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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Plopp, das heißt Stopp!


Eins, zwei oder drei? Daniela Katzenberger, Heidi Montag und Lindsay Lohan liegen in dieser Woche in der Blondinenhitparade vorne. Eine singt, eine jammert, die dritte macht Pipi in Dosen.
Von Stefan Mielchen

Lieber Silikon als Mariacron" lautet ihr Lebensmotto - Katze ist Kult! Seitdem die Berufsblondine Daniela Katzenberger mit ihren beiden charakterstarken Argumenten oberhalb der Gürtellinie auf dem Bildschirm erschienen ist, scheint nichts mehr so zu sein wie früher. IQ - wozu? Jüngster Coup dieses fleischgewordenen Herrenwitzes: ein Auftritt beim Popspektakel "The Dome" diese Woche in Hannover. Denn Katze posiert nicht nur für die Fotografen, plappert allerlei dummes Zeug in die Kameras und führt eine mittelmäßige Pinte auf Malle. Nein, Katze singt auch noch! "Nothing's Gonna Stop Me Now" heißt die musikalische Botschaft, die Daniela seit neuestem wie eine Drohung in die Welt hinaus trötet. Die 23-Jährige schickt sich an, zur großen Tabubrecherin der Deutschen zu werden: "Ich hab' kein Problem damit, über meine Hornhaut zu sprechen", verriet sie beispielsweise "Bild". Endlich redet mal eine über die wirklich wichtigen Themen des Lebens.

Wie gut, dass es noch Frauen gibt, die einigermaßen normal geblieben sind! Solche wie Heidi Montag etwa, das TV-Sternchen aus den USA, dessen größte Lebensleistung es bislang war, zehn Schönheits-OPs an einem Tag zu bestehen. Montag war bereits am Dienstag wieder so fit, dass sie der Weltpresse detailliert über die Umbaumaßnahmen berichten konnte. Und während andere Menschen Angst vor Arbeitslosigkeit, Armut oder Krankheit haben, treibt Montag seit ihrer OP nur eine Sorge um: "Ich möchte nicht, dass meine Nase abfällt wie die von Michael Jackson", jammert sie rum. Dann steht ihr ja die echte Panikattacke erst noch bevor, wenn sie vom Schicksal von Lollo Ferrari erfährt. Die Französin mit den größten Brüsten der Welt soll nämlich an ihrem Silikonbusen erstickt sein.

In der Blondinenhitparade nimmt auch Paris Hilton in dieser Woche wieder einen der vorderen Plätze ein. Sie schlug einen Einbrecher in die Flucht - morgens um 6.30 Uhr. Der nahm allerdings nicht etwa freiwillig Reißaus, weil er das It-Girl um diese Uhrzeit ungeschminkt gesehen hätte. Vielmehr entdeckte Paris den Eindringling auf ihrer Videoüberwachung und rief daraufhin die Polizei, wie sie umgehend twitterte: "Was für ein furchteinflößender Anblick." Ob der Einbrecher das Gleiche dachte, ist nicht überliefert.

Während die gute Paris noch immer Pipi in Dosen als Prosecco verkauft, muss Blond-Kollegin Lindsay Lohan bis auf weiteres Pipi bei der Polizei machen. Die Aktrice mit dem Hang zu bewusstseinserweiternden Spaßmachern und hochprozentigen Stimmungspräparaten wurde in dieser Woche vorzeitig aus der Entzugsklinik entlassen. Nicht mal dort hielten sie es mit der 24-Jährigen länger aus. Doch nun muss die Schauspiellegende zweimal wöchentlich zum Drogentest und dort ins Becherchen machen. Weitere Auflage: das tägliche Fachgespräch mit dem Entzugsexperten. Da hätte sie auch gleich in der Geschlossenen bleiben können.

Im afrikanischen Hochadel brennt die Hütte

In die wird wohl bald auch Susan Boyle eingewiesen, wenn die Menschen weiterhin so respektlos mit ihr umgehen. Die schrullige Schottin soll mit ihrer glockenhellen Stimme bald auch dem Heiligen Vater das Pipi in die Augen treiben - ein Lebenstraum! Zwar ist die musikalische Wuchtbrumme so normal geblieben, dass sie weiterhin öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Doch das überlegt sie sich künftig wohl zweimal. Auf einer Zugfahrt nach Blackburn wurde der Casting-Weltstar jetzt von ein paar Teenagern ob seines, nun ja, speziellen Aussehens gehänselt. "Verpiss dich", herrschte Boyle einen der Bösewichte wenig damenhaft an und brach anschließend in Tränen aus - die Nerven! Hoffentlich hat sie sich bei der bevorstehenden Papst-Messe besser im Griff.

War sonst noch was? Na klar! Während Europas gekrönte Häupter in dieser Woche die Hochzeit von Nikolaos feierten, des griechischen Prinzen Ohneland, brannte im afrikanischen Hochadel die Hütte: Der König von Swasiland, Mswati III., ist von seiner Frau betrogen worden! Genauer gesagt von Gattin Nummer zwölf. Insgesamt verfügt der Herr über nicht weniger als 14 angetraute Gespielinnen. Die undankbare Nothando Dube hat nun mit dem Justizminister getechtelt und gemechtelt. Ausgerechnet die böse Schwiegermutter hat das Paar verraten. Beide wurden in flagranti ertappt und der Minister dabei fotografiert, wie er sich unter dem Bett versteckte. Er musste sofort zurücktreten und schon wird in Swasiland darüber diskutiert, ob ihn das Schäferstündchen nicht nur im übertragenen Sinne den Kopf kosten wird. Gut, dass hierzulande die Sitten weniger streng sind: Wenn im europäischen Hochadel jeder Ehebrecher gleich gemeuchelt würde, wäre die Monarchie längst ausgestorben.


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