässt sich ferndiagnostisch zusammenfassen: Egal, was er genommen hat - es war entweder zu viel oder zu wenig.

Bruce Darnell und der Hüftschwung bei der Army

War sonst noch was? Na klar: Die "Bild"-Zeitung überraschte in dieser Woche mit der Nachricht, dass TV-Heulsuse Bruce Darnell lange vor seiner Zeit als Schrecken des Catwalks ein "harter Soldat" gewesen sei. "Bei meinem ersten Fallschirmsprung habe ich mir fast in die Hose gemacht", zitierte das Blatt den 53-jährigen, bei dessen Fernsehauftritten es vielen Zuschauern ähnlich ergehen dürfte - vor Lachen. "Emotional war's keine einfache Zeit", erinnert sich Darnell an die Army. Kein Wunder: Wo andere marschierten, dürfte Rekrut Bruce mit keckem Hüftschwung angetreten sein - Drama, Baby! "Als Soldat wie als Model musst Du 24 Stunden funktionieren", lautet schließlich sein Leitsatz, den offenbar auch Polit-Poser Karl-Theodor zu Guttenberg längst verinnerlicht hat. Der Verteidigungsminister soll bereits darüber nachdenken, Bruce Darnell in seinen Stab zu berufen: als Experten für psychologische Kriegsführung.